Fest MSG feierte 40 Jahre Schulpartnerschaft

Timo Landenberger 12.05.2015
Acht Tage lang war eine Delegation aus Lehrern und Schülern der Schule Notre-Dame-de-Bellegarde zu Gast in Giengen – so wie jedes Jahr. Heuer jedoch stand ein besonderer Abschluss des Austauschs zwischen Neuville und Giengen an: Denn die Partnerschaft besteht seit nunmehr 40 Jahren.

Der Schulhof wurde in ein Festgelände umgewandelt. Schülergruppen führten Filme, Tänze und Theaterstücke auf, die Schulband ergänzte das Programm auf musikalische Art und das bei strahlendem Sonnenschein. Kurzum: Es gab Grund zu feiern am Margarete-Steiff-Gymnasium in Giengen und das lag nicht am Ende der Abiturprüfungen. Seit nunmehr 40 Jahren ist der Austausch mit der Schule Notre-Dame-de-Bellegarde in Neuville bei Lyon fester Bestandteil des Französischunterrichts am MSG. Schüler und Lehrer erfreuen sich gleichermaßen an den regelmäßigen Treffen, Freundschaften wurden geschlossen und das zum Teil bereits in einer Zeit, in der das noch alles andere als selbstverständlich war.

So erinnerte Schulleiter Markus Kuhn in seiner Ansprache an ein weiteres Jubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird: Das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. 30 Jahre später starteten die deutsch-französischen Beziehungen auf Schulebene zwischen Giengen und Neuville. „Und erst weitere zehn Jahre später konnte die Niederlage Deutschlands im Krieg hierzulande als Befreiung bezeichnet werden“, sagte Historiker Kuhn.

„Mit dem Austausch wollen wir unseren Schülern nicht nur einen schönen Urlaub bieten oder ihren Marktwert für das Berufsleben steigern. Wir wollen ihnen vermitteln, dass unsere Nachbarn unsere Freunde sind.“ Denn leider seien Rivalitäten innerhalb Europas nach wie vor sehr aktuell, ergänzte Gilles Maître, Schulleiter der Notre-Dame-de-Bellegarde, in beinahe akzentfreiem Deutsch. Umso wichtiger sei, dass aufgebaute Freundschaften gepflegt werden und das Engagement für friedliches Zusammenleben aufrechterhalten wird. Auch wenn in Frankreich derzeit über eine Kürzung des Deutschunterrichts an den Schulen debattiert werde: „An meiner Schule wird weiterhin Deutsch unterrichtet werden“, so Maître, der eigens für die Feier angereist war.

Ein Standpunkt, über den sich auch Giengens Oberbürgermeister Gerrit Elser freute: „Eine funktionierende Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich ist nach wie vor sehr wichtig. Und das geht nur über die Sprache.“ Und persönliche Freundschaften seien hierbei zwar ein kleiner, aber wichtiger Baustein der Verbindung zwischen den Ländern, die mühsam aufgebaut wurde, ergänzte Laurant Buffard, Stadtrat von Neuville.