Giengen / Dieter Reichl Nachdem die wichtigsten und dringlichsten Sanierungsarbeiten erledigt sind, richtet sich die Interessengemeinschaft jetzt in Sachen Kultur und Tourismus neu aus.

Der Winter scheint im Wesentlichen vorüber, auch die Kaltenburg erwacht aus ihrem Winterschlaf. Ablesbar ist dies daran, dass Helfer seitens der Interessengemeinschaft Kaltenburg bereits ihren ersten Arbeitseinsatz hatten. Nachdem einige große Bäume entfernt wurden, die für das Mauerwerk der Anlage eine Bedrohung darstellten, wurde Ende Februar das Astwerk beseitigt.

Von den zurückliegenden umfänglichen Bauarbeiten an der Burg ist nichts mehr zu sehen. Die Anlage ist unterdessen öffentlich zugänglich und befreit von Gerüsten und Baumaschinen. Immer wieder kommen Spaziergänger und auch Mountainbiker für eine Pause oder eine Besichtigung vorbei.

Sichtlich stabil wirken Ostmauer, der Eingangs-Torbogen mit dem angrenzenden ehemaligen Wohngebäude wie auch die westliche Schildmauer. Kein Vergleich zu der Zeit vor Beginn der Arbeiten. Der weit über eine Million Euro teuren Sicherung dieser einsturzgefährdeten Bestandteile des Mauerwerks galt vier Jahre lang das Hauptaugenmerk der Interessengemeinschaft. Rund 75 Prozent der wichtigen Sanierungsmaßnahmen sind laut Interessengemeinschaft abgeschlossen.

Fenster für den Turm

Dennoch stehen für die kommenden Monate weitere Arbeiten auf der Burg an. Der Platz im Innenhof soll gerichtet werden, das bereits angelegte Atrium wird um eine weitere Reihe Quadersteine ergänzt, der Grill soll saniert und im Südturm sollen bis Mitte des Jahres neue Fenster eingesetzt werden. Insgesamt ist der Einbau von zwölf Fenstern vorgesehen. Abzüglich von europäischen Fördermitteln hat der Verein hierfür aus eigener Kasse Kosten von rund 12 000 Euro zu tragen. Rund 60 Prozent dieses Betrags, so ist im aktuellen Info-Blatt der IG aufgeführt, sind durch Spenden gesichert. Die IG hofft, dass auch der Rest durch Patenschaften oder Spenden finanziert werden kann. Mit den neuen Fenstern wäre der Turm in einen gebrauchsfähigen Zustand versetzt.

Die Interessengemeinschaft Kaltenburg ist längst nicht alle Sorgen los, was den Erhalt der ramponierten Burganlage bei Hürben betrifft. Mit der Sanierung der stark schadhaften Ostmauer wurde ein erster und entscheidender Schritt getan.

Nachdem aber erstmals tatsächlich nicht mehr akute Sanierungsarbeiten sämtliche Energien der IG benötigen, wird über eine Neuausrichtung der Vereinsarbeit nachgedacht.

Diese Überlegungen gehen in Richtung Kultur und Tourismus. Nicht zuletzt wurde in der Vereinssatzung von 2014 festgelegt, dass zu Zweck und Zielen des Vereins nicht nur die bautechnische Sanierung, sondern auch die bauliche Erforschung der Burgruine, die Vertiefung ihrer heimatkundlichen Historie sowie Erhalt und Pflege ihrer baulichen und kulturellen Geschichte gehören.

Geplant sind neben Burgenführungen weitere kulturelle und touristisch angelegte Veranstaltungen auf dem Gelände der Burg. Was machbar sein kann, darüber soll nun in einem Vorstandsworkshop beraten werden. Danach sollen die Mitglieder – unterdessen sind es über 260 – eingebunden werden.

Klar ist bereits, dass ab dem kommenden 7. April die Burgführungen starten werden. Diese werden jeweils am ersten Sonntag eines Monats stattfinden und sollen rund eine Stunde dauern. Hierfür soll die bestehende Gruppe an Burgenführern verstärkt werden. Nicht zuletzt soll durch die Führungen ein kleiner Beitrag für die anstehenden Sanierungsarbeiten erwirtschaftet werden.

Bildergalerie Kaltenburg: Fortschritt der Sanierungsarbeiten