Giengen / ANNIKA SINNL  Uhr
Baubeginn war im Oktober 2012, die Kosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro: Am Samstag wurde die neue Rettungswache in der Schwage eingeweiht.
11,59 Minuten. So lange mussten Giengener bis Oktober 2010 im Schnitt warten, bis der Notarzt eintraf. Heute sind es 4,25 Minuten. Wertvolle Zeit, die Leben retten kann.

Grund dieser Veränderung war die Entscheidung, die Giengener Rettungswache um einen eigenen Notarztstandort zu erweitern und somit einen zweiten Notarztstandort im Kreis Heidenheim einzurichten. Und nach der personellen Aufstockung wurden auch räumliche Veränderungen immer dringlicher. So kam es, dass neben der DRK-Rettungswache in der Schwage ein Neubau entstand. Ein ergänzender Neubau, der neben einer Fahrzeughalle unter anderem Platz für geschlechtergetrennte Sozialräume und ein Medikamentenlager bietet. Baubeginn war im Oktober 2012. Am Samstag wurde er nun offiziell eingeweiht.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Vertreter befreundeter DRK-Bereitschaften, der Feuerwehren, des THW und viele weitere waren vor Ort. Albert Tränkle, Präsident des DRK-Kreisverbands Heidenheim, stellte die neue Rettungswache in Verbindung zu den anderen umliegenden Einrichtungen wie Feuerwehr und Bauhof und sagte: „Wenn das hier kein Rettungszentrum ist, was dann.“ Er betonte: „Die neue Rettungswache ist eine Investition in die Versorgung und Sicherheit der Bürger des Landkreises.“

Garant für die Versorgung der Bürger

Giengens Oberbürgermeister Gerrit Elser brachte für die Stadt neben der verbesserten Versorgung eine weitere Bedeutung ins Spiel: „Dieses Rettungszentrum zeigt, dass Giengen eine wichtige Funktion für den Landkreis übernimmt.“ Auch Kultusminister Andreas Stoch nannte die Investition „gut angelegtes Geld“. Stoch lobte überdies das Ehrenamt und nutzte die Gelegenheit, die Vertreter des DRK und der übrigen Einrichtungen aufzufordern, sich an Schulen einzubringen: „Unsere Kinder müssen lernen, dass Gesellschaft mehr ist, als 'ich' zu sagen.“

Landrat Thomas Reinhardt betonte: „Nach der personellen Verstärkung haben wir jetzt endlich auch die entsprechende Infrastruktur.“ Das neue Zentrum sei ein Garant für die verbesserte Hilfeleistung in Giengen und im Unteren Brenztal.

Zum Konzept des Neubaus bezog Architekt Wolfgang Sanwald Stellung. Er habe versucht, die Balance zu finden, zwischen der Schaffung eines funktionalen Nutzbaus und den gestalterischen und städtebaulichen Ansprüchen. Und dies alles vor dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit.

Hilfsfristen werden erfüllt

DRK-Kreisverbandsarzt Bernhard Konyen – oder der „Vater des Neubaus“, wie ihn Tränkle nannte, wusste die Notwendigkeit des Notarztstandorts mit Zahlen zu untermauern, sei es doch gelungen, die Hilfsfrist-Vorgaben des Landes zu erfüllen, wonach Rettungsdienst und Notärzte in 95 Prozent aller Einsätze innerhalb von 15 Minuten beim Patienten sein müssen. Konyen: „Die Gewinner sind die Bürger, also wir alle. Die Rettungswache wurde für uns gebaut.“

Letztlich sprach auch Eberhard Schwerdtner, Vizepräsident des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, seine Glückwünsche aus. Er sprach von einer „historischen Entscheidung“, in Giengen einen eigenen Notarztstandort eingerichtet zu haben. Er betonte, man müsse den ländlichen Raum ebenso gut versorgen wie Ballunsgzentren.

Land bezuschusst den Bau mit rund 320.000 Euro

Die Segnung des Neubaus übernahmen Pfarrer Joachim Kummer und Vikar Daniel Heller. Natürlich durfte auch eine symbolische Schlüsselübergabe nicht fehlen. Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die Gäste die Möglichkeit, den Neubau zu besichtigen.

Übrigens: Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Sie mussten gegenüber dem Planansatz also um 200.000 Euro nach oben korrigiert werden. Das Land Baden-Württemberg bezuschusst den Bau mit rund 320.000 Euro. Den Rest trägt der DRK-Kreisverband. Die Stadt Giengen hatte das Gelände zur Verfügung gestellt.