Giengen / Marc Hosinner Beim Dialog in Hohenmemmingen kamen mehr Interessierte als 2018. Oberbürgermeister Dieter Henle spannte dabei einen breiten thematischen Bogen, der von Zuschüssen bis zum Spielplatz reichte.

Das Interesse an kommunalen Themen ist ungebrochen groß – zumindest lässt sich das in Hohenmemmingen feststellen: Beim Bürger-Dialog im Rössle waren 110 Interessierte anwesend – und damit deutlich mehr als bei der Premiere im vergangenen Jahr, als etwa 80 Bürger gezählt worden waren.

„Gemeinsam mit den Bürgern will ich die Stadt und die Teilorte weiter entwickeln“, so der Oberbürgermeister zur Intention der Reihe, bei der das Stadtoberhaupt einmal im Jahr in jedem Teilort Rede und Antwort steht.

Henle bedankte sich in Hohenmemmingen für die Anregungen, die ihm 2018 mit auf den Weg gegeben wurden. „Im Nachgang konnten wir vieles erledigen. Nicht alles, aber wir können zumindest erklären, warum wir es nicht dürfen oder konnten“, so der OB, der im Rückblick unter anderem auf die Themen Verkehrsbelastung, Bauen, Digitalisierung, Grundschule oder Raumnutzung im Alten Rathaus einging.

Mit Blick auf das aktuelle Geschehen berichtete der Rathauschef über die Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, von dem auch Hohenmemmingen jüngst profitiert hatte durch Finanzspritzen für den Bau eines Einfamilienhauses oder den Abriss eines Schuppens. Verbunden waren seine Ausführungen mit dem Hinweis, das für Interessierte das Hauptamt im Rathaus der richtige Ansprechpartner sei.

Wie Henle erklärte, habe die Stadt Fördermittel beantragt, damit sich ein sogenannter Flächenmanager intensiv um die Aktivierung von bestehenden Baulücken und eine Nachverdichtung im Siedlungsbestand auch in Hohenmemmingen kümmern könne.

Ein Thema war zudem die Ortsumfahrung, die nach wie vor eingefordert werde. Angesprochen wurde darüber hinaus die Sanierung in der Staufener Straße, in der die Stadtwerke jetzt mit dem Bau beginnen und die Straßensanierung Mitte Juli starten soll. Der zweite Bauabschnitt soll ab 2021 erfolgen. Im Zuge der Sanierung sollen auch die Lichtmasten erneuert werden.

Für die Erschließung des Fleckens „nördlich der Stipsstraße“ wird mit einem Baubeginn ab Herbst gerechnet, das Bauende soll im Sommer des nächsten Jahres liegen.

Wer sich für die Stelle des Hausmeisters in Hohenmemmingen interessiert, könne sich demnächst bewerben: die Stelle werde zeitnah ausgeschrieben.

Anregungen aus der Bürgerschaft

Nicht nur der Oberbürgermeister führte an diesem Abend das Wort. Wie schon im Vorjahr bei den Veranstaltungen sollten ausdrücklich auch diesmal Bürger ihre Anliegen äußern: Die Hohenmemminger beschäftigt beispielsweise die Eiche an der Staufener Straße beim Treppenaufgang zum Baugebiet. Diese sollte zurechtgeschnitten werden, so der Wunsch. Dem werde entsprochen, versicherte Henle.

Eine weitere Anregung hatte zum Inhalt, die Spielplätze einzuzäunen. „Meiner Meinung nach können wir das nicht mitgehen. Die Spielplätze sollen öffentlich den Familien und Kindern zugänglich sein“, so Henle. Geprüft werden soll, die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Fleckenstraße auch auf dem Straßenbelag zu markieren.

Angeregt wurde außerdem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 vom Kreisel an der Landesgrenze bis Hohenmemmingen, die Sanierung der defekten Mauer an der Südostseite des Friedhofs und die Instandsetzung von Feldwegen.

Die Diskussion beschränkte sich aber nicht nur auf Hohenmemminger Belange. Die Verwaltung gab auch Auskunft über die Innenstadtbelebung, das Medizinische Versorgungszentrum oder die Vorgehensweise bei der Realisierung der Stadtrandstraße. Fast zwei Stunden dauerte der Dialog, der damit aber noch nicht abgeschlossen ist. Die Anregungen des Abends werden jetzt von der Verwaltung bearbeitet. Die Ergebnisse werden dann unter anderem auf der städtischen Homepage veröffentlicht.