Musik Steffen Kaltschmid gewinnt Preis bei Film-Festival

Hat einen Preis für seine Filmmusik erhalten: der aus Giengen stammende Steffen Kaltschmid.
Hat einen Preis für seine Filmmusik erhalten: der aus Giengen stammende Steffen Kaltschmid. © Foto: Privat
Giengen / Marc Hosinner 17.11.2016
Der aus Giengen stammende Steffen Kaltschmid hat bei einem renommierten Festival einen Preis gewonnen. Derzeit arbeitet er an der Musik für die Komödie „Verliebt in Amsterdam“.

Wenig ist bekannt über die Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Wie ein Keil schiebt sich hier der Arabische Subkontinent unter Eurasien. Zwei Gebirge falten sich auf – der Große und der Kleine Kaukasus. Verschiedene Welten, getrennt nur durch eine tiefe, wüstenhafte Senke.

Die landschaftlichen Gegensätze von Bergwelt, Tiefland und Meeresküste fängt der Film „Wilder Kaukasus – Brücke zwischen den Welten“ ein. Die Dokumentation ist eine Koproduktion, an der unter anderem der NDR, der WDR, die Terra Mater Factual Studios und Channel One Russia mitgewirkt haben. Die Musik dazu hat der bei München lebende Giengener Steffen Kaltschmid beigesteuert.

Und eben jene Töne, die der 42-Jährige speziell für diesen facettenreichen Film entstehen ließ, führten ihn zwar nicht in den Kaukasus, sondern auf die Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst: Dort findet einmal im Jahr das Darßer Naturfilmfestival und die Verleihung des Deutschen Naturfilmpreises statt.

„Ich hatte bereits einige Wochen zuvor erfahren, dass der Film in der Rubrik „Bester Film – Wildnis Natur“ nominiert wurde und zwei Tage vor der Preisverleihung, dass ich den Jury-Preis für „Beste Filmmusik“ erhalten sollte. Kurz entschlossen habe ich mir ein Ticket gekauft und bin Richtung Norden geflogen“, so der Komponist.

Das Urteil der Jury: „Der Film Der Kleine Kaukasus entführt den Zuschauer in eine ferne, unbekannte Region. Die Musik von Steffen Kaltschmid nimmt die Stimmung dieser Landschaft auf, sie schlägt orientalische Klänge an und steigert die Wirkung der vielen neuen Tier-Begegnungen. Eine Adaption von Folklore, die selten, hier aber hervorragend gelingt.“

„Ich bin total happy über den Preis. Das ist schon eine große Ehre. Vor allem, weil das Festival dort eines der drei größten im Land ist“, sagt der Filmkomponist, dessen musikalische Laufbahn an der städtischen Musikschule Giengen begann. Dort erhielt er von 1988 an Unterricht. Dazu gehörte die Ausbildung in den Fächern Schlagzeug, Klavier, Komposition, Arrangement, Harmonielehre und Gehörbildung. In der hauseigenen Small- und Bigband, wie auch in anderen Bands, sammelte er erste Erfahrungen und schrieb seine ersten Arrangements und Kompositionen.

Später legte er an vier Musikhochschulen beziehungsweise Konservatorien die Aufnahmeprüfung ab und wurde an dreien angenommen – die Entscheidung fiel auf das Richard-Strauss-Konservatorium in München (heute „Hochschule für Musik und Theater“). Von 1995 bis 2000 studierte er im Studiengang Jazz im Hauptfach Schlagzeug und im Nebenfach Klavier.

Während des Studiums hatte er bei Filmkomponisten assistiert und sich nach dem Abschluss selbstständig gemacht. „Am Anfang war ich einer unter ganz vielen. Ich hatte keine Ahnung von Verträgen oder Gagen und keine Kontakte zu Produzenten oder Regisseuren“, so der Münchner mit Giengener Wurzeln.

Die Karriere als Filmkomponist schritt jedoch stetig voran. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei der ZDF-Zweiteiler „Die Pilgerin“ ein, dessen Ausstrahlung Anfang 2014 mehr als sechs Millionen Zuschauer in das Mittelalter entführte.

„Ich habe noch nie soviel zu tun gehabt wie dieses Jahr“, sagt der Komponist und Produzent heute. Auch für die kommenden Monate geht ihm die Arbeit keineswegs aus. Kaltschmids Musik wird im TV zu hören sein: Etwa im Kölner Tatort mit dem Titel „Die siebte Zypresse“, der voraussichtlich 2017 in der ARD zu sehen sein wird oder in der Verfilmung von „Bretonische Flut“ und „Bretonischer Stolz“, einer Krimireihe um den Kommissar Dupin. „Die kommenden Aufgaben werden sehr interessant“, sagt Kaltschmid. Derzeit arbeitet er an der Musik für die Culture-Clash-Komödie „Verliebt in Amsterdam.

Fertig gestellt ist dagegen eine Dokumentation mit dem Titel „Wildes Karelien – Land der Braunbären und Singschwäne“ von Regisseur Henry M. Mix, für dessen Musik Kaltschmid bereits vergangenes Jahr beim „Green Screen Naturfilmfestival“ in der Rubrik „Beste Musik“ nominiert war. Zu sehen und zu hören ist das am Sonntag, 27. November, um 15.30 Uhr in der ARD.

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