Giengen / Marc Hosinner  Uhr
Am Samstag, 11. Mai, tritt Klaus-Dieter Klein mit Gästen ab 19 Uhr im kleinen Saal der Walter-Schmid-Halle auf. Dort wird er nicht nur musikalische Spuren hinterlassen.

Den Wahnsinn des Weltkriegs rückte der Musiker und Komponist Klaus-Dieter Klein bei seinem letzten großen Konzert in den Mittelpunkt. Klein ging es dabei hauptsächlich um Einzelschicksale, die er mit Texten und Melodien anschaulich machte. Das verlangt gedankliche Tiefe. Und eben die wird der Giengener auch bei seinem nächsten Auftritt am kommenden Samstag mit Kompositionen von ihm bieten. „Spuren“ soll der Abschluss einer Serie sein, die Klein vor vielen Jahren begonnen hatte und die Zuhörer auf „Wege“ mitnahm oder auch auf die „Reise nach innen“.

„Jeder hinterlässt Spuren. Seien es sichtbare, wie beim Laufen im Sand, oder andere, wie beim Umgang mit Menschen. In Bezug auf die Musik können Anklänge an unterschiedliche Stilrichtungen in sprachlicher oder musikalischer Gestalt Form annehmen. Auch das hinterlässt Spuren“, beschreibt der Musiker seine Intention für das Konzert, das er nicht alleine bestreiten wird: Ausführende sind neben Klein (Sprache, Posaune, Gitarre und Gesang) Berthold Guggenberger (Violine), Jonathan Thomas (Bratsche), Ina Krauss-Pflughaar (Cello), Kristin Geissler (Klavier und Gesang) sowie Waltraud Fink-Klein (Sprache).

„Es ist eine bemerkenswerte Truppe, mit der zu spielen ein Genuss ist“, so Klein, der beim Konzert mit Klängen und Musik unterlegte Texte von Lao Tse und Zeilen aus den Seligpreisungen des Buddha gegenüber stellt.

„Wir leben in einer schwierigen Zeit, in der Lösungen und Visionen gefragt sind“, sagt Klein, der diesen Gedanken beispielsweise mittels eines Gedichts und Musik zu einem Bild des Giengener Künstlers Helmut Braig mit dem Titel „Am Abgrund“ aufnimmt. Weitere Dichter und Denker von Ringelnatz bis Nietzsche und Densmore sollen die „häufig wegweisenden Spuren“ fortsetzen. Humoristische Texte sollen beim Konzert mit Posaunenklängen versehen werden und für eine inhaltliche Auflockerung sorgen.

„Die Texte werden gesungen oder gesprochen, mit Streichertrio, Klavier oder auch Gitarre unterlegt und von Improvisationen umrahmt. Um Klangräume zu erzeugen, werden Sampler, Looper und Halleffekte eingesetzt“, so der gleichermaßen vielseitige wie versierte Musiker, der generell folgender Überzeugung ist: „Von der Musik kann man das Miteinander lernen.“