Giengen Hitzewelle: Giengen verbraucht viel Wasser

Wasser, ob zum Trinken oder Abkühlen, wird in Giengen wegen der Hitze vermehrt gebraucht.
Wasser, ob zum Trinken oder Abkühlen, wird in Giengen wegen der Hitze vermehrt gebraucht. © Foto: stock.adobe.com/Romolo Tavani
Giengen / Nadine Rau 05.08.2018
Wegen der hohen Temperaturen trinken die Bürger viel und kühlen sich oft ab. Die Stadtwerke liefern daher mehr als im vergangenen Jahr um diese Zeit.

Der Rekord schlechthin ist noch nicht erreicht: 2006 verzeichneten die Giengener Stadtwerke, die für die Wasserversorgung zuständig sind, am 19. Juli stolze 6750 verbrauchte Kubikmeter Wasser. Wer sich nicht erinnern kann: Der Sommer 2006 wurde vom Hitzemonat Juli bestimmt, der bis heute als der wärmste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in der Statistik geführt wird.

Der Juli im laufenden Jahr reiht sich in dieser Liste auf Platz fünf ein – mit einem Durchschnittswert von knapp über 20 Grad. Das spüren auch die Stadtwerke, die das Wasser für ganz Giengen aus sechs eigenen Tiefbrunnen, die abwechselnd betrieben werden, beziehen. Der Rest wird vom Zweckverband Landeswasserversorgung für die beiden Teilorte Burgberg und Hürben bezogen.

Höchstwert am letzten Julitag

Am letzten Julitag, dem 31., maßen die Stadtwerke jetzt den Jahresrekord mit einem Wasserbedarf von 6250 Kubikmetern. Zur besseren Vorstellung: 6000 Kubikmeter entsprechen etwa 50 000 Badewannen.

Zum einen liegt das daran, dass die Bürger mehr trinken, duschen oder sich vielleicht einen Pool in den Garten stellen. Zum anderen liegt das aber auch am Bergbad, das das Wasser ebenfalls von den Stadtwerken aus dem nahe gelegenen Tiefbrunnen Bernau bezieht.

Im Freibad gilt die Faustregel: Pro Gast 30 Liter frisches Wasser. Laut Umweltbundesamt verbraucht eine Person schon ohne Freibad 120 Liter pro Tag.

20 Prozent mehr als 2017

Bei so viel Wasser verwundert es nicht, dass im Juli 2018 20 Prozent mehr Wasser als im Juli des Vorjahres geliefert werden mussten. Und beim Juli hört es nicht auf: Die vergangenen drei Monate lagen alle 20 Prozent über dem Verbrauch von 2017. Eine Tendenz, die sich schon länger abzeichnet: Auf das gesamte Jahr gesehen ist auch der Verbrauch 2017 im Vergleich zu 2016 schon angestiegen.

Die gute Nachricht lautet: Ganz egal, wie viel Wasser die Bürger brauchen – die Stadtwerke können die hohen Mengen liefern und die Qualität auch gleichbleibend hoch halten. Das versichert Bernd Olschewski, Pressesprecher der Stadtwerke und Geschäftsführer der Einhorn Energie.

Giengen ist da keine Ausnahme, in ganz Baden-Württemberg und selbst bundesweit wird das Trinkwasser auch bei solchen Sommern nicht ausgehen. Das Landesgesundheitsamt gibt an, dass die Verbraucher ihr Wasser zu 75 Prozent aus Grundwasser und zu 25 Prozent aus Oberflächenwasservorkommen beziehen. Weil es im Winter viel geregnet hat, sind massig Vorräte vorhanden. In Baden-Württemberg ist die Trinkwasserversorgung eine Struktur, die fest in kommunaler Hand ist, vier Fernwasserversorger decken zusätzlich den Bedarf.

Komplexe Infrastruktur

Die Infrastruktur der Trinkwasserversorgung in Giengen ist dem aktuellen Geschäftsbericht der Stadtwerke zufolge komplex und aufwendig. Wegen der topographischen Unterschiede ist in der Kernstadt ein anderer Druck im Wasserrohrnetz erforderlich als in höheren Lagen, etwa der Südstadt.

Qualität ist gut

Früher war der Wasserturm dafür da, die höher gelegenen Gebiete zu versorgen, 2011 wurde er aber stillgelegt. Das jetzige Versorgungssystem, bestehend aus Hochbehältern, Pumpwerken und Netzleitungen, ist an die topographischen Schwierigkeiten angepasst.

Mehrmals jährlich bestätigen chemische Analysen, so heißt es im Bericht, höchste Qualität des Trinkwassers.

Die Wasserversorgung der Stadtwerke

Die Stadtwerke beliefern die Haushalte mit Quellwasser in Trinkqualität, das keine Aufbereitung benötigt.

1,3 Millionen Kubikmeter Wasser liefern sie jährlich über ein Versorgungsnetz aus Leitungen, die insgesamt 225 Kilometer lang sind.

In 5124 Haushalten kommt das Wasser der Stadtwerke aus dem Hahn, außerdem wird das Bergbad beliefert.

Aus der Brenz kommt das Wasser mittlerweile nicht mehr. Früher wurde es mit Hilfe einer Schicht von Steinen und Sand gefiltert. Mittlerweile kommt das Quellwasser vom Westhang der Irpfel. nr

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