Giengen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Rathaus

Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung (von links): Gerhard Egger (BSH), Peter Hotz (Steiff), Oberbürgermeister Dieter Henle, Youjun Luan und Bernd Geiselmann (beide Ziegler).
Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung (von links): Gerhard Egger (BSH), Peter Hotz (Steiff), Oberbürgermeister Dieter Henle, Youjun Luan und Bernd Geiselmann (beide Ziegler). © Foto: Markus Brandhuber
Giengen / Dieter Reichl 28.06.2018
Die drei größten Unternehmen der Stadt – BSH, Steiff und Ziegler – arbeiten künftig mit der Verwaltung bei der Wirtschaftsförderung zusammen.

Anlass für ein Gläschen Sekt: Gestern wurden im Rathaus Kooperationen zwischen der Stadt und den drei größten Arbeitgebern der Stadt unterzeichnet. Oberbürgermeister Dieter Henle und die Geschäftsführer von Steiff und Ziegler, Peter Hotz und Youjun Luan, sowie Gerhard Egger (Standortleiter BSH) erwarten dadurch eine effektive Wirtschaftsförderung. Ein Bindeglied ist dabei der neue Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter, der von den Firmen zunächst über drei Jahre mitfinanziert wird.

„Keine Einbahnstraße“

Ziel der Kooperation ist es laut OB Henle, den Wohn- und Wirtschaftsstandort Giengen zu stärken. Profitieren soll die Bürger ebenso wie in die Mitarbeiter in den Unternehmen. „Es ist keine Einbahnstraße. Beiderseitig sollen Vorteile spürbar sein.“ Und weitere Firmen können sich beteiligen.

Außer der finanziellen Unterstützung wurden zahlreiche Ziele der Zusammenarbeit genannt: Sie reichen von der Schaffung attraktiver Arbeitsplätze, verbunden mit entsprechenden Wohngebieten und der zugehörigen Infrastruktur, eine aktiven Neuansiedlungspolitik mit attraktiven Gewerbeflächen und spezifischen Anreize etwa für Start-Ups. Des weiteren geht es um „weiche“ Standortfaktoren wie Kinderbetreuungsplätze, Bildung Kultur, das gesellschaftliche Leben.

Die Stadt bietet vergünstigte Bergbadkarten fürs betriebliche Gesundheitswesen, weist neue Mitarbeiter auf das Förderprogramm „Fit for Family“ hin und engagiert sich für den Ausbau und die bessere Anbindung der Brenzbahn. Die Firmen bieten begabten Schülern der Zukunftsakademie Betriebsführungen an und engagieren sich verstärkt bei Berufspraktika und Praktika der Schulprogramme zur Berufsorientierung.

Trotz des guten Drahts ins Rathaus sollen die Unternehmen keinerlei Einfluss auf die Arbeit und die Entscheidungen in der städtischen Wirtschaftsförderung nehmen. Darauf wurde ausdrücklich hingewiesen. „Das war auch dem Gemeinderat wichtig“, sagte OB Henle.

Für das Giengener Kältegerätewerk der BSH sieht Standortleiter Gerhard Egger die Zusammenarbeit als Teil der unternehmerischen und regionalen Verantwortung. Für die Mitarbeiter sei die Förderung ein wichtiges Signal, dass sich die BSH auch künftig zum Standort Giengen bekennt.

Peter Hotz, Geschäftsführer der Steiff Beteiligungsgesellschaft glaubt, dass die Zusammenarbeit starker Partner dafür sorgt, dass Wirtschaftlichkeit und Attraktivität von Stadt und Region gesteigert werden. „Vor allem die Maßnahmen zur Stärkung und Förderung der Jugend werden sich langfristig auszahlen“, sagte er.

Ziegler-Geschäftsführer Youjun Luan entschuldigte sich für sein ungenügendes Deutsch und sagte auf Englisch, man wolle zur Steigerung der Attraktivität der Stadt als Wohnort beitragen und damit den Unternehmen helfen, sowohl die Bindung der Mitarbeiter zu erhöhen wie auch neue Mitarbeiter zu finden. Nicht zuletzt sei ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg von Ziegler deren Know-How und ihr Engagement.

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