Nachwuchs St. Martin: Kinder sollen 2017 einziehen

Der Kindergarten St. Martin in der Südstadt bleibt bis zur Fertigstellung des Neubaus in unmittelbarer Nachbarschaft in Betrieb. Spatenstich für den Neubau bei der Bühlschule ist am 9. November.
Der Kindergarten St. Martin in der Südstadt bleibt bis zur Fertigstellung des Neubaus in unmittelbarer Nachbarschaft in Betrieb. Spatenstich für den Neubau bei der Bühlschule ist am 9. November. © Foto: Marc Hosinner
Marc Hosinner 23.10.2015
Es ist eines der großen, wenn nicht sogar das größte Vorhaben, das die Stadt in den kommenden Monaten stemmen wird: Am Montag, 9. November, ist Spatenstich für den neuen Kindergarten St. Martin auf dem Gelände der Bühlschule, und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zur bestehenden Einrichtung.

Nächste Woche wird der Gemeinderat noch die großen Gewerke Rohbau- und Elektroarbeiten vergeben, dann kann es mit dem Neubau des Kindergartens St. Martin in der Südstadt los gehen.

Für die Erneuerung des Kindergartens gab es ursprünglich mehrere Alternativen: Allein auf dem bisherigen Grundstück an der Heilbronner Straße wäre eine Sanierung mit Erweiterung des bestehenden Gebäudes, dessen reduzierte Sanierung sowie ein Abriss mit einem anschließenden ein- oder zweigeschossigen Neubau infrage gekommen. Bei der Ausführung Kommt nun aber eine gänzlich andere Variante zum Zug: Gebaut wird quasi über der Straße, auf dem Gelände der Bühlschule.

Die hat den Vorteil, dass die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus keinerlei Probleme für den laufenden Betrieb des Kindergartens mit sich bringt. Der Betrieb an der Heilbronner Straße wird dann eingestellt, wenn es an der Berliner Straße weiter gehen kann.

Zudem kann dann drei werdende Grundstück anderweitig genutzt werden. Das Kindergarten-Gebäude kann entweder abgerissen werden und die freie Fläche verkauft werden, oder der Kindergarten wird eine neue Nutzung erfahren. Bis man sich städtischerseits darüber Gedanken machen kann, werden allerdings noch einige Monate ins Land ziehen. Die Bauzeit des neuen Gebäudes wird etwa eineinhalb Jahre betragen – mit der Fertigstellung wird im April 2017 gerechnet.

Errichtet werden soll ein zweigeschossiger Bau für vier Gruppen mit einer Nutzfläche von fast 1000 Quadratmetern. Die Außenanlagen haben inklusive Parkplatz und Zufahrt für den Verkehrsübungsplatz eine Fläche von 3400 Quadratmetern. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden unter anderem ein Mehrzweckbereich sowie eine altersgemischte und eine Ü3-Gruppe untergebracht. Im Obergeschoss ist Platz für zwei Ü3-Gruppen, einen Elternbereich und Räume zur gesonderten Nutzung. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für 95 Kinder.

Knapp 3,2 Millionen Euro wird der Bau nach derzeitigem Stand kosten. Der städtische Anteil liegt bei etwa 2,4 Millionen. Aus Stuttgart fließen 720 000 Euro an Zuschüssen und auch der Bund gibt im Rahmen des Kleinkind-Programms Geld. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Technik am Donnerstagabend wurden neun Gewerke mit einer Summe von etwa 800 000 Euro vergeben. Darunter der Auftrag für 1050 Quadratmeter Fußbodenheizung, 670 Meter Trinkwasser-Rohrleitungen oder auch 45 Holztüren und 1700 Quadratmeter Innenputz.

„Ein erster großer Schritt ist damit getan“, so Oberbürgermeister Gerrit Elser. Der Zeitpunkt für die Ausschreibung sei offenbar sehr gut gewesen, bleibe man doch etwas hinter den erwarteten Kosten zurück. „Selten habe ich eine Vergabe mit einer derart hohen Summe gehabt, die fast wortlos über die Bühne gegangen ist“, so das Stadtoberhaupt hinsichtlich der Tatsache, dass es aus dem Gremium heraus keine Wortmeldung zum Tagesordnungspunkt gab.

„Wer A sagt muss eben auch B sagen“, fasst dann Stadträtin Christine Mack (SPD) die Materia mit Beschluss zum Bau einerseits und Vergabe von Arbeiten andererseits doch noch zusammen. „Wir kommen nun mit schnellen Schritten voran“, so der OB, der am kommenden Donnerstag zusammen mit dem Gemeinderat ein weiteres Vergabe-Paket für den Kindergarten-Neubau auf den Weg bringen kann.