Sanierung Vorfahrt für private Vorhaben in Giengens Stadtmitte

Für die Sanierung des Zentrums gibt es einen neuen Kurs: Dem Erwerb und der Sanierung des ehemaligen Gubi-Gebäudes in der Marktstraße (im Bild oben links) wird nicht mehr oberste Priorität eingeräumt. Zunächst sollen die Privateigentümer zum Zug kommen.  Die neu aufgestellte Liste bringt ab 2016 zudem die Umgestaltung der Kirchgasse ins Spiel.
Für die Sanierung des Zentrums gibt es einen neuen Kurs: Dem Erwerb und der Sanierung des ehemaligen Gubi-Gebäudes in der Marktstraße (im Bild oben links) wird nicht mehr oberste Priorität eingeräumt. Zunächst sollen die Privateigentümer zum Zug kommen. Die neu aufgestellte Liste bringt ab 2016 zudem die Umgestaltung der Kirchgasse ins Spiel. © Foto: Geyer-Luftbild
Giengen / Marc Hosinner 22.11.2013
Kurswechsel fürs Zentrum: Im neuen Sanierungsgebiet Stadtmitte wird jetzt privaten Vorhaben eine höhere Priorität eingeräumt. Die Verwaltung stellt eigene Pläne hintenan, was auch der finanziellen Situation geschuldet ist.

„Das Sanierungsgebiet wird gut angenommen“, erklärte Stadtplaner Günther Ingold in der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend. Erste Vorhaben seien gar schon umgesetzt. „Aufgrund der unerwartet starken Nachfrage der privaten Grundeigentümer, aber auch aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen schlägt die Verwaltung vor, die Prioritäten zu ändern“, so Ingold.

Bislang wurde dem Kauf und der Sanierung der Gebäude Marktstraße 18 bis 20 (ehemaliger Gubi) höchste Bedeutung beigemessen. Geplant ist, dort neben dem Rathaus einen zentralen Verwaltungssitz zu errichten.

Auf der Prioritätenliste an zweiter Stelle stand bislang die Sanierung und Neugestaltung der Marktstraße. Erst danach sollte die Modernisierung privater Gebäude – mit Vorrang denkmalgeschützter Häuser und historischer Bauten – mit Nachdruck angegangen werden.

Auch weil die Stadt derzeit finanziell nicht in der Lage ist, große Projekte zu stemmen, kommt es nun zu einer Abkehr der bisherigen Rangfolge der Realisierung.

Insbesondere auch für das nächste Haushaltsjahr soll die private Modernisierung Vorrang haben – auch um die Eigentümer nicht durch lange Wartezeiten zu verärgern.

Ab 2015 sollen dann die Sanierung der Marktstraße und deren Umfeld sowie die Neugestaltung des Rathausplatzes angegangen werden.

In der neuen Auflistung zur Priorisierung geht es nun im nächsten Schritt um den Erwerb und die Sanierung des Gebäudes Kirchgasse 6. Diesem Vorhaben soll ab 2016 Bedeutung zukommen. Dabei könnte auch ein Vorschlag aus einer Arbeitsgruppe zum Verkehrskonzept eine Rolle spielen: Für die „Neue Mitte“ wurde an der Kirchgasse der Neubau eines Frequenzbringers gefordert, in dem mehrere Einrichtungen untergebracht werden sollten. Hinsichtlich der Neuordnung der Verwaltungsstellen will man sich im Rathaus jetzt doch noch nicht festlegen. Der Erwerb des Gubi-Gebäudes rückt nun zunächst einmal ans Ende der Prioritäten-Rangliste. Denkbar sei, ab 2016 auch ein anderes städtisches Gebäude zu sanieren.

„Es ist sehr positiv zu sehen, dass das Sanierungsgebiet von privater Seite so gut angenommen wird. Daher sei er auch dafür, dass private Maßnahmen nun Vorrang eingeräumt wird. Wenn wir jetzt städtische Vorhaben hinten anstellen, verbauen wir uns nichts“, so der Fraktionsvorsitzende des CDU-Wählerblocks, Rudolf Boemer. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Gaby Streicher meinte, dass die Änderung die Zustimmung ihrer Fraktion bekomme. „Es ist wichtig, dass wir uns in Bezug auf Standorte für die Verwaltung oder auch eines Frequenzbringers keine Lösungen verbauen“, so Streicher. Als „sehr schön“ befand Rubens Link, Fraktionsvorsitzender von Unabhängige/Grüne, dass das private Interesse so hoch ist. Auch seitens seiner Fraktion gab es Zustimmung zum Vorgehen.

„Wir sind jetzt am Beginn des Sanierungsprogramms. Jetzt wollen wir das mit Schwung angehen“, sagte Oberbürgermeister Gerrit Elser abschließend.

Info Das Sanierungsgebiet soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Vom Land fließen Zuschüsse in Höhe von 1,226 Millionen Euro, der städtische Anteil der Finanzierung liegt bei etwa 817 000 Euro.