Bildung Mit der Volkshochschule zum heimischen Bierbrauer

Susanne Knoll-Roschy (links) und Helene Baßler von der VHS sind gewappnet fürs Wintersemester.
Susanne Knoll-Roschy (links) und Helene Baßler von der VHS sind gewappnet fürs Wintersemester. © Foto: Foto: Timo Landenberger
Timo Landenberger 05.10.2016
Die Volkshochschule Giengen startet ins neue Semester. Mit im Programm: Heimisches Bierbrauen.

500 Jahre Reinheitsgebot. An diesem Jubiläum des ältesten Verbraucherschutzgesetzes der Welt kommt auch die Volkshochschule Giengen nicht vorbei. So findet sich im Angebot für das neue Wintersemester der Programmpunkt „Bierbrauen zum Hausgebrauch“. „Ursprünglich war ein Kurs angesetzt. Jetzt sind bereits drei ausgebucht“, sagt VHS-Leiterin Susanne Knoll-Roschy. „Bier selber zu brauen liegt voll im Trend. Die Abläufe sind aber auch wirklich sehr interessant.“ Da passt es wunderbar, dass als Dozent auf einen pensionierten Lehrer des Margarete-Steiff-Gymnasiums zurückgegriffen werden konnte. „Bierbrauen gehörte dort zum Chemie-Leistungskurs“, so Knoll-Roschy.

Ebenfalls sehr beliebt sei die Fotografie. „Die Leute besitzen immer größere Kameras“, sagt die VHS-Leiterin. Die entsprechenden Kenntnisse allerdings wachsen oftmals nicht mit, weshalb zwischen Spiegelreflex und Smartphone beim Fotografieren meist kaum ein Unterschied gemacht werde. Die Volkshochschule reagiert darauf mit gleich drei Kursen, die vom Bildaufbau bis zur Nachbearbeitung grundlegendes Wissen vermitteln sollen. Dieses kann dann beim Reisen gleich umgesetzt werden. Denn nach etlichen Jahren steht 2017 erstmals wieder eine Reise fernab Europas auf dem Programm. Das Ziel: Peru. „Mein Mann ist ein großer Fan des südamerikanischen Lands“, erzählt Knoll-Roschy. „Er war schon mehrmals dort und hat viel zu erzählen. Da dachten wir: Wenn wir schon dorthin reisen, dann können wir auch eine kleine Gruppe mitnehmen.“ Einen großen Teil des Angebots nimmt nach wie vor der Bereich Gesundheit ein. Neu darunter: Autogenes Training. „Wer das beherrscht, der kann sich innerhalb von Sekunden selber entspannen“, sagt Susanne Knoll-Roschy, die den Kurs als Experiment bezeichnet. „Mal sehen, wie es ankommt.“

Jedenfalls könne die VHS Giengen aufgrund ihrer überschaubaren Größe nicht mit Prüfungen und Abschlüssen punkten. „Natürlich geht es auch bei uns ums Lernen. Aber eben auch um soziale Kontakte und Spaß“, erklärt die Leiterin und nennt als Beispiel einen Englischkurs, zu dem sich seit 30 Jahr die gleichen Teilnehmer einfinden. „Einfach, um etwas zusammen zu machen, das Freude macht.“

Ihr Programm stellt Susanne Knoll-Roschy zusammen, indem sie mit offenen Augen durch die Welt geht. „Oft kommen aber auch Dozenten mit Ideen zu mir. Ich bin da experimentierfreudig.“ Obgleich zumindest das längerfristige Angebot schon von der Nachfrage abhänge. „Wenigstens das Honorar für die Dozenten sollten die Kurse einbringen“, sagt Knoll-Roschy.

Für die junge VHS stellt sich diese Frage nicht. Das Angebot für Kinder und Jugendliche ist eine Kooperation aller Volkshochschulen im Landkreis und kostenlos. Dennoch hält sich die Nachfrage in Grenzen.

Ganz im Gegenteil zum begonnenen Semester für Erwachsene. 170 Kurse umfasst das Programm. „Vieles ist ausgebucht“, sagt Knoll-Roschy.