Giengen Rudolf Boemer und Rubens Link wurden verabschiedet

Standen immer in engem Austausch (v.l.): Oberbürgermeister Dieter Henle und die jetzt verabschiedeten Stadträte Rudolf Boemer (CDU) und Rubens Link (Unabhängige/Grüne).
Standen immer in engem Austausch (v.l.): Oberbürgermeister Dieter Henle und die jetzt verabschiedeten Stadträte Rudolf Boemer (CDU) und Rubens Link (Unabhängige/Grüne). © Foto: Rudi Weber
Giengen / Nadine Rau 29.07.2018
Bis zum Schluss waren sie mit Herzblut dabei: Rudolf Boemer und Rubens Link wurden in ihrer letzten Gemeinderatssitzung verabschiedet.

„Herr Boemer, in dem Punkt bin ich befangen, Sie müssen die Abstimmung machen“, sagte Oberbürgermeister Dieter Henle zu seinem Stellvertreter Rudolf Boemer. „Auch das noch“, scherzte er – schließlich war es nach 43 Jahren die letzte Gemeinderatssitzung für den 74-Jährigen. Einige Tagesordnungspunkte später wurde der CDU-Stadtrat und Fraktionsvorsitzende verabschiedet – ebenso wie nach 24 Jahren Stadtrat Rubens Link, zuletzt Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen/Grünen.

Zuvor aber brachten sie sich, wie man es seit Jahr und Tag von den Kommunalpolitikern gewohnt ist, in der letzten großen Sitzung vor den Ferien noch einmal richtig ein, plädierten für Kostensenkungen, beantragten eine Auszeit, stellten Fragen und erklärten Sachverhalte. Mit Herzblut gingen sie bis zur letzten Minute in ihrem Amt auf.

Jetzt ist für beide Schluss. „Langweilig wird es mir nicht“, so Boemer, der sich noch in vielen anderen Bereichen engagiert. Schon lange ist er Mitglied im Kirchengemeinderat, 1956 gründete er die Pfadfinder mit, etliche andere Aufgaben, die Henle nicht alle einzeln aufzählen wollte, die aber „drei Seiten füllen“, warten weiter auf ihn.

Langweilig wird es nicht

Auf Link warten erst einmal seine Enkelkinder, außerdem will er „nach sich sehen“. Oberbürgermeister Henle vermutete, dass man den 69-Jährigen jetzt sicher öfter auf dem Green antreffen werde, wo er seinem Hobby, dem Golfspielen, nachgeht.

Henle und Link kennen sich schon lange, der OB sei immer verblüfft gewesen, so sagte er scherzhaft, wie ein Lehrer so unkompliziert und sachorientiert arbeiten könne, obendrein mit einer humorvollen Note. „Das ist doch untypisch“, so Henle. Ebenso untypisch sei es für einen Grünen, sich verstärkt auf Finanzen zu konzentrieren. „Keine Netto-Neuverschuldung“ – so lautete stets der Appell des Stadtrats.

„Es fällt mir schwer“

„Es fällt mir schwer, aufzuhören“, sagte Link. „Aber ich habe es ja selbst entschieden und ich stehe zu meinen Entscheidungen.“ Das habe für ihn auch immer als Stadtrat gegolten, zum Beispiel, als es um den Titel „Große Kreisstadt“ ging. sei er oft wie ein begossener Pudel allein dagesessen, blieb aber bei seinem Wort. Auf seine Fraktion, sagte er sichtlich gerührt, sei immer Verlass gewesen.

Weiterhin ein Ratgeber

Für Boemer war die Arbeit im Gemeinderat die Steigerung all seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten. Fünf Oberbürgermeister habe er erlebt, die Wahlen mit allen Vorbereitungen seien für ihn prägend gewesen. „Es gab auch bedrückende Erlebnisse. Heute fühle ich mich aber nicht bedrückt, sondern locker und gut“, so der scheidende Stadtrat, der sich als Leiter des Partnerschaftskomitees immer um die Beziehung zu Pré St. Gervais gekümmert hat. Henle nannte ihn einen „wertvollen Berater“, der unaufgeregt und mit Sachverstand agiert. Auf Anfrage, das versicherte Boemer, werde er auch weiterhin einen Rat für die Gemeinde haben.

Nachrücken wird für Rudolf Boemer Oswald Satzger und für Rubens Link Martin Hörsch, beide aus der Kernstadt. Henles Stellvertreterin ist jetzt Elisabeth Diemer-Bosch (CDU), zweite Stellvertreterin ist Gaby Streicher (SPD), an dritter Stelle kommt Martin Unseld. Der CDU vorsitzen wird Diemer-Bosch, den Unabhängigen/Grünen Alexandra Carle.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel