Giengen OB in Burgberg: „Stehen zu unseren Teilortschulen“

Klare Aussage des OB: Dieter Henle betont, dass die Grundschule im Ort auf jeden Fall erhalten bleibt.
Klare Aussage des OB: Dieter Henle betont, dass die Grundschule im Ort auf jeden Fall erhalten bleibt. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Giengen / Von Dieter Reichl 08.06.2018
Bei seinem zweiten Termin in den Teilorten ging es in Burgberg um die örtliche Infrastruktur mit Kinderbetreuung und Schule, um den örtlichen Verkehr, ums Bauen und um Digitales.

Deutlicher kann man's nicht sagen: „Wir stehen zu unseren Teilortschulen, und zwar unbefristet“, sagte Oberbürgermeister Dieter Henle im Burgberger Mühlenstadel anlässlich seines zweiten Teilortbesuchs in diesem Jahr, am Mittwoch in Burgberg. So war die Aussage, dass die Dorfschule in Burgberg, aber auch in Hürben auf Dauer erhalten bleiben soll, sicherlich gern gehört. Im gut besuchten Stadel wurde angeregt diskutiert, neben Erziehung und Bildung auch über die Dorfmitte, über Verkehrsangelegenheiten, aber auch generell über Mobilität, über Baugebiete, Digitalisierung, die Naherholungsanlage, über Baustellen und die Seniorenfeier.

Wichtig fürs intakte Dorfleben

Für ein intaktes Dorfleben seien ein Kindergarten und eine Schule ganz wichtig, sagte Henle. Deren dauerhaften Erhalt und nachhaltige Sicherung in Burgberg wie auch Hürben strebe man an. Und wenn ein von der Kinderzahl her etwas dürftiges kommendes Jahr mit fünf Einschulungen und dann 19 Kindern gefolgt werde von 14 Einschulungen, seien die Zahlen auch kein Problem mehr. „Dieses eine Jahr ertragen wir.“ Man habe auch das staatliche Schulamt an der Seite der Stadt. Erst wenn die Kinderzahl unter 16 sinke, sehe sich das Schulamt außer Stande, Lehrer vorzuhalten. Bedauerlich sei allerdings, dass 14 Burgberger Kinder in anderen Orten zur Schule gehen. Sicher gebe es hierfür individuelle Gründe, aber vielleicht lasse sich so etwas auch wieder umdrehen. Eine Arbeitsgruppe soll sich jetzt um schulische Fragen kümmern mit Themen wie Bedarfe, flexible Zeitmodelle, Wenn bei Abfragen hierzu, wie zuletzt, allerdings nur eine Rückmeldung komme, sei auch das zu bedauern.

Verkehr und Mobilität wurde im Stadel umfassend diskutiert. Bei der derzeitigen Baustelle in der Weilerstraße mit den zeitweiligen Vollsperrungen und lästigen Umleitungen haben diese im Prinzip bislang gut geklappt, und er empfahl, die Bauzeit mit „Augen zu und durch“ zu ertragen.

Was weitere Sanierungen im Dorf angeht, konnte er für die Sperberstraße laut Prioritätenliste erst das Jahr 2021 nennen. „Dies früher zu versprechen wäre nicht fair“, sagte er. Weitere Problemstellen im Ort wurden seitens der Zuhörer genannt, in der engen Schulstraße, wo von den Fahrzeugen zum teil auf den Gehweg ausgewichen wird oder der zugeparkten Stettbergstraße, die Rettungsdiensten die schnelle Zufahrt unmöglich machen.

Fehlende Anbindung

Was den öffentlichen Verkehr betrifft, wurden zu schlechte Anbindungen nach Giengen beklagt, vor allem am Wochenende, und dass Busse eingesetzt werden, die älteren Menschen das Einsteigen schwierig machen. Henle verwies auf die aktuelle Abfrage im Projekt Ko-Mobil des Regionalverbands sowie die neuen Takte und Zeiten bei der Ausschreibung des „Linienbündels Süd“, das vielleicht Verbesserungen erhoffen lasse. Aber alles sei mit Kosten verbunden, „es muss genutzt werden und sich tragen“. Auch hier seien alternative Modelle wie ein Rufbus zu bedenken.

Gebaut werden soll in Burgberg auch wieder können. Im Gebiet Mittelfeld/Schlossblick sei der Grundstückserwerb abgeschlossen, ab 2019 sollen 20 Plätze zum Verkauf bereit stehen. Damit soll aber nicht Schluss sein, weitere Erschließungen seien vorgesehen. Eine Zuhörerin wies darauf hin, dass junge Familien aber nur dann im Ort bauen, wenn die Infrastruktur stimme, also zum Beispiel eine passende Kinderbetreuung. Henle stimmte zu, sagte aber auch, dass auch diese nachgefragt sein müsse und man „kreative Lösungen“ suchen müsse, um den Bedürfnissen der Eltern gerecht zu werden.

Bemängelt wurde, dass es im Dorf weder Geldautomat noch eine Poststelle gebe. Henle sagte, dass man im Ort so etwas kurzfristig auch nicht bekommen werde, auch die Unternehmen hätten ihre Vorgaben. Digital gehöre Burgberg, was nicht jedem Anwesenden gefiel, weiterhin dem Anbieter sdt.net, dem auch die Leitungen gehören, die Telekom werde dort nicht aktiv. Auf gutem Weg schließlich sah Henle die Themen Naherholungsanlage sowie die ärztliche Versorgung im Ort. Ebenso die Dorfmitte: bis Frühjahr 2019 soll ein gemeinsam erarbeitetes Konzept vorliegen, dann folge die Frage nach Fördertöpfen und Finanzierung, dann die Umsetzung. Ein Verkauf von Immobilien oder ein Abbruch erfolge vorerst nicht. Wichtig sei ihm eine gemeinsame tragfähige Konzeption. „Wenn alle an einem Strang ziehen, dann haben Sie mich an Ihrer Seite.“

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