Giengen Seniorentag: Infos rund um die städtische Seniorenarbeit

Rund 160 Besucher konnte Christine Mack, Vorsitzende des Giengener Seniorenrats (am Mikrophon), in der Schranne begrüßen. Den musikalischen Auftakt machten die Mittwochsturner mit Gottfried Kocian am Akkordeon (rechts).
Rund 160 Besucher konnte Christine Mack, Vorsitzende des Giengener Seniorenrats (am Mikrophon), in der Schranne begrüßen. Den musikalischen Auftakt machten die Mittwochsturner mit Gottfried Kocian am Akkordeon (rechts). © Foto: Markus Brandhuber
Giengen / Dieter Reichl 10.10.2018
Bereits zum dritten Mal konnten sich interessierte Bürger im Bürgerhaus Schranne über die städtische Seniorenarbeit informieren. Auch die Unterhaltung kam nicht zu kurz.

Wie es um die städtische Seniorenarbeit bestellt ist, welche Angebote es für die älteren Mitbürger gibt und welche Pläne die Stadtverwaltung hat, um auch ihren betagten Bürgern ein angenehmes Lebensumfeld zu bieten, darüber wurde gestern beim dritten Seniorentag in der Schranne ausgiebig informiert.

Nach beschwingtem musikalischen Einstieg durch die Mittwochsturner mit Gottfired Kocian tat dies Christine Mack, die Vorsitzende des Stadtseniorenrats, indem sie die Mitglieder und Helfer aus der städtischen Begegnungsstätte sowie des Seniorenrats-Ausschusses auf die Bühne bat und dem Publikum die „helfenden Hände, Ideengeber und Mitmacher“ vorstellte. Die Begegnungsstätte sorgte auch für die Bewirtung am gestrigen Nachmittag.

Selbstbestimmtes Leben

Ausführlich ging Oberbürgermeister Dieter Henle auf Themen ein, die insbesondere für Senioren interessant sind. Ziel sei, auch für ältere Mitbürger, dass diese ein selbstbestimmtes Dasein bei hoher Lebensqualität führen können. Henle lobte die gute Interessenvertretung durch den Stadtseniorenrat und der Angliederung des Ausschusses an den Gemeinderat. Dessen Mitglieder seien ein wertvolles Bindeglied zwischen den Generationen und ein direkter Draht zur Verwaltung. „Ihre Arbeit ist uns wichtig.“

An aktuellen Angeboten, Vorhaben und Initiativen nannte Henle zunächst den viele Themen streifenden Senioren-Wegweiser, der einen Überblick zu den städtischen Angeboten biete, und mit dem man sich auch kurzfristig einen Überblick verschaffen könne. Überhaupt, so Henle, könne man nicht früh genug damit beginnen, sich zu informieren – ein Fall der Pflegebedürftigkeit können jeden schnell ereilen.

Angesichts einer schwieriger werdeneden ärztlichen Versorgung in der Stadt würden die Planungen hinsichtlich eines medizinischen Versorgunszentrums weitergehen, in dem die angestellten Ärzte sich ihrem Kerngeschäft, sprich ihren Patienten, widmen sollen und das bürokratische Geschäft von einer zu gründenden Gesellschaft erledigt wird. Eine räumliche Lösung hierfür in zentraler Lage werde gesucht, Investoren hierfür hätten Interesse angemeldet. Henle sieht die Giengener Ärzteschaft an seiner Seite. Er hofft, dass die Grundlagen für dieses Projekt bis Mitte kommenden Jahres geklärt seien.

Auf der Agenda stehe auch das altersgerechte Wohnen. Die bevorzugte Wohnform sei sicherlich das eigene Zuhause, mit einem dann folgenden Übergang in andere Wohnformen und Wohnkonzepte. Auch hierfür hätten Träger bzw. Investoren für Giengen Interesse angemeldet. Die Teilorte wolle man bei derlei Fragen nicht aus dem Blick verlieren.

Passende Angebote für die Bedürfnisse älterer Menschen soll es auch geben bei der Frage der Mobilität, etwa mit einem entsprechenden Angebot an Busverbindungen. Zu denken sei dabei an Menschen, die um sich herum keine Angehörigen haben, die für sie Besorgungen machen können. Bei all diesen Themen sei es das Ziel, die Senioren selbst aktiv mit einzubeziehen. Als vorbildliches Beispiel für Unterstützung im Alltag nannte Henle das seit einigen Wochen bestehende Angebot des ökumenischen Diakonie- und Krankenpfegevereins: Begleitdienste, Dienste für Haus und Garten, für Hausarbeit sowie zur Begleitung für Konzerte, zu Ausstellungen oder für einen Spaziergang sind möglich.

Fortschrittliche Seniorenpolitik

Beeindruckt über die Giengener Aktivitäten zeigte sich auch die Vorsitzende des Kreisseniorenrats, Rosmarie Helbich. „Ich staune, was Sie professionell auf die Beine stellen“, sagte sie. Die bestehenden Kooperationen mit Organisationen, Firmen und Sozialeinrichtungen verdienten Anerkennung. Bemerkenswert sei zudem die Unterstützung durch die Stadtverwaltung für eine fortschrittliche Seniorenpolitik. Die Kommunen hätten erkannt, welchen Erfahrungsschatz Senioren einbringen können. Die Gesellschaft benötige ehrenamtlichen, generationenübergreifenden Einsatz. Ihr Appell ans Publikum: „Verlassen Sie die Zuschauerrolle.“

In Form eines Sketches stellten Ulrike Brender-Nothnick und Eugen Hügler die Teilnehmer an den zahlreichen Infoständen vor, bevor nach einer Kaffeepause das Programm Seniorenfitness mit Helga Reiser seitens der TSG vorsah sowie einen Vortrag von Bernd Wieser seitens der Kriminalpolizei. Er sprach unter dem Titel „Sicherheit im Alter, Wissen schützt“ über die Vorgehensweisen, die Betrüger und Diebe im täglichen Leben anwenden, und gab Ratschläge, wie man sich schützen kann.

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