Hilfe Neuen Mesnern die Hand reichen

Damit Neu-Mesner wissen, was es zum Beispiel mit den heiligen Ölen auf sich hat – im Bild der Leiter des Mesnerverbands im Dekanat Heidenheim, Peter Werner, in der Heilig-Geist-Kirche – wird unter seiner Regie ein neuer Leitfaden aufgelegt.
Damit Neu-Mesner wissen, was es zum Beispiel mit den heiligen Ölen auf sich hat – im Bild der Leiter des Mesnerverbands im Dekanat Heidenheim, Peter Werner, in der Heilig-Geist-Kirche – wird unter seiner Regie ein neuer Leitfaden aufgelegt. © Foto: Archiv
Dieter Reichl 09.03.2015
Um neuen Mesnern eine berufliche Hilfestellung zu bieten, wird unter Federführung des Giengeners Peter Werner, Dekanatsleiter im Mesnerverband Rottenburg-Stuttgart, der neue Leitfaden "Unser Dienst" erstellt.

„Unser Dienst“ heißt das Heftchen, zu dessen Zusammenstellung eine Art Redaktionskonferenz der Mitarbeiter und Autoren an diesem neuen Leitfaden stattfand. Der Leiter des Mesnerverbands im Dekanat Heidenheim, Peter Werner, hatte hierzu eingeladen.

Mesner: ein Beruf, bei dem es eine hohe Fluktuation, aber keine wirklichen Nachwuchssorgen gibt. „Jede Kirche hat ihren Mesner, aber nicht jede Kirche hat ihren Pfarrer“, sagte einer der Redaktionsmitarbeiter scherzhaft. Rund 50 Mesner treten pro Jahr in der Diözese Rottenburg ihren Dienst neu an. Um sie auf ihre Arbeit vorzubereiten, findet einmal jährlich ein dreitägiger Einführungskurs statt, in der Regel im Begegnungshaus Liebfrauenhöhe in Rottenburg. Dort soll an die kirchlichen Mitarbeiter künftig der neue Leitfaden verteilt werden. So bald wie möglich soll er fertig gestellt werden. Als Autoren fungieren ausschließlich praxiserprobte Mesner.

Die neuen Mesner zeichnen sich laut Peter Werner in der Regel zwar durch starke Motivation und große Loyalität aus – allerdings haben sie oft einen nichtkirchlichen Hintergrund, und sind in liturgischen Fragen unbewandert. Kein Wunder, die Mesnertätigkeit ist vor allen Dingen eine praktische, und so werden Mesner oft ausdrücklich als Hausmeister oder Handwerker gesucht. Deswegen ist es auch nicht zwingend erforderlich, dass sie jede Bibelstelle auswendig zitieren können.

Das zum Beruf des Mesners gehörende Fachwissen müssen sich die kirchlichen Mitarbeiter selbst aneignen: Das Heft „Unser Dienst“ soll dabei eine Hilfestellung bieten. Zwar gibt es dicke Bücher zum Thema Mesnerdienst, aber damit will man die Aspiranten laut Peter Werner auch nicht überfrachten oder überfordern. Somit finden sich in dem nur rund 30 Seiten umfassenden Heft liturgische wie praktische Kernpunkte zu Kirche und Glauben erläutert, von der Kleidung bis zu den heiligen Ölen, von den Feiern im Kirchenjahr bis hin zu Blumenschmuck in der Kirche und Winterdienst.

Wie viele Mesner es in der Diözese gibt, das ist gar nicht genau bekannt. Eine Großzahl davon arbeitet nebenberuflich. Man weiß allerdings, dass es 1039 Gemeinden in der Diözese gibt. Fürs Dekanat Heidenheim hat sich Peter Werner die Mühe gemacht, nachzuzählen: er kommt auf insgesamt 77 Mesner. Der eine oder andere dürfte sicherlich neugierig darauf sein, einen Blick in „Unser Dienst“ zu werfen.