Giengen Pläne fürs Mörtelwerk bleiben in der Schublade

Giengen / Marc Hosinner 14.04.2018
Die Firma Fassa Bortolo baut vorerst nicht. Dafür schreitet der Bau des Hotels voran, und ein Sanitär-Großhändler steht in den Startlöchern.

Die Pläne des italienischen Unternehmens Fassa Bortolo, im Industriepark auf gut 30000 Quadratmetern ein Trockenmörtelwerk samt Lager und Verwaltung hinzustellen, landen zwar nicht im Papierkorb, kommen aber zunächst auch nicht zur Ausführung. Das Vorhaben wird vielmehr in der Schublade geparkt.

„Das Unternehmen ist nicht gänzlich draußen, aber auch nicht richtig drin“, sagt Thomas Diem, kaufmännischer Geschäftsführer des Zweckverbandes der Städte Giengen und Herbrechtingen. Der Grund: Das Unternehmen habe seine Zielsetzungen geändert und hat die Investition in Höhe von etwa 20 Millionen Euro hinten angestellt. Bis zu 50 Arbeitsplätze wären dadurch entstanden. Einen kompletten Rückzieher habe die Firma jedoch noch nicht gemacht, weshalb man den Italienern eine Option auf das Gelände einräumt – bis Ende 2020.

Lage gab den Ausschlag

Bis dahin soll das Lager des Sanitär-Großhandels Pfeiffer und Mey mit Sitz in Karlsruhe in Betrieb sein. In den vergangenen Wochen wurde für das Vorhaben des badischen Traditionsunternehmens massenhaft Erde auf dem Bühlfeld bewegt – zur Trassierung des bis dahin abschüssigen Geländes. „Diese umfangreichen Arbeiten nehmen wir in Kauf. Man muss das ja nur einmal aus dem Weg räumen“, sagt Ulf Steinhart, Vorstandsmitglied des auf Bäder, Heizung, Installation und Fliesen spezialisierten Großhändlers, der vornehmlich im süddeutschen Raum operiert. Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts sei die Lage gewesen – Pfeiffer und Mey hat Niederlassungen in Neu-Ulm und Aalen und war auf der Suche nach einer Fläche „in der Mitte“.

Im Industriepark soll ein Logistikzentrum in zwei Abschnitten entstehen – mit einem Zentrallager, einer Kranhalle und Büro. Für den ersten Abschnitt wurde die Bodenplatte gelegt, im Januar 2019 soll der Bau fertig gestellt sein. Gelagert werden dort bis zu 20000 Artikel, die zur Abholung für Handwerksbetriebe bereit gestellt werden. Nach Aussage von Steinhart würden im Bühlfeld zunächst zwischen 40 und 45 Arbeitsplätze geschaffen.

Zimmerbuchung möglich

In nicht mehr allzu ferner Zukunft liegt die Eröffnung des ebenfalls im Bühlfeld – zwischen Post und Musterhaus gelegenen Hotels, für das schon Zimmer gebucht werden können. Die WMM Hotel Betriebs GmbH (Mindelheim) hatte dafür ein 2851 Quadratmeter großes Grundstück östlich der B19 erworben. Es handelt sich dabei um ein modernes Designhotel ohne Rezeptionsbetrieb. Der Kunde bucht bei diesem Modell sein Zimmer online und erhält dann per SMS einen Zahlencode zugesandt, mit dem sich die Tür öffnen lässt. Zumindest aus der Luft ist schon jetzt erkennbar, wie groß die einzelnen Zimmer ausfallen.

Erweiterung: Pläne sollen mit dem Regionalverband abgeklärt werden

Mit dem Bau des Mörtelwerks wäre der Industriepark an der Autobahn so gut wie voll gewesen. Hätte das italienische Unternehmen die Pläne jetzt schon realisiert, statt sie zunächst einmal auf die lange Bank zu schieben, wären nur noch kleine Flächen im Gebiet der Städte Giengen und Herbrechtingen frei gewesen.

Für den kaufmännischen Geschäftsführer des Zweckverbands, Thomas Diem, ist das zunächst aufgeschobene Vorhaben der Italiener im Sinne der geplanten Erweiterung „ein kleiner Rückschritt“. An den grundsätzlichen Überlegung, weitere Flächen auszuweisen, um Gewerbe die Ansiedlung zu ermöglichen, wird das aber nichts ändern.

20 Jahre, nachdem Giengen und Herbrechtingen 1998 eine „Ehe“ eingingen, und das Bühlfeld sowie die Ziegelei mit einbrachten, stehen die Planung und der Erwerb weiterer Grundstücke auf der Agenda. Der nächste Schritt auf diesem Weg ist, so Diem, die Abstimmung des Erweiterungswunsches mit dem Regionalverband. Dieser muss angehört werden.