Giengen Verkehrsübungsplatz in abgespeckter Version

Der Schotterparkplatz bei der Schwagehalle eignet sich für den Neubau einer mobilen Verkehrsschulungsanlage für Grundschüler. Wenn nicht geübt wird, kann er für andere Zwecke, zum Beispiel als Parkplatz. genutzt werden.
Der Schotterparkplatz bei der Schwagehalle eignet sich für den Neubau einer mobilen Verkehrsschulungsanlage für Grundschüler. Wenn nicht geübt wird, kann er für andere Zwecke, zum Beispiel als Parkplatz. genutzt werden. © Foto: Christian Thumm
Giengen / Von Dieter Reichl 22.06.2018
Bei der Schwagehalle wird für Schüler ein neuer mobiler Verkehrsschulungsplatz gebaut. Am Donnerstag entscheidet der Gemeinderat über die Variante und damit über die Kosten.

Die Schulstadt Giengen will für ihre Schüler einen eigenen Verkehrsübungsplatz, um diese in der Sicherheit im Straßenverkehr zu schulen. Daran hat sich seit Beginn der Diskussion über Übungsplätze im Landkreis im Jahr 2016 nichts geändert. Favorisiert war ein stationärer Platz, wie es einen in den Seewiesen in Heidenheim gibt, also einer, der umzäunt und abgesperrt ist, auf auf dem Dinge wie Verkehrsschilder oder Ampeln stets stehen bleiben. Die Pendelfahrten mit den Schülern nach Heidenheim will man vermeiden. Als geeigneter örtlicher Standort wurde der Schotterplatz bei der Schwagehalle angesehen. Weil sich dieser zunächst als stationärer Übungsplatz mit teuren 350 000 Euro im Haushaltsplanentwurf wiederfand, wollte der Gemeinderat diesem nicht ohne weiterführende Diskussion so zustimmen und stellte den Posten vorläufig unter Sperrvermerk.

Keine stationäre Anlage

Von der Vorstellung eines stationären Platzes ist man abgekommen, nach einer Besichtigung des Schwageplatzes mit der Polizei vor wenigen Wochen wurde festgehalten, dass dort die Einrichtung einer mobilen Anlage denkbar wäre. Das heißt, der Platz wird nicht umzäunt, Schilder und ähnliches werden nach Beendigung des Unterrichts wieder entfernt, lediglich die Fahrbahnen werden asphaltiert. Findet kein Unterricht statt, kann der Platz anderweitig – für Veranstaltungen oder als Parkfläche – genutzt werden.

Eigentlich gibt es drei Verkehrsübungsplätze in Giengen – in Burgberg, an der Bühlschule und an der Bergschule. Diese allerdings entsprechen nicht mehr den Vorgaben der neuen Verwaltungsvorschrift Radfahrausbildung. Zwar pocht die Polizei dabei nicht auf jedes Detail, aber schwer wiegt, dass sich die Plätze auf Schulhöfen befinden. Es wird nämlich gefordert, dass die Übungsplätze frei von störenden Einflüssen sein sollen, um den didaktischen Ablauf des Unterrichts nicht zu unterbrechen. Schulhöfe also sind nicht geeignet.

Der Schwageparkplatz ist geeignet für einen mobilen Platz, und so wurden im Technischen Ausschuss zuletzt die denkbaren drei Varianten für diesen 57 auf 58 Meter großen Übungsplatz diskutiert: diese reichen von einer Vollasphaltierung für 190 000 Euro, von einer Asphaltierung nur der Fahrbahnen, aber in einer Qualität, die eine Überfahrung auch mit Lkw erlaubt (120 000 Euro), oder Asphaltierung der Fahrbahnen in einer einfachen, acht Zentimeter starken Deckschicht, die nur für das Befahren mit Pkw geeignet ist (93 000 Euro). Die Verwaltung sprach sich für die günstige Variante aus. Um zu verhindern, dass auch Lkw über die Übungsfahrbahnen rollen, würde der Bereich mit Pollern abgetrennt.

Im Ausschuss war man sich einig, dass Giengen einen Übungsplatz haben sollte. „Einer Stadt mit so vielen Grundschulen steht das gut an“, sagte etwa Gaby Streicher (SPD). Mit einer mobilen Anlage könne er sich anfreunden, sagte Rubens Links (Unabhängige/Grüne), da auch eine alternative Nutzung möglich ist. Allerdings gab es Befürworter für jede der drei Varianten. Wegen einfacherer Reinigung und Pflege der Fahrbahnen sowie besserer alternativer Nutzungen waren einige für eine komplette Asphaltierung, aufgrund der geringeren Kosten, und um nicht die gesamte Fläche versiegeln zu müssen, gab es Stimmen dagegen. Heute entscheidet darüber der Gemeinderat.

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