Giengen Giengener Gemeinderäte jetzt auch digital

Soll im Giengener Sitzungssaal zur Regel werden: ein Tablet statt Papier auf den Tischen.
Soll im Giengener Sitzungssaal zur Regel werden: ein Tablet statt Papier auf den Tischen. © Foto: Stadt Giengen
Giengen / Nadine Rau 14.02.2019
Im Sitzungssaal soll bis Ende 2019 das Papier abgeschafft werden, seit kurzem wird getestet.

Langjährige Gemeinderäte können ein Liedchen davon singen: Ordner über Ordner, Papier über Papier. Das könnte aber bald Geschichte sein, denn im Sitzungssaal soll bis Ende des Jahres alles nur noch mit Tablets abgewickelt werden. Sehr gut funktioniert das zum Beispiel seit 2017 auch in Heidenheim.

Dort spart die Stadt dadurch jährlich rund 6300 Euro ein, die vorher fürs Papier, für Kopien und für Porto angefallen waren. In einer Testphase hatten im Heidenheimer Rathaus zunächst zwei Gemeinderäte pro Fraktion ein Tablet bekommen, ehe Mitarbeiter aus der Verwaltung hinzukamen. Schließlich waren 55 Tablets im Umlauf.

Sechs Freiwillige beginnen

Auch im Giengener Rathaus steht am Anfang eine Testphase. Die hat vor kurzem begonnen. Ebenso wie in Heidenheim – Giengen hat sich dieses Beispiel als Muster genommen – haben sich pro Fraktion zwei Freiwillige gemeldet, die die Drucksachen ab sofort nur noch digital und nicht mehr gedruckt bekommen. Vorab gab es Infoveranstaltungen zum Umgang mit den neuen Geräten sowie zu der sogenannten „Allris-App“, mit der die Gemeinderäte arbeiten und in der alle Dokumente hinterlegt sein werden.

Mit dem Online-Portal kennen sich die Gemeinderäte schon aus, haben sie schließlich seit mehreren Jahren Zugangsdaten, mit denen sie sich, auch von zu Hause aus, einloggen können. Daher könnte die Pilotphase kurz gehalten werden, denn bis Ende des Jahres, so das erklärte Ziel, soll für die Sitzungen nichts mehr gedruckt werden.

„Das ist wirklich sehr viel Papier“, weiß Anke Eckelt, Mitarbeiterin im Hauptamt, die die von den Fachämtern erstellten Drucksachen bündelt und den Gemeinderäten weiterleitet. „Manche Vorlagen kann ich gar nicht tackern, weil sie so umfangreich sind“, sagt Eckelt. Dr. Erwin Kleemann (Unabhängige/Grüne) regte an: „Wenn es bei den Testpersonen gut läuft, können wir das vielleicht sogar beschleunigen.“

10 000 Euro eingeplant

Für die Umstellung auf den digitalen Gemeinderat sind im Haushalt für 2019 Mittel in Höhe von 10 000 Euro eingestellt. Pro Stadtrat rechnet man mit etwa 400 Euro (Kosten für das Tablet, die Schutzhülle und eventuell eine Tastatur). Nachdem die Tablets für die Testgruppe bereits 2018 gekauft worden sind, bleiben für 2019 noch 24 Beschaffungen. Im Zuge der Umstellung im Gemeinderat soll auch bei den Amtsleitern sowie den Sachgebietsleitern auf Tablets umgestellt werden. Dafür sind rund 4000 Euro eingeplant.

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