Sanierung Sicherung der Kaltenburg: Westliche Schildmauer droht einzustürzen

Und wieder stehen ein Gerüst sowie ein Baukran auf der Kaltenburg: die westliche Schildmauer ist dringend sanierungsbedürftig. Die IG Kaltenburg hat allerdings erhebliche Finanzierungslücken.
Und wieder stehen ein Gerüst sowie ein Baukran auf der Kaltenburg: die westliche Schildmauer ist dringend sanierungsbedürftig. Die IG Kaltenburg hat allerdings erhebliche Finanzierungslücken. © Foto: Geyer Luftbild
Giengen / Dieter Reichl 30.11.2017
Weil an einem kritischen Mauerbereich akute Einsturzgefahr herrscht, wird vor dem Winter die westliche Schildmauer zumindest gesichert. Für die Sanierung gibt's Finanzierungslücken.

Für die Interessengemeinschaft (IG) Kaltenburg gibt es kein Luftholen: nach der erfolgreichen Sanierung der schwer beschädigten Ostmauer ist der Verein, der sich den Erhalt des alten Gemäuers auf die Fahne geschrieben hat, alles andere als sorgenfrei. Ein weiterer Sanierungsabschnitt müsste dringend erfolgen. Dieser allerdings ist – was nicht verwundert – wiederum sehr teuer, und die finanziellen Mittel des Vereins sind beschränkt.

Konkret geht es um die westliche Schildmauer: diese ist, was bereits in diesem Frühjahr festgestellt wurde, stark geschädigt. Es war erkennbar, dass an dieser Stelle „Gefahr im Verzug“ war. Mit der Folge, dass die Öffentlichkeit diesen Bereich der Burg nicht mehr betreten durfte.

Der Vorstand der IG Kaltenburg hat eine Tragwerksplanung in Auftrag gegeben, um diesen kritischen Mauerbereich, aber auch die Segmente des westlichen Eingangsbereich mit dem markanten Torbogen sowie der Wohnhauswand untersuchen zu lassen.

Ergebnisse finanziell ernüchternd

Die Ergebnisse dieser Untersuchung liegen seit Spätsommer vor und sind, wenn vielleicht auch nicht überraschend, so doch aus finanzieller Sicht ernüchternd: für die drei Bestandteile des zweiten Sanierungsabschnitts werden einschließlich der Planung Kosten in Höhe von 400 000 Euro erwartet. Der Eingangsbereich mit dem Torbogen wird auf rund 97 000 Euro veranschlagt, die Wände des ehemaligen Wohnhauses auf 188 000 Euro, sowie die Schildmauer West auf rund 148 000 Euro. Das größte Problem angesichts dieser Zahlen ist also die Finanzierung der Sanierungsarbeiten.

Die notwendige denkmalschutzrechtliche Genehmigung wurde seitens der Interessengemeinschaft beantragt und liegt zwischenzeitlich auch vor. Gleichzeitig wurde ein Zuschussantrag bei der Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg gestellt. Die IG denkt, dass die förderfähigen Kosten bei lediglich 290 000 Euro liegen werden. Erwartet wird eine Förderung in Höhe von 50 Prozent dieser förderfähigen Kosten. Die IG Kaltenburg muss als Trägerverein also die Differenz zwischen förderfähigen und tatsächlichen Kosten aus eigener Kraft aufbringen. Vorsitzender Clemens Stahl macht es ganz deutlich: „Sollte dies nicht gelingen, wird die Umsetzung der Sanierung in Frage gestellt werden müssen.“

Die Ausschreibung für die Gesamtmaßnahme wurde getätigt, es wurden Teillose für die jeweiligen Sanierungsbereiche gebildet. Die Ergebnisse liegen vor, laut IG war die Firma Wolfsholz günstigster Bieter und wird damit neuer Auftragnehmer der IG Kaltenburg. Ganz neu allerdings auch wieder nicht: dieselbe Firma hat bereits bis Mitte diesen Jahres die Ostmauer saniert. Dass dieselbe Firma zum Zuge kommt, wird vom Verein begrüßt, da die Zusammenarbeit und auch die Qualität der Arbeit laut Clemens Stahl ausgezeichnet war.

Höchste Priorität

Da dem Sanierungsabschnitt Westliche Schildmauer die höchste Priorität eingeräumt wird, müssen laut Stahl vor Wintereinbruch zumindest Sicherungsmaßnahmen erfolgen. Darüber hinaus erfolgt eine bauhistorische Bestandsaufnahme. Erst wenn diese Bestandsaufnahme der Denkmalpflege vorliegt, kann die so genannte Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Freigabe der Vergabe der Sanierungsarbeiten erfolgen. Dies wird in den nächsten Tagen erwartet.

Das Gerüst steht bereits. Der Verein geht davon aus, dass die Sanierungsarbeiten für den Abschnitt Westliche Schildmauer rund sechs Wochen in Anspruch nehmen würden, dies allerdings auch nur bei günstigsten Witterungsbedingungen.

Klar ist für den Verein, dass die Burganlage erst dann wieder frei zugänglich gemacht werden kann, wenn alle drei geschädigten Mauerbereiche saniert worden sind. Vorsitzender Stahl weist mit großer Deutlichkeit darauf hin, dass der Verein Interessengemeinschaft Kaltenburg angesichts des bestehenden Sanierungsaufwands vor großen finanziellen Herausforderungen steht.

Hier kann man mit nur ein paar Klicks über das HZ-Spendenportal „Unsere Hilfe zählt“ für die Kaltenburg spenden:

Förderanträge wurden daher auch an den Landkreis Heidenheim und an die Städte Niederstotzingen und Giengen gerichtet, zudem laufen noch Sponsoringanträge bei der Wüstenrot-Stiftung sowie bei der Zeiss-Stiftung. Clemens Stahl: „Der Kaltenburgverein ist dringend auf Spenden aus der Bevölkerung und der Wirtschaft angewiesen.“

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