Bilanz Volksbank Brenztal: Gute Zahlen trotz Zinstief

Kann auch das vergangene Geschäftsjahr 2015 mit guten Zahlen abschließen: die Volksbank Brenztal, hier mit ihrer Zentrale in der Marktstraße.
Kann auch das vergangene Geschäftsjahr 2015 mit guten Zahlen abschließen: die Volksbank Brenztal, hier mit ihrer Zentrale in der Marktstraße. © Foto: Foto: Dieter Reichl
Giengen / Dieter Reichl 04.07.2016
Das Ergebnis des Jahres 2015 und die Verabschiedung von Vorstand Hans Honold prägten die Vertreterversammlung der Volksbank Brenztal.

Im ersten Jahr nach der Fusion von Raiffeisenbank Heidenheimer Alb und Volksbank Brenztal habe man, so Vorstandsvorsitzender Hans Honold in seinem letzten Geschäftsbericht, die „Hausaufgaben erledigt“ und sei „auf dem besten Weg zu einer harmonischen Bankenehe.“

Honold belegte dies mit Zahlen des vergangenen Geschäftsjahrs: die Volksbank Brenztal war auch 2015 mit einem Ausbau von Marktanteilen weiter auf Wachstumskurs. Die Bilanzsumme hat demnach mit einem Plus von 4,3 Prozent auf 622 Millionen Euro die Erwartungen übertroffen. Auch das Kundengesamtvolumen ging nach oben: ein Zuwachs von 5,7 Prozent auf über 1,3 Milliarden Euro wurde verzeichnet. Auch die Ertragszahlen, so Honold, liegen über den Planwerten.

Der Bank gehörten zum Jahresende 2015 insgesamt 15 351 Mitglieder an, 518 waren neu hinzu gekommen.

Vor allem das Kreditgeschäft lag über den Planwerten: ein Zuwachs von 6,1 Prozent auf 466 Millionen Euro wurde verzeichnet, ein über dem Durchschnitt aller genossenschaftlichen Banken in Baden-Württemberg liegender Wert. „Eine Kreditklemme spüren unsere Kunden sicher nicht“, so Honold. Der deutliche Zuwachs resultiert schwerpunktmäßig aus Krediten an Privatpersonen im Wohnungsbau und der Altbausanierung. Hier erhöhten sich die Ausleihungen um 18,5 Millionen Euro auf 304 Millionen Euro. Gesteigert wurde auch das Kreditgeschäft mit Unternehmen, die Ausleihungen beliefen sich zum Jahresende auf 190 Millionen Euro.

Wachstum verzeichnete auch das von einem starken Wettbewerb geprägte Einlagengeschäft: mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 477 Millionen Euro konnte abgeschlossen werden. Aufgrund der niedrigen Zinsen, so Honold, meiden Anleger langfristige Geldanlagen und bevorzugen liquide Formen. Was die Gewinn- und Verlustrechnung betrifft, waren durch den Niedrigzins rückläufige Zinserträge bei den Kundendarlehen wie auch den festverzinslichen Wertpapieranlagen zu verzeichnen. Sie reduzierten sich um 1,1 Millionen Euro. Gleichzeitig reduzierten sich die Zinsaufwendungen auf rund drei Millionen Euro. Unterm Strich steht im Vergleich zum Verbandsdurchschnitt ein überdurchschnittliches Betriebsergebnis in Höhe von 6,4 Millionen Euro oder 1,03 Prozent der Bilanzsumme. Unter Berücksichtigung der vorgesehenen Gewinnzuweisung in Höhe von rund 664 000 Euro zu den Rücklagen beträgt das Eigenkapital der Bank 43,4 Millionen Euro, was einer Steigerung um 6,4 Prozent entspricht. „Die Vermögenslage unserer Bank ist geordnet“, so Honold. Ausgeschüttet wird eine Dividende von 5 Prozent.

Honold blickt bereits voraus: auch 2016 werde man voraussichtlich ein dynamisches Kreditgeschäft haben. Im Einlagengeschäft werde eine leichte Steigerung erwartet. Bei der Ertragshöhe werde mit einem Jahresüberschuss leicht unter Vorjahrshöhe gerechnet.

Honold ging auch auf die generelle Entwicklung der Finanzwelt ein. Natürlich konnte der Brexit nicht unerwähnt bleiben, den er als herben Rückschlag für die künftige Entwicklung der Europäischen Union wertete.

Honold erinnerte an das eben erst gefeierte Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen seiner Bank und an die Prinzipien der genossenschaftlichen Banken, mit Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken seien Sturm gelaufen gegen die Brüsseler Pläne zu einem einheitlichen Europäischen Sicherungssystem für Banken in Schieflage. Denn die Volks- und Raiffeisenbanken würden über ein hervorragendes eigens Sicherungssystem verfügen. Auch gebe die Geldpolitik der europäischen Zentralbank mit ihrer Niedrigzinspolitik Anlass zur Sorge. Dies schwäche die Banken in ihrer Gläubigerposition, aber auch Millionen von Sparern, „die nach und nach um Teile ihres Ersparten gebracht werden.“ Auch die überbordende Regulatorik beklagte Honold nicht zum ersten Mal: Wegen der zehntausenden von Daten, die an die Aufsichtsbehörden gemeldet werden müssen vor allem Mitglieder kleinerer Banken fast mehr Zeit für Regulierungsauflagen aufbringen als für die Beratung der Kunden.

Nicht nur um Zahlen ging es bei der gestrigen Vertreterversammlung: zum 1. Juli nahm das neue Vorstandsmitglied Jochen Wahl seine Tätigkeit auf. Hans Honold, der noch bis Jahresende der Bank angehört, wurde verabschiedet. (Bericht folgt.)

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