Giengen Giengener Firma Sconvey: Suche nach Investor geht weiter

Es gibt mehrere Interessenten, die in die insolvente Firma Sconvey investieren wollen. Das Bild zeigt die Firma auf der Messe Logimat, wo die Förderanlagen auch digital präsentiert wurden.
Es gibt mehrere Interessenten, die in die insolvente Firma Sconvey investieren wollen. Das Bild zeigt die Firma auf der Messe Logimat, wo die Förderanlagen auch digital präsentiert wurden. © Foto: Patrick Vetter
Giengen / Dieter Reichl 12.07.2018
Seit Ende April ist der Fördertechnik-Hersteller Sconvey zahlungsunfähig. Der Betrieb läuft seither weiter. Es gibt mehrere Kaufinteressenten.

Gut zwei Monate sind vergangenen, seit der Giengener Traditionsbetrieb Sconvey, ehemals bekannt unter dem Namen Steiff-Fördertechnik, für viele überraschend Insolvenz angemeldet hat. Dies war am 27. April der Fall. In der Folge wurde vom Amtsgericht Aalen die Restrukturierungsfirma Pluta zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Pluta ist spezialisiert auf Unternehmenssanierungen, das Büro nahm umgehend mit einem Team von drei Spezialisten vor Ort in Giengen die Bestandsaufnahme auf und führte Gespräche mit den entscheidenden Personen.

Erklärtes Ziel war es, den Betrieb zu sanieren und dem Fördertechnikunternehmen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Der Geschäftsbetrieb mit den zu diesem Zeitpunkt insgesamt 77 Mitarbeitern wurde ab dem Zeitpunkt des Insolvenzantrags vollumfänglich weitergeführt, die Aufträge wurden abgearbeitet und neue auch weiterhin angenommen. Die Gehälter waren zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.

An der grundsätzlichen Zielrichtung der Betriebssanierung hat sich auch gut zwei Monate später nichts geändert, wie eine Anfrage bei der Insolvenzverwaltung ergibt. Bei Sconvey läuft der Geschäftsbetrieb weiter. „Die Kunden halten der Firma die Treue“, sagte ein Sprecher.

Am 1. Juli wurde die Insolvenz eröffnet, zuvor war das Büro Pluta so genannter „vorläufiger Insolvenzverwalter.“ Grund für die Insolvenz ist Zahlungsunfähigkeit. Dass es bei Sconvey zu den finanziellen Problemen und letztlich zum überraschenden Insolvenzantrag gekommen ist, führt Pluta auch darauf zurück, dass in der Vergangenheit einzelne große Aufträge zu eng kalkuliert waren. Dies führte schlussendlich auch zu den Liquiditätsproblemen.

Personalstand gesunken

Unterdessen ist der Personalstand bei Sconvey gesunken. Aktuell sind noch 61 Mitarbeiter in der Giengener Firma tätig. Einige der ursprünglich 77 Mitarbeiter haben die Firma auf eigenen Wunsch verlassen, um sich beruflich neu zu orientieren, einige wenige habe man freigestellt. Diese seien aber nicht gekündigt und hätten auch weiter Anspruch auf Entgeltzahlung.

Investorenprozess läuft

Wie sieht die Zukunft der Firma aus? Unterdessen laufe der Investorenprozess, so der Sprecher von Pluta. Das heißt, der Insolvenzverwalter führt Gespräche mit eventuellen Käufern. Es gebe mehrere Interessenten, und man strebe an, zeitnah einen Käufer für Sconvey zu finden. Wie viele Interessenten es genau sind, darüber wurden zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben gemacht, und auch zum Zeitrahmen, wie lange dieser Prozess andauern könnte, hält man sich bedeckt. Dass es mehrere Interessenten gibt, lässt aber vielleicht darauf schließen, dass es eine Zukunft für den Fördertechnik-Hersteller geben kann.

Diese Hoffnung hegt nicht zuletzt auch die Giengener Verwaltungsspitze. In einer Stellungnahme vor wenigen Wochen ließ Oberbürgermeister Dieter Henle wissen, dass man die Entwicklungen um die Zukunft der traditionsreichen Firma mit der Hoffnung auf den langfristigen Erhalt der Arbeitsplätze aufmerksam verfolge. „Wir wünschen uns, dass alle Beteiligten einen Weg finden, um das Unternehmen ,zurück in die Zukunft€ zu führen“, teilte er mit. „Uns liegt der Erhalt der Firma selbstredend sehr am Herzen.“

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