Giengen / pm Auf der Grünfläche an der Heidenheimer Straße soll ein Haus für Schwalben aufgestellt werden. Initiator ist die Nabu-Gründungsgruppe Giengen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Stadt Giengen fest verankert: Die Bereiche Energie und Umwelt werden als wichtig für die Daseinsvorsorge betrachtet.

Im Bereich Energie wird die Stadt von der EnBW Ostwürttemberg Donau Ries, den Stadtwerken Giengen und der Einhorn-Energie als Projektpartner begleitet. Dabei geht es neben der effizienten Nutzung wertvoller Ressourcen auch um den Umstieg auf erneuerbare Energien sowie die Verringerung des CO2-Ausstoßes sein.

Ein Vorhaben, das ganz im Zeichen der Giengener Ehrenbürgerin Lina Hähnle und der Nachhaltigen Stadt steht, soll in nächster Zeit umgesetzt werden: Im vergangenen Jahr hatte der Naturschutzbund, Gründungsgruppe Giengen, das Rathaus um Unterstützung beim Projekt „Schwalbenhäuser in Giengen“ gebeten.

Dabei soll durch Aufstellen eines Schwalbenhauses eine Brut-Alternative zu den Nestern an den Häusern in Giengen, die in der Bürgerschaft immer mehr an Akzeptanz verlieren würden, geschaffen werden.

Den Bestand sichern

Der Nabu-Gründungsgruppe Giengen gehe es hier in erster Linie darum, etwas für die Mehlschwalben zu tun, damit sich der Bestand lokal stabilisieren und langfristig gesichert werden kann.

„Dieses Projekt ist aus unserer Sicht beispielhaft, wie neue Lebensräume geschaffen werden und ein aktiver Beitrag zum Artenschutz und somit zur biologischen Vielfalt in unserer Stadt geleistet wird. Das ist ein konkreter Beitrag zum Umweltschutz“, so Oberbürgermeister Dieter Henle, als er das Vorhaben im Gemeinderat vorstellte. Der Vogelschutz werde dank des Einsatzes des Nabu „ganz im Sinne von Lina Hähnle“ fortgeführt.

Die Finanzierung und die Ausführung des Projekts liegen beim Nabu. Auch der Unterhalt des Schwalbenhauses werde von der Gruppe übernommen.

Über Umweltfons finanziert

Das Vorhaben soll über einen Umweltfonds (LNV Stiftung, Artenschutz in Städten und Dörfern) und Spenden finanziert werden. Der notwendige Antrag sei bereits bereits gestellt worden.

Die Nabu-Gründungsgruppe Giengen gehe in finanzielle Vorleistung. Die Gesamtkosten des Projektes würden bei 4500 Euro liegen.

Konkret werde die Stadt die notwendige Fläche zu Verfügung stellen. Ebenso seien kleinere unterstützende Arbeiten des Bauhofes, falls erforderlich, vorgesehen.

In Abstimmung mit dem Nabu und unter Abwägung der vorhandenen Kriterien des Standortes soll nun im Frühling auf der großen Grünfläche an der Heidenheimer Straße ein Schwalbenhaus aufgestellt werden. Ebenso werde drum herum eine kleine Blumenwiese angelegt.

In der Nachbarstadt Herbrechtingen hat sich ebenfalls der örtliche Naturschutzbund dem Thema Schwalben angenommen: Dort wurden etwa Hausbesitzer mit einer Plakette ausgezeichnet, die das Brüten der Tiere an ihren Häusern oder Ställen unterstützen.

Bestand der Schwalben geht zurück


Die Mehlschwalbe ist ein Singvogel und zählt zu den bekanntesten Vogelarten in Städten und Dörfern.


Sie brütet vor allem in menschlichen Siedlungen, wobei sie die Nähe von Gewässern bevorzugt. Felskolonien sind selten. Nach der Rückkehr aus ihrem afrikanischen Winterquartier bauen Mehlschwalben ihr Nest aus Ton und Lehm in der Regel an die Außenseite von Gebäuden. Die Ablage der Eier erfolgt meist ab Mitte Mai.


Obwohl die Mehlschwalbe noch immer zu den häufigsten Vögeln Mitteleuropas zählt, hat ihr Bestand in den meisten Ländern doch erhebliche Einbußen erlitten. In Deutschland geht ihre Zahl seit Jahren kontinuierlich zurück und liegt heute zwischen 820 000 und 1,4 Millionen Brutpaaren.


Bestandsrückgänge sind teilweise klimatisch bedingt, könnten jedoch bei ansonsten geeigneten Lebensbedingungen relativ schnell wieder ausgeglichen werden. Der negative Trend ist in den meisten Regionen auf Verluste an Brutmöglichkeiten, ein verringertes Angebot an Insektennahrung und die immer noch anzutreffende mutwillige Zerstörung von Nestern zurückzuführen.