Sicherheit Nach Ausschreitungen nun wieder Security im Disco-Bus

Bei den nächsten Nachtfahrten wird der sogenannte Disco-Bus wieder von Sicherheitspersonal begleitet, weil es zuletzt Ausschreitungen gegeben hat.
Bei den nächsten Nachtfahrten wird der sogenannte Disco-Bus wieder von Sicherheitspersonal begleitet, weil es zuletzt Ausschreitungen gegeben hat. © Foto: Archiv
Giengen / Marc Hosinner 12.03.2015
Fast fünf Jahre lang ging's einigermaßen ruhig und gesittet zu auf der Nachtbus-Linie von Heidenheim nach Giengen. Weil es nun aber zu Ausschreitungen im sogenannten Disco-Bus kam, reagiert die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft (HVG) – und setzt wieder Sicherheitspersonal im Bus ein.

Er bringt Nachtschwärmer – im Großteil jüngeren Alters – zu später Stunde auf bequemem Weg nach Hause: Seit knapp 15 Jahren ist der Disco-Bus, die Nacht-Linie der HVG, immer von Freitag auf Samstag unterwegs. Start ist um 0.45 in Heidenheim und über Herbrechtingen geht es nach Giengen, wo um 1.30 Uhr die letzte Haltestelle erreicht ist.

„Der Bus wird immer noch ganz gut angenommen. Wir haben bis zu 50 Fahrgäste auf der nächtlichen Tour. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Wir wollen nicht, dass ein Großteil der Gäste unter dem Verhalten weniger leidet“, sagt Ralf Kuschel, Betriebsleiter der HVG. Das Beförderungsunternehmen hatte gestern angekündigt, ab sofort, also schon in der kommenden Nacht, Sicherheitskräfte im Bus einzusetzen.

Was war geschehen? In den vergangenen Wochen sei es auf der Linie vermehrt zu verbalen Attacken gegen das Fahrpersonal sowie zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen durch zum Teil betrunkene Jugendliche gekommen. „Die Fahrer haben sich wiederholt beschwert, dass sie Ziel von Beschimpfungen geworden seien. Es habe auch regelrechte Sprechchöre gegeben. Das geht einem natürlich nicht nur auf die Nerven, sondern lenkt auch ab. Daher haben wir uns dazu entschieden, schnell einzugreifen und zu handeln“, sagt Kuschel. Um die Sicherheit der Fahrgäste und des eigenen Personals zu gewährleisten, habe die Betriebsleistung der HVG beschlossen, sich in den kommenden Wochen die Unterstützung durch das Personal einer Heidenheimer Firma zu holen.

In der kommenden Nacht würden vier Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens den Bus begleiten. Mit dieser Personalstärke werde dann noch an den zwei folgenden Wochenenden gefahren. Von da an würden noch zwei Security-Mitarbeiter im Bus mitfahren. „Die Begleitung wird bis auf Weiteres durchgeführt“, so der Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft. Die HVG bedauert die Entwicklungen der vergangenen Wochen. „Die Sicherheit in unseren Fahrzeugen hat für uns oberste Priorität. Wir erhoffen uns nun eine Entspannung der Situation“, erklärt Kuschel.

Die Kosten für den Sicherheitsdienst werden von der HVG übernommen, die nun schon zum dritten Mal in der Geschichte des Nachtbusses auf die Dienste der Sicherheitsfirma zurückgreifen muss: Tränengas, Erbrochenes auf den Sitzen, kaputte Flaschen auf dem Boden und asoziale Anmache von weiblichen Fahrgästen und Busfahrern waren 2002, eineinhalb Jahre nach Start der Linie, schon fast an der Tagesordnung. Verursacher damals – im Gegensatz zu der jetzigen Situation – eine Gruppe von jungen Giengenern, die Angst und Schrecken im Bus verbreiteten.

Seinerzeit stand die nächtliche Linie kurz vor dem Aus. Die letzte Fahrt war eigentlich schon terminiert. Nachdem sich der damalige Landrat Dr. Roland Würz eingeschaltet und darauf gepocht hatte, das Angebot aufrecht zu halten, machte sich der Bus weiter auf die Schleife – erstmals in Begleitung von Sicherheitspersonal. Schnell kehrte damals Ruhe in den Bus ein – bis 2010: Damals wurden beispielsweise Sitze aufgeschlitzt. Wieder hatte die HVG nach derlei Vorfällen Security in den Bus geholt. „Diesmal wollten wir nicht lange warten und haben schnell gehandelt“, so Kuschel, der hofft, dass auch der dritte Einsatz des Sicherheitspersonals schnell wieder Ruhe zur Folge hat.

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