Verkehr Neue Radarfallen in Giengen sollen ab 2019 zu schnelle Fahrer bremsen

Die stationären Radarfallen in Giengen und Hürben funktionieren nicht. OB Henle macht sich für eine Neukonzeption stark.
Die stationären Radarfallen in Giengen und Hürben funktionieren nicht. OB Henle macht sich für eine Neukonzeption stark. © Foto: Archiv
Giengen / Marc Hosinner 07.12.2017
Oberbürgermeister Henle hat neue Messanlagen ins Spiel gebracht. 2018 soll ein Konzept aufgestellt werden, das 2019 umgesetzt werden könnte.

Nicht einsatzbereit: Das umschreibt den Zustand der stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Giengen an der Schwagestraße und an der Ulmer Straße Richtung Stadtmitte. Nur der sogenannte Starenkasten am Ortseingang von Hohenmemmingen ist technisch in einem Zustand, um damit auch Aufnahmen von zu schnellen Fahrern vorzunehmen. Dieser Zustand hält schon eine ganze Weile an.

Diskussionen für die Anschaffung neuer Technik beziehungsweise Geräte gab es, zuletzt wurde 2014 im Gemeinderat über das Thema gesprochen. Damals lehnte es das Gremium mehrheitlich ab, 100 000 Euro für Neuanschaffungen auszugeben.

Ob sich die Meinung im Stadtparlament diesbezüglich geändert hat, wird man bald erfahren – spätestens dann, wenn es Anfang des kommenden Jahres um die Beratungen der städtischen Finanzen für 2018 geht.

Oberbürgermeister Dieter Henle hat die Blitzer bei seiner Rede zum Etat auf die Agenda gesetzt: Das Stadtoberhaupt berichtete dabei von zahlreichen Beschwerden über Lärmbelästigung durch Geschwindigkeitsüberschreitungen.

„Ich meine, dass Geschwindigkeitsmessanlagen der Verkehrssicherheit und dem Lärmschutz dienen. Unsere Anlagen müssen dringend Instand gesetzt beziehungsweise ersetzt werden“, so Henle bei der Einbringung des Haushalts für 2018.

150 000 Euro für Planungen

Im Etat fürs kommende Jahr seien 150 000 Euro eingestellt worden. Konzeptionelle Überlegungen und eine entsprechende Planung sollen nach den Vorstellungen der Verwaltung 2018 erfolgen, Ab 2019 könnte das Konzept in die Praxis umgesetzt werden. Es wird mit Einnahmen von 30 000 Euro pro Jahr gerechnet.

Es müsse überlegt werden, ob die jetzigen Standorte der Messanlagen noch passend seien. „Wir müssen das an neuere Entwicklungen anpassen“, so der Oberbürgermeister.

In Hürben beispielsweise sei die Verkehrsbelastung bei der Installation der Anlage bei der Charlottenhöhle wesentlich geringer gewesen. Gleichzeitig habe sich der Schwerlastverkehr durch den Ort in den vergangenen Jahren erhöht.

Eine neue Konzeption wird seitens der Rathausspitze auch für die stationäre Anlage an der Ulmer Straße gefordert: Die Wohngebiete hätten sich in der Südstadt wesentlich erweitert, zudem sei die Bühlschule zwischenzeitlich Gemeinschaftsschule geworden und es sei eine neue Kindertagesstätte in Betrieb gegangen.

Eine Neubetrachtung sei darüber hinaus für die Messanlage an der Schwagestraße vonnöten. Nach Ansicht Henles sei ein Standort näher am Schulzentrum besser geeignet.

Neben den stationären Anlagen soll es auch Überlegungen hinsichtlich der mobilen Überwachung geben. Die Stadt mietet bislang von einer Fremdfirma die Ausrüstung. An 20 bis 25 Tagen im Jahr wird in Giengen mobil geblitzt.

„Wir sollten überlegen, wie wir bei dem Thema mit anderen Kommunen zusammenarbeiten können“, so Henle, der bei der Haushaltseinbringung auch über Geschwindigkeitsreduzierungen sprach. „Hinsichtlich von Temporeduzierungen in der Ulmer Straße und der Ortsdurchfahrt im Teilort Hohenmemmingen bestehen gute Gespräche mit dem Regierungspräsidium in Stuttgart.“