Giengen Mehrheit steht klar hinter dem neuen Industriepark

Ihren Unmut angesichts des großen Flächenverbrauch für ein neues Gewerbegebiet an der Autobahn äußerten die Hürbener Landwirte vor der Sitzung des Gemeinderats.
Ihren Unmut angesichts des großen Flächenverbrauch für ein neues Gewerbegebiet an der Autobahn äußerten die Hürbener Landwirte vor der Sitzung des Gemeinderats. © Foto: Rudi Weber
Giengen / Dieter Reichl 28.07.2018
Erste Planungsschritte für das neue Gewerbegebiet an der Autobahn sind beschlossen. Vertreter aus der Landwirtschaft und die Hürbener Stadträtinnen haben Bedenken.

Bei lediglich drei Gegenstimmen hat der Gemeinderat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause erste wichtige Planungschritte für den geplanten neuen Industriepark A7 beschlossen. Diese betreffen die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für die vorgesehene 40 Hektar große Fläche. Das Genehmigungsverfahren läuft damit an und soll, so Stadtplaner Günther Ingold, „mit Nachdruck“ laufen.

Hoher Landschaftsverbrauch

Die große Mehrheit des Gemeinderat steht damit hinter dem beabsichtigten Großprojekt. Kritische Stimmen gab es im Gremium von Vertretern der Landwirtschaft und von den Hürbener Stadträten, die zum einen den Landschaftsverbrauch anprangern oder eine stärkere Lärmbelastung für Hürben befürchten.

Am deutlichsten äußerte sich Hans Waldenmaier (CDU). Als Landwirt müsse er dagegen stimmen. Das Gebiet sei mit 40 Hektar viel zu groß. „Bei der Hälfte vielleicht“, sagte er, zumal es ja mittelfristig nicht dabei bleiben, sondern das Gebiet immer größer werde. „Wehret den Anfängen“, sagte er.

Jörg Bayer (CDU) sagte, er hätte sich eine Planung beiderseits der B 492 gewünscht, damit das Gebiet auch in Richtung Giengen für Kleingewerbe näher an der Stadt attraktiv werde. So biete man viel Land für Logistiker, mit der Gefahr von Leerständen, wenn sich die Konjunktur abschwäche.

Hürbens Stadträtin Karin Häußler (CDU) sagte, zwei Herzen würden in ihrer Brust schlagen. Einerseits sehe sie die Entwicklung Giengens. Andererseits verliere die Landwirtschaft große Teile wertvolles Ackerland, was für die Hürbener Landwirte erschreckend sei. Auch sei für das Gebiet Hoher Rain mehr Lärm zu befürchten. Nachdem aber die Eigentümer der Grundstücke mehrheitlich zum Verkauf bereit seien, müsse auf Transparenz bei der Vergabe der Grundstücke an Investoren anhand eines strengen Kriterienkatalogs geachtet werden. Ihre Hürbener Ratskollegin Monika Albrecht-Groß (SPD) sagte, sie hege Skepsis angesichts der Ausdehnung des Gebiets in Richtung Hürben. Es dürfe keine weitere Belastung für Hürbener Bürger geben. Bei der Belegung der Grundstücke sei zum einen die Höhe der künftigen Gebäude zu bedenken, und vor allem in Sachen Lärmschutz müsse etwas gemacht werden.

Stadtrat Franz Heger (CDU) sagte, es handle sich um wahnsinnig viel Fläche, allerdings finde man nirgendwo sonst auf der Markung ähnlich günstige Rahmenbedingungen.

Stadträtin Gaby Streicher (SPD) sagte, sie sehe keine sinnvollen Alternativen zum Standort, und Wilhelm Oszfolk (SPD) sagte, es gehöre viel Mut dazu, eine solche Fläche anzugehen.

Oberbürgermeister Dieter Henle sicherte zu, man werde „mit Augenmaß“ vorgehen. „Wir brauchen das Gebiet, wir wollen es sinnvoll gestalten.“

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