Giengen / Annika Sinnl Ob Schwindel oder Schnittverletzungen: Ist ein Schüler krank oder verletzt, können Schulsanitäter Hilfe leisten. Viele Schulen haben einen solchen Dienst, der DRK-Kreisverband will aber noch weitere ins Boot holen.

Wenn sich bei Amelie Gürtzsch das Funkgerät bemerkbar macht, muss es schnell gehen. Schnittverletzungen, Brüche oder Bauchschmerzen: Einer ihrer Mitschüler ist krank oder verletzt. Vielleicht auch mehrere. Die 13-jährige Achtklässlerin weiß noch nicht, welche Form von Hilfe heute von ihr abverlangt wird. Sie muss auf alles gefasst sein.

Doch Amelie ist ausgebildet. Sie ist Schulsanitäterin an der Giengener Robert-Bosch-Realschule. Seit der fünften Klasse ist sie dabei. „Ich helfe gerne. Ich will später Krankenschwester werden“, erklärt sie ihr Engagement.

Neben Amelie gibt es an der Giengener Realschule noch 15 weitere Schulsanitäter, die sich um die Gesundheit und die Versorgung ihrer Mitschüler kümmern. In der Pause, während des Unterrichts, bei Schulausflügen und Veranstaltungen stehen sie zur Verfügung. Bevor der Arzt kommt. Freiwillig. Und ehrenamtlich.

Lehrerin Michaela Klaus ist die Koordinatorin des Schulsanitätsdienstes an der Robert-Bosch-Realschule. Sie hält die Fäden in der Hand. Sie ist selbst seit vielen Jahren im Deutschen Roten Kreuz (DRK) aktiv und hält ihre Schützlinge in Sachen Erste Hilfe auf dem Laufenden. Jeden Montag nach der sechsten Stunde wird geübt. „Es steht immer etwas anderes an, worüber wir sprechen“, lässt die Lehrerin wissen. Unterstützt wird die Schule vom DRK-Kreisverband Heidenheim. Im Rahmen der Kooperation werden unter anderem Lehrer geschult und Materialien bereitgestellt. Ja, das DRK weiß um die Wichtigkeit des Schulsanitätsdienstes, um die schnelle Hilfe vor Ort. Karen Warnecke-Gehrhardt ist Kreisgeschäftsführerin des DRK Heidenheim und sagt: „Der Einsatz dieser jungen Menschen ist unheimlich wertvoll. Seit Winnenden ist der Sanitätsdienst an Schulen, der Selbstschutz, sehr aktuell.“ Nicht nur, dass anderen Schülern geholfen wird, Warnecke-Gehrhardt sieht noch viel mehr Vorteile: „Die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die Schüler lernen, zu helfen. Das ist ein Gewinn für die ganze Gesellschaft.“

Laut Warnecke-Gehrhardt haben noch nicht alle Schulen im Kreisgebiet einen Schulsanitätsdienst. Daran will sie arbeiten: „Es hat zwar die letzten Jahre stetig zugenommen. Doch wir müssen weiter Lehrer und Rektoren gewinnen, die das mit uns umsetzen wollen.“ Klar, denn Helfer kann man nie genug haben.

Und die Praxis bestätigt, dass diese Helfer gebraucht werden. Denn nicht zuletzt Monika Römer-Zimmermann, Schulleiterin der Robert-Bosch-Realschule, weiß: „Es vergeht fast kein Tag, an dem die Schulsanitäter nicht gerufen werden.“