Strom Solaranlage soll Bürger entlasten

Auf drei Flächen verteilt (rot markiert) soll die Kläranlage Giengen mit einer Photovoltaikanlage versehen werden.
Auf drei Flächen verteilt (rot markiert) soll die Kläranlage Giengen mit einer Photovoltaikanlage versehen werden. © Foto: Foto: Archiv/ Jennifer Räpple
Giengen / Timo Landenberger 14.05.2015
Stromkosten sparen, Gebührenzahler entlasten und dabei ein grünes Zeichen setzen: Auf dem Gelände der Giengener Kläranlage soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Das hat der Ausschuss für Umwelt, Planung und Technik in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Die Kläranlage gehört laut Stadtverwaltung zu den größten Stromverbrauchern in Giengen. Zwar wird über ein eigenes Blockheitskraftwerk – das mittels Klärgas betrieben wird – bereits etwa 40 Prozent der verbrauchten Strommenge selbst produziert. Dennoch soll die Kläranlage noch effizienter, noch klimafreundlicher, noch grüner werden: Eine Photovoltaikanlage soll her.

„So könnten wir den Zukauf von Strom noch weiter reduzieren, damit die Abwassergebühr senken und ein Zeichen im Sinne der Energiewende setzen“, sagte Oberbürgermeister Gerrit Elser bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Technik. Wie diese Ziele erreicht werden können, erklärte dem Gremium Wolfgang Walter, Geschäftsführer des gleichnamigen Planungsbüros aus Ellwangen. So soll der erzeugte Strom nicht ins Netz eingespeist sondern zu 100 Prozent selbst genutzt werden. Eine Kläranlage eigne sich aufgrund des stetigen Strombedarfs hierfür hervorragend.

Zunächst seien für Planung, Material und Montage allerdings Investitionen in Höhe von insgesamt etwa 408 000 Euro notwendig. Für Versicherung, Wartung und Zinsen sei mit laufenden Kosten von gut 7000 Euro jährlich zu rechnen. Hingegen könne die Stadt durch den Betrieb der Anlage nach einem Jahr etwa 23 400 Euro einsparen. Amortisiert hätten sich die Investitionen somit nach knapp 16 Jahren. Nach 25 Jahren stünde den Berechnungen der Firma Walter zufolge ein Überschuss von 239 000 Euro zu Buche.

„Die zugrunde gelegten Zahlen beruhen hauptsächlich auf langjährige Erfahrungswerte. Und auf die Module gibt es 25 Jahre Garantie“, sagte Wolfgang Walter. „Wir haben allerdings einen eher konservativen Ansatz gewählt.“ Soll heißen: „Wir gehen eigentlich von einem besseren Ergebnis aus.“ Vorgesehen sind insgesamt 530 Module, verteilt auf drei Standorte. 84 davon sollen das Dach der Werkstatt schmücken, 26 sollen auf dem Dach des Hebewerks Ried angebracht werden. Für die verbleibenden 420 Module ist eine Installation auf einer Brachfläche südlich der beiden Becken vorgesehen. Um das Gelände aber auch künftig noch als überdachte Lagerfläche nutzen zu können, soll die Anlage auch dort auf einem noch zu errichtenden Dach angebracht werden. Hierfür seien, so Walter, zusätzliche Investitionen in Höhe von 135 000 Euro notwendig.

„In jedem Fall stünde uns das gut zu Gesicht und gäbe eine weiteren Impuls für das Projekt nachhaltige Stadt“, so Elser. Einstimmig beschloss der Ausschuss, die endgültige Planung in Auftrag zu geben.

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