Giengen Sanierung Kaltenburg: „Ein solches Projekt braucht Mut“

Der zweite Bauabschnitt auf der Kaltenburg ist im Gange. Gestern unterschrieb Hans Albrecht (IG Kaltenburg) den Zuwendungsvertrag mit der Denkmalstiftung – rechts deren Geschäftsführer Hermann Vogler, im Hintergrund Giengens OB Dieter Henle.
Der zweite Bauabschnitt auf der Kaltenburg ist im Gange. Gestern unterschrieb Hans Albrecht (IG Kaltenburg) den Zuwendungsvertrag mit der Denkmalstiftung – rechts deren Geschäftsführer Hermann Vogler, im Hintergrund Giengens OB Dieter Henle. © Foto: Dieter Reichl
Giengen / Dieter Reichl 19.06.2018
Für die weitere Sanierung wurden gestern Fördergelder der Denkmalstiftung Baden-Württemberg übergeben. Ein Ausrufezeichen setzt die Verleihung des Bürgerpreises im Herbst.

Belächelt wird die Interessengemeinschaft Kaltenburg längst nicht mehr. Dies mag bei der Gründung 2014 angesichts der riesigen Aufgabe, die Kaltenburg zu sanieren, noch der Fall gewesen sein. Gestern in jedm Fall gab's angesichts des bislang Erreichten nur lobende Worte, vom Vorsitzenden der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, Herrmann Vogler, ebenso wie vom geschäftsführer der Toto-Lotto-Regionaldirektion, Frank Ackermann, Oberbürgermeister Dieter henle, Bürgermeister Markus bremer und SPD-Landtagsabgeordnetem Andreas Stoch.

Zur Übergabe und Unterzeichnung des Zuwendungsvertrags über 100 000 Euro an Sanierungsmitteln wurde gestern auf der Burg eine kleine Feierstunde abgehalten.

Das Lob für die IG Kaltenburg kam nicht aus heiterem Himmel. Unterdessen nämlich ist die schwer beschädigte Ostmauer saniert, der zweite Bauabschnitt mit Sicherung der westlichen Schildmauer, des ehemaligen Wohngebäudes und des Torbogens in vollem Gang. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird am Jahresende 2018 rund eine Million Euro in die Sanierung der Burg geflossen sein.

Diese Zahl zeigt nachdrücklich, dass derlei Sanierungsarbeiten mit einer breit aufgestellten Finanzierung stehen und fallen. Spenden aus privater wie öffentlicher Hand, in erster Linie auch die Förderung der Denkmalstiftung trugen dazu bei.

Das Ziel ist klar: Man wolle die Burg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen und sie auch für verschiedene Veranstaltungen von Hochzeiten über Kochevents bis zu Ausstellungen nutzen, sagte Hans Albrecht, stellvertretender Vorsitzender der IG Kaltenburg. Hierzu werde auch in Eigenleistung ein Atrium angelegt, später soll auch der Burghof hergerichtet werden. Man wolle die Burg, auch die Türme „mit Leben erfüllen“.

Dies wird seitens der Denkmalstiftung Baden-Württemberg ausdrücklich begrüßt. „Ein Denkmal ohne Sinn und Inhalt ist kein richtiges Denkmal“, sagte deren Geschäftsführer Hermann Vogler. Nicht jede Bürgerinitiative wie die IG Kaltenburg habe so viel Schwung.

Lob für Mut und Risiko

Er lobte den Mut und das Risiko, dass die IG mit ihrer Mammutaufgabe der Burgsanierung eingegangen sei. Ähnlich äußerten sich Lotto-Regionaldirektor Frank Ackermann – aus der Lotterie Glücksspirale stammen die Mittel –, sowie SPD-Landtagsabgeordneter Andreas Stoch, der gestern als 251. Mitglied der IG Kaltenburg beitrat. Es brauche „Mut, ja Wagemut“, um ein solches Projekt in Angriff zu nehmen, sagte er. Mit der Sanierung gelinge es, ein Stück Heimatgeschichte und damit heimatliche Wurzeln zu pflegen und zu erhalten. Über das Vorhaben, „ein Stück Kulturgeschichte in die Zukunft zu tragen“ freuten sich auch Giengens OB Dieter Henle und Niederstotzingens Bürgermeister Markus Bremer. Die Kaltenburg reihe sich perfekt ein in die Perlenkette der regionalen Attraktionen – vom Höhlenhaus über die Burgberger Mahlmühle bis zum Archäopark.

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