Giengen Neue Partnerstadt für Giengen auf Sizilien?

Sieht malerisch aus: San Michele di Ganzaria, ein Bergdorf auf Sizilien mit Blick auf den Ätna. Mit der Gemeinde bahnt sich womöglich eine Städtepartnerschaft an.
Sieht malerisch aus: San Michele di Ganzaria, ein Bergdorf auf Sizilien mit Blick auf den Ätna. Mit der Gemeinde bahnt sich womöglich eine Städtepartnerschaft an. © Foto: Stadt Giengen
Giengen / Marc Hosinner 06.08.2018
Ende August reist OB Dieter Henle privat nach San Michele die Ganzaria, im November macht sich eine Delegation auf den Weg nach Sizilien, um Gespräche aufzunehmen.

Zweitausend Kilometer liegen zwischen Giengen und San Michele die Ganzaria. Das ist unbestritten kein kurzer Weg zwischen der ehemals Freien Reichsstadt und dem Bergdorf, das etwa 70 Kilometer südlich von Catania liegt, mit 313 000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der autonomen italienischen Region Sizilien.

San Michele und Giengen: Seit fast sechs Jahrzehnten besteht ein Band zwischen den Gemeinden, geknüpft durch die damals als Gastarbeiter bezeichneten Sizilianer, die einst nach Giengen kamen. Der überwiegende Großteil der Italo-Giengener stammt aus San Michele di Ganzaria. In der Vergangenheit gab es natürlich familiäre Bindungen und einige offizielle Besuche von Delegationen und Schülern. Vor allem der 2017 verstorbene frühere Oberbürgermeister Siegfried Rieg engagierte sich stark für einen Austausch mit San Michele. Er ist Ehrenbürger der Gemeinde.

Jetzt soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden: Ziel ist eine Städtepartnerschaft. „Da könnte was entstehen“, so Oberbürgermeister Dieter Henle, der vom Besuch der sizilianischen Delegation mit Bürgermeister Gianlucca Petta anlässlich des Stadtfestes sehr angetan ist. Fast täglich würden auch jetzt noch Bilder und Grüße über soziale Medien ausgetauscht. „Es war schön zu sehen, wie herzlich und freundlich die Delegation in Giengen aufgenommen wurde. Die Verbindungen sind noch aktiv und es ist viel Herzblut im Spiel“, so das Stadtoberhaupt, das Ende August mit seiner Frau Simone für einen Kurzbesuch nach San Michele reist und damit eine beim Panschertreff ausgesprochene Einladung annimmt.

Spontanes Leben auf Sizilien

Was den Oberbürgermeister und seine Gattin dort erwartet, kann Luigi Geraci beschreiben. Er hatte den Besuch der Sizilianer in Giengen angeregt und fliegt selbst zwei- bis dreimal im Jahr nach San Michele: „Das Leben dort ist einfacher als in Giengen, aber auch spontaner. Was kommt, das kommt.“ Ganz Groß geschrieben werde die Gastfreundschaft. „Wie überall in Süditalien“, so Geraci, der als Dozent im vergangenen Jahr mit einem Volkshochschulkurs San Michele besuchte. „Die Teilnehmer waren von Land, Leuten, Kultur und den geschichtsträchtigen Orten fasziniert“, so Geraci, der sich ungemein freuen würde, wenn es mit der Städtepartnerschaft klappen würde.

„Ich kann den Giengenern wärmstens empfehlen, nach San Michele zu reisen. Die Leute dort freuen sich ungemein, wenn jemand kommt. Einige sind im Ruhestand zurück gekehrt“, so der in Giengen lebende Sizilianer. Sicher wird Oberbürgermeister Henle einen ersten Eindruck gewinnen, wenn er Ende des Monats auf Sizilien weilt.

Im November, zu St. Martin, soll sich dann eine Giengener Delegation auf den Weg machen. „Da sollen dann nicht nur Stadträte dabei sein. Wir wollen dabei ausloten, ob sich eine Partnerschaft in der Breite tragen kann. Es muss eine Basis geben, die über den Gemeinderat hinausragt“, so der Oberbürgermeister.

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