Giengen / rei Köflach, Pré St. Gervais, Zeulenroda und bald San Michele – die zukünftige und die aktuellen Partnerstädte Giengens finden sich vereint in einer neuen Ausstellung im Stadtmuseum.

Zuerst kam Köflach, dann Pré St. Gervais, gefolgt von Zeulenroda, und in diesem Jahr wird es San Michele de Ganzaria sein: Giengen wird dann vier Partnerstädte in Österreich, Frankreich, Thüringen und Italien haben. Alle vier finden sich mit reizvollen Exponaten versammelt in einer Ausstellung im Stadtmuseum in Hürben, die jetzt eröffnet wurde. Bei so viel Inhalt war es auch kein Wunder, dass bei diesem Termin das Obergeschoss des Hürbener Rathauses fast aus allen Nähten platzte.

In seinem Grußwort sagte Oberbürgermeister Dieter Henle, dass sich Kultur nicht nur in bedeutenden Kunstwerken, sondern viel häufiger in Alltagsdingen zeige: in Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen, in Kleidung und Schmuck. Besonders reizvoll für ihn sei, dass die Ausstellung die Kulturen verschiedener Regionen einender gegenüberstelle. In der Gesamtschau lasse sich auf besondere Weise sehen und spüren, wo die Unterschiede liegen.

Neue Partnerstadt als Auslöser

Auslöser für die Ausstellung war laut Henle die Entwicklung im vergangenen Jahr, als sich aus langjährigen Verbindungen eine neue Partnerschaft mit San Michele di Ganzaria entwickelte. „Damit haben wir in Giengen nun vier Partnerstädte, die sich in höchst unterschiedlichen Kulturlandschaften befinden.“

Unter den Exponaten finden sich Museumsbestände und Stücke von Privatleuten, Kunstwerke, Glaswaren, Textilien, Aufkleber und Werbeartikel, Fotos und Zeitungsausschnitte, und sogar eine „Principessa“, eine sizilianische Puppe im Brokatkleid.

24 Minuten Film

Je Partnerstadt gibt es eine Vitrine, dazu eine gemeinsame. In einem Video hat Ausstellungsmacher Ulrich Stark Teile der Imagefilme aller fünf Städte zusammengeschnitten, 24 Minuten lang, ohne Ton, dafür mit vielen bildlichen Eindrücken.

Der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Alexander Usler, erläuterte ergänzend, dass sich die Ausstellung auch deswegen anbot, weil in den kommenden drei Jahren drei Partnerschaftsjubiläen anstehen. Usler verwies darauf, dass neben Verwaltung, Vereinen und Kirchen nicht zuletzt Privatpersonen viel für die Städtepartnerschaften leisteten. Für Köflach nannte er hierbei aktuell die Personengruppe um Helga Reiser, für Pré St. Gervais Altstadtrat Rudolf Boemer, für Zeulenroda Altstadtrat Jürgen Fischer und für San Michele di Ganzaria als Vermittler und Mittelsmann Luigi Geraci.

Transporter aus Sizilien

Usler erwähnte, dass die Schaustücke aus San Michele eigens von Sizilien mit einem Transporter nach Hürben geschafft wurden, und dass sich die Ausstellungsmacher darum bemühten, jede Partnerstadt bei der Anzahl der Exponate gleich zu behandeln. Verschiedenes hob der Museumsleiter hervor: etwa einen Stammtischplatzhalter Giengen-Köflach, die Wappen-Wimpel, die im Space-Shuttle 1993 in der Erdumlaufbahn schwebten, eine DDR-Fahne aus Zeulenroda aus dem Jahr der Wende sowie eine Erinnerung an Bürgermeister Walter Schmid, der 1970 als erster Ausländer die dortige Ehrenbürgerschaft erhielt.

Usler sagte, dass das kleine Stadtmuseum nur räumlich begrenzte Sonderausstellungen zulasse. Dennoch bedeute deren Vorbereitung einen erheblichen, über Monate andauernden Aufwand. Nicht unerwähnt ließ Usler zudem die Hürbener Landfrauen mit ihrer Vorsitzenden Karin Häußler, die auch bei dieser Ausstellungseröffnung mit kulinarischen Leckereien die Veranstaltung aufs angenehmste abrundeten.

Geöffnet ist die Ausstellung bis 1. November an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.