Giengen Überraschung beim Empfang: Sizilianer wollen Städtepartnerschaft

Giengen / Silja Kummer 23.07.2018
Beim Empfang der ausländischen Delegationen beim Giengener Stadtfest waren nach langen Jahren auch wieder Gäste aus San Michele di Ganzaria dabei. Diese bekundeten starkes Interesse an einer offiziellen Städtepartnerschaft.

Der offizielle Teil des 40. Giengener Stadtfestes war ein Empfang der Delegationen aus anderen Städten, der am Samstagvormittag im Rathaus stattfand. Oberbürgermeister Dieter Henle begrüßte aus den Partnerstädten Pré St. Gervais Edgar Aberle und aus Köflach Bürgermeister Heimo Fink. Aus der befreundeten Stadt Zeulenroda-Triebes in Thüringen war neben dem neugewählten Bürgermeister Nils Hammerschmidt auch Amtsvorgänger Dieter Weinlich angereist.

Vielleicht der Vater einer Städtepartnerschaft: Luigi Geraci aus Giengen.
Vielleicht der Vater einer Städtepartnerschaft: Luigi Geraci aus Giengen. © Foto: Silja Kummer

Auf die Initiative des seit 40 Jahren in Giengen lebenden Sizilianers Luigi Geraci geht der Besuch einer Delegation aus San Michele di Ganzaria zurück. Aus dem Ort in Sizilien stammen sehr viele der in Giengen lebenden Italiener. Der Bürgermeister Gianluca Petta bekundete bei dem Treffen den Wunsch nach einer offiziellen Städtepartnerschaft: „Wir wollen diese Partnerschaft offiziell machen mit allen Formalitäten, die dazu notwendig sind.“

OB Henle betonte die „vielen und starken Brücken, die schon lange nach Köflach, Pré und Zeulenroda bestehen.“ Hinter den vielen Verwandtschaftsbeziehungen von Menschen in Giengen und San Michele und der dadurch entstandenen Verbundenheit sehe er eine Riesenchance, so der OB. „Vielleicht wird aus dem Trio der Partnerstädte einmal ein Quartett und wir dürfen dann die warme Sonne Siziliens genießen“, schwärmte Henle. Er warb für Städtepartnerschaften als kommunale Außenpolitik: „Wo Freundschaft und Nähe zwischenmenschliche Beziehungen in Europa prägen, haben Populisten es deutlich schwerer.“

Städtepartnerschaften seien dazu da, Grenzen einzureißen, sagte Edgar Aberle. Pré St. Gervais würde die Krone der Partnerstadt mit der weitesten Anreise gerne an die Sizilianer abgeben, meinte er. Auch Heimo Fink betonte, dass man über die Beziehungen zwischen den Städten Freunde finden und Europa näher kennenlernen könnte.

Über den Fortgang der Annäherung mit San Michele sagte OB Henle, dass zunächst eine offizielle Delegation nach Sizilien reisen werde, möglicherweise zu einem regionalen Spezialitätenmarkt am 11. November. Danach müsse der Gemeinderat über eine weitere Städtepartnerschaft entscheiden.

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