Planung St.-Martin-Kindergarten: Warum der Bau im Verzug ist

Seit wenigen Tagen ist die Winterpause für den Neubau des Kindergartens St. Martin bei der Bühlschule beendet und es wird gebaggert. Bodenaustausch und Einbau der Bodenplatte stehen in den kommenden Wochen an.
Seit wenigen Tagen ist die Winterpause für den Neubau des Kindergartens St. Martin bei der Bühlschule beendet und es wird gebaggert. Bodenaustausch und Einbau der Bodenplatte stehen in den kommenden Wochen an. © Foto: Dieter Reichl
Dieter Reichl 10.02.2016
Eigentlich war als Baubeginn für den Kindergarten St. Martin der November vorgesehen. Dann kamen Regen und Schnee dazwischen. Aber jetzt wird seit ein paar Tagen am Bodenaushub gearbeitet, der (noch nicht bedenkliche) Zeitrückstand soll so gut es geht aufgeholt werden.

Der Winter war ja nicht wirklich hart, aber Architekt Uwe Kock kann plausibel erklären, warum eine Unterbrechung auf der Baustelle in Dezember und Januar dennoch sinnvoll war. Vor dem Einbau der Bodenplatte, die das Gebäude dann ja tragen soll, muss ein gleichmäßig stabiler Untergrund geschaffen werden auf dem Gelände östlich der Bühlschule, wo der Kindergarten erstellt wird. Dieser Untergrund ist kein Naturboden, sondern er ist aufgefüllt. Deshalb ist ein Bodenaustausch vorgesehen. Nach dem Aushub sollen dort rund 60 Zentimeter Schotter eingefüllt werden, worauf dann die Bodenplatte betoniert wird.

„Und wir wollten verhindern, dass diese Schotterschicht durch den vielen Regen mit Wasser voll läuft und dann womöglich durchfriert“, was wiederum schlecht fürs Betonieren der Bodenplatte wäre.

Also die Entscheidung, mit diesen Arbeiten zu warten. Jetzt aber, wenn nicht nochmal strenger Frost kommt, sollen die Arbeiten zügig voran schreiten. Mitte vergangener Woche wurde die Baustelle eingerichtet, seither rollen der Bagger und die Lkw. Zunächst sei man noch mit „Maulwurfsarbeiten“ befasst, so Architekt Kock, also mit dem Bodenaushub. Kommende Woche soll laut Plan der Einbau der Entwässerung erfolgen, anschließend der Bodenaustausch, und dann, voraussichtlich gegen Ende des Monats, das Betonieren der Bodenplatte. Danach erfolgt der Hochbau und man sieht, dass der Kindergarten in die Höhe wächst.

Mit konkreten Terminangaben hält sich Kock angesichts der Ungewissheiten des Wetters zurück. Aktuell beträgt die zeitliche Verzögerung rund drei Wochen. Die vor dem Gemeinderat zuletzt genannten sechs Wochen beinhalten einen entsprechenden Puffer für Unvorhergesehenes. Man werde versuchen, den Rückstand aufzuholen, was zur Gänze aber wahrscheinlich nicht gelingen werde, so Kock. Dramatisieren will er die aktuelle Lage allerdings auch nicht: Zu sehr unter zeitlichem Druck sei man bislang nicht, die Kinder seien ja im benachbarten Kindergarten und damit im alten Haus gut untergebracht.

Beim ersten Spatenstich, der am 10. November erfolgt war, hatte Oberbürgermeister Gerrit Elser nochmal an die ersten Überlegungen für diesen neuen Kindergarten St. Martin erinnert. Zunächst war angedacht gewesen, die bestehende Einrichtung an der Heilbronner Straße zu sanieren. Aus unterschiedlichen Gründen habe man jedoch nach Alternativen gesucht. Letztlich hat sich der Gemeinderat im September 2014 für einen Neubau entschieden.

Die Investition umfasst eine Summe von drei Millionen Euro. Die Kosten muss die Kommune aber nicht alleine tragen: 720 000 Euro kommen vom Land, etwa 60 000 Euro schießt der Bund zu. Auch die katholische Kirchengemeinde als Träger will einen Teil beisteuern. Die neue Einrichtung wird in vier Gruppen 95 Kindern Platz bieten und damit größer sein als die bestehende. Gebaut werden zwei behindertengerechte Stockwerke mit einer Nutzfläche von knapp 1000 Quadratmetern. Als Außenfläche stehen 3400 Quadratmeter zur Verfügung.