Giengen / Dieter Reichl  Uhr
Die Volksbank Brenztal verbucht für 2018 ein positives Betriebsergebnis, das allerdings unter dem des Vorjahrs liegt. Schuld ist die andauernde Niedrigzinsphase.

Die andauernde Niedrigzinsphase trübt das Betriebsergebnis, bei der Vertreterversammlung am Montagabend im Bürgerhaus Schranne konnten die Vorstandsmitglieder der Volksbank Brenztal, Jürgen Edel und Jochen Wahl, bei Geschäftsvolumen und Ergebnis dennoch solide Zahlen vorlegen.

Niedrigzins belastet

Im Pressegespräch zuvor sprachen beide von einem im Kern ruhigen Geschäftsjahr, geprägt von der nunmehr seit Jahren andauernden Niedrigzinsphase, die auf der einen Seite die Sparer mit ihren Sparbüchern belastet, auf der anderen aber auch das Betriebsergebnis der Bank trübt.

Dass sich an der Situation, die in der Nachfolge der Finanzkrise vor gut zehn Jahren entstand, in absehbarer Zeit etwas ändert, das glauben die beiden nicht. Nichts deute darauf hin. Dennoch: Die Kundeneinlagen erhöhen sich, auch das einfache Sparkonto, für das so gut wie gar keine Zinsen mehr anfallen, habe alles andere als ausgedient. Wer aktuell Erträge auf seine Ersparnisse erwirtschaften möchte, der komme an Aktien nicht vorbei, in welcher Anlageform auch immer. Aber – Zurückhaltung sei bei diesem Thema zu spüren.

Die Volksbank Brenztal sieht sich nach wie vor als Regionalbank, wirtschaftlich verbunden vor allem mit dem Mittelstand. Dort sei aktuell die Stimmung recht gut, beobachten die Vorstandsmitglieder.

Mehr Service und Beratung

Themenschwerpunkte für die Bank im laufenden Jahr sind die Steigerung der Beratungs- und Servicequalität, wo neben der nach wie vor gefragten persönlichen Beratung die Digitalisierung immer mehr an Bedeutung gewinne. Zwar bleibe die Filiale nach wie vor der „Hauptkanal“ in Sachen Beratung und Dienstleistung, dennoch habe man mit dem vergangenes Jahr eingerichteten telefonischen Beratungs- und Servicecenter mit Sitz in Dettingen gute Erfahrungen gemacht. Es werde gut angenommen und soll weiter ausgebaut werden.

In Syrgenstein wird ein neues Bankgebäude errichtet und spätestens im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen. Das seither genutzte entspricht nicht länger modernen Anforderungen.

Höhere Geschäftsanteile

Die Volksbank Brenztal wird auch auf die steigenden Eigenkapitalanforderungen reagieren: demnächst will man den Mitgliedern und Kunden eine Erhöhung der Geschäftsanteile anbieten. Bislang waren dies maximal 750 Euro, künftig werden es bis zu 1500 Euro sein. Die Bank glaubt, mit einer Dividende von aktuell zwei Prozent eine attraktive Anlagemöglichkeit zu schaffen. Mit einigem Stolz vermeldet der Bankvorstand zudem, dass die Ratingagentur Standard & Poors das Rating der Volksbank Brenztal mit „AA-“ bestätigt hat, was eine der höchsten Bonitätseinstufungen von Banken in Europa darstellt.

Zinsüberschuss rückläufig

Die wesentlichen Zahlen zum Abschluss des vergangenen Geschäftstjahrs: Zum 31. Dezember 2018 betrug die Bilanzsumme der Bank rund 728 Millionen Euro und war damit um 37,5 Millionen Euro bzw. 5,4 Prozent gewachsen. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 4,1 Prozent auf 538 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft hat sich um rund 26 Millionen Euro oder 5,1 Prozent auf nunmehr 529 Millionen Euro erhöht. Das gesamte betreute Kundenvolumen konnte auf rund 1,5 Milliarden Euro beziehungsweise um 4,4 Prozent gesteigert werden. Das Betriebsergebnis vor Bewertung und Steuern erreicht mit 0,94 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme einen über dem Durchschnitt des Verbandsgebiets liegenden Wert, er liegt jedoch unter dem des Vorjahrs. Das Betriebsergebnis ist getragen von einem nach wie vor zufriedenstellenden, aber rückläufigen Zinsüberschusses. Auch der Provisionsüberschuss (Kontogebühren und Zahlungsverkehr) ist leicht gestiegen. Aktuell sind 15 497 Mitglieder Teilhaber der Genossenschaft, die Bank beschäftigt mit Auszubildenden und Studenten der Dualen Hochschule 144 Mitarbeiter.