Giengen Radwegenetz: Verbesserung nicht überall möglich

In der Langen Straße findet der Radfahrer einen eigens markierten Streifen auf der Fahrbahn vor, insgesamt gibt es einige Wünsche zur Verbesserung der Situation bei den Radwegen.
In der Langen Straße findet der Radfahrer einen eigens markierten Streifen auf der Fahrbahn vor, insgesamt gibt es einige Wünsche zur Verbesserung der Situation bei den Radwegen. © Foto: Dieter Reichl
Giengen / Dieter Reichl 07.11.2018
Auf der Basis einer Untersuchung von 2009 der damaligen Agendagruppe wurde dem Gemeinderat das vorhandene Wegenetz der Stadt mit den bestehenden Mängeln vorgestellt.

Grundsätzlich waren sich alle einig: Das Radfahren in der Stadt sollte gefördert und die Bedürfnisse der Radler gehört werden. Denn, wie es Stadtrat Wilhelm Oszfolk formulierte: Radeln fördert die Gesundheit, es sorgt zudem für weniger Lärm und Abgase. Oberbürgermeister Dieter Henle sagte, Radfahren passe auch zum Leitbild der nachhaltigen Stadt.

Höchste Priorität in der Kommunalpolitik hatten die Giengener Radwege in den vergangenen Jahren allerdings nicht, was auch daran abzulesen war, dass im Sitzungssaal als Grundlage für die Unterrichtung eine Untersuchung der nicht mehr aktiven Agendagrupppe Fahr Rad diente, die bereits aus dem Jahr 2009 stammt und die in vielen Punkten noch aktuell ist.

Aufgeführt wurden Mängel sowohl für den Radtouristen, der zwischen den Gemeinden auf den Radwanderwegen unterwegs ist, wie für den Alltagsradler in der Stadt.

Eine Erkenntnis für die Verwaltung war, dass ein separat geführtes Radwegenetz für die gesamte Stadt nicht möglich ist: die Straßen sind zu beengt, dazu kommen Einwände der übergeordneten Baulastträger der Landesstraßen und schwierige Grundstücksverhältnisse. Historisch hat man in Giengen mehr Wert gelegt auf den Ausbau der fußläufigen Erreichbarkeit der Innenstadt und der Wohngebiete. Das vorhandene Straßen- und Fußwegenetz für Radfahrer zu ergänzen, sei nicht immer möglich. Somit sind zahlreiche Gefahrenpunkte und Wünsche längst bekannt.

Ein paar Beispiele: Die komplizierte und lückenhafte Führung des Brenztalradwegs zwischen Herbrechtinger Straße und Margarete-Steiff-Straße etwa ist nach wie vor dieselbe. Die Einrichtung eines Radfahr-Schutzstreifen (Kosten: 35 000 Euro) wird laut Verwaltung geprüft.

Im Detail schwierig

Wünschenswert war für die Agendagruppe ein Radweg entlang der Ulmer Straße. Für einen separaten Radweg fehlt allerdings der Platz, ein Radfahr-Schutzstreifen (Kosten: 25 000 Euro) wird geprüft.

Einem beidseitigen Schutzstreifen entlang der Hossenriedstraße stehen die dortigen Pkw-Parkplätze entgegen. Für beidseitige Schutzstreifen ist die Straße nicht breit genug, auch müsste dann das Parken auf einer Seite aufgegeben werden. Dies wiederum würde die eh schon schwierige Parksituation bei der BSH verschärfen.

Gefahrenpunkte sieht die Untersuchung vor allem für Schüler in der Querung der Beethovenstraße und im Bereich des Bahnübergangs in Richtung Hermaringen. Letzteres Problem sieht man erst im Zuge der Beseitigung des schienengleichen Bahnübergangs für lösbar. Allerdings gibt es auch Fortschritte: Genannt wurde der Radweg in Richtung Oggenhauser Keller entlang der Landesstraße. Er ist gebaut und die Querung durch ein Verlängern des Tempo-70-Bereichs unterdessen entschärft. Verbesserungen im Kleinen waren jetzt richtig liegende Schachtdeckel, abgesenkte Bordsteine sowie die Freigabe aller Einbahnstraßen (bis auf die Goethestraße) für die Radfahrt in Gegenrichtung. Auch wurden die Radwege im Bereich von Straßeneinmündungen rot markiert.

OB Henle ergänzte, dass im Rahmen des Sanierungsgebiets Sundgaustraße geprüft werde, ob eine Rad-Fußweg-Verbindung wieder reaktiviert werden könnte, die mit dem Abbruch der Brücke zwischen BSH und Bahnhofstraße weggefallen ist.

Im Gremium des Gemeinderats ist es begrüßt worden, dass auch ohne konkrete Beschlussfassungen das Radwegethema jetzt aufgegriffen wurde. Damit sei die Arbeit der aufgelösten Agendagruppe wieder im Bewusstsein, sagte Stadträtin Christine Mack. Überhaupt sei sie der Ansicht, dass der Sachverstand von Bürgern, die sich auskennen, mitgenommen werden müsse. „Davon profitieren alle.“

Wilhelm Oszfolk sagte, um Verbesserungen realisieren zu können, sollte man versuchen, vorhandene Förderprogramm anzuzapfen.

Zwei überregionale Radwanderwege

Zwei überregionale Radwege führen durch Giengen: der Brenztalweg sowie der Hohenzollern-Ostalb-Weg. Unabhängig davon sind örtliche und regionale Radwege auf dem Gebiet der Stadt ausgewiesen.

Der Radwegeplan des Landkreises weist das touristische Netz und das Alltagsnetz des Landkreises aus. Dort ist für den Alltagsverkehr auch die Verbindung von Giengen nach Heidenheim über den Oggenhauser Keller ausgenommen.

Vom Land erarbeitet wurde das so genannte „Radnetz“ Baden-Württemberg, und auch beschildert. Dies ist gedacht für Alltagsradler und betrifft nur Hauptverbindungen entlang von Entwicklungsachsen. In Giengen ist nur die Verbindung von Herbrechtingen entlang der Brenz über Giengen nach Hermaringen enthalten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel