Giengen Steiff: Mehr Plüschtiere für Amerika und China

Einen Blick hinter die Kulissen des Plüschtierherstellers erhaschte (v.l.) Leni Breymaier, begleitet von Stadträtin Gaby Streicher, bei ihrem Firmenbesuch. Simone Pürckhauer zeigte ihren Gästen die einzelnen Schritte bis zum fertigen Steifftier auf.
Einen Blick hinter die Kulissen des Plüschtierherstellers erhaschte (v.l.) Leni Breymaier, begleitet von Stadträtin Gaby Streicher, bei ihrem Firmenbesuch. Simone Pürckhauer zeigte ihren Gästen die einzelnen Schritte bis zum fertigen Steifftier auf. © Foto: Nadine Rau
Giengen / Nadine Rau 21.06.2018
Geschäftsführer Peter Hotz berichtet der Bundestagsabgeordneten Leni Breymaier von seinen Plänen.

Mit dem ersten Flieger des Tages kam sie direkt aus Berlin: Die Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier ist derzeit viel in ihrem Wahlkreis unterwegs, nicht fehlen durfte für sie die Firma Steiff, von der sie bisher nur das Museum kannte.

Bei dem Plüschtierhersteller gab es jüngst einen Wechsel an der Spitze. Geschäftsführer Daniel Barth gab im April seinen Posten auf, für die Interimszeit, so hieß es vonseiten der Firma, übernahm der Beiratsvorsitzende Peter Hotz. Der 48-jährige Diplom-Wirtschaftsmathematiker hat Erfahrung in seiner Funktion als Leiter eines Unternehmens. Gemeinsam mit Simone Pürckhauer, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, gab er Breymaier einen Einblick in die derzeitige Lage des Betriebs.

Seit 60 Tagen ist Hotz im Amt, er beschreibt sie als „sehr erfolgreich“. Seine Pläne: „Wir müssen ins Ausland, um wachsen zu können. Erste Priorität haben Amerika und China, danach könnte man noch im südlichen Bereich expandieren“, so Hotz. Besonders stolz sei man laut Pürckhauer im Unternehmen darauf, mit Hotz wieder ein Familienmitglied an der Spitze zu haben – er nämlich sei der Ururgroßneffe von Firmengründerin Margarete Steiff.

„Ich habe hier auf dem Werksgelände Fahrradfahren gelernt“, verriet er Breymaier. Im Giengener Krankenhaus geboren, ist Hotz nahe des Unternehmens aufgewachsen und seit Kindertagen damit verbunden.

Beeindruckt von Firmengründerin

Immer wieder, das verriet wiederum Breymaier, sei sie mit einem halben Koffer voll Steifftiere unterwegs, um diese als Geschenke zu verteilen. Auch im Ausland. „Ich bin immer wieder erstaunt, wo man das schon überall kennt.“ Beeindruckt sei sie als Frau vor allem von der Durchsetzungskraft der Firmengründerin Margarete, die trotz ihres Geschlechts und ihrer Krankheit in einer für sie schwierigen Zeit so viel Erfolg hatte.

Auf Breymaiers Frage nach Sorgen, die Hotz habe, sprach dieser den Fachkräftemangel an. „Es ist nicht leicht, gutes Personal zu finden. Und noch schwerer ist es, das hierher nach Giengen zu bekommen“, erklärte Hotz. Bewerber würden gerne in München leben und in Giengen allenfalls arbeiten wollen. Knackpunkt sei ein Imageproblem, das die Stadt habe. Kein Problem mit dem Image hat indes die Firma selbst. Breymaier durfte auch die Entstehung der Teddys im gläsernen, noch von damals erhaltenen Bau, beobachten. Pürckhauer erklärte in groben Zügen die einzelnen Schritte bis zum fertigen Plüschtier, meist sind es um die 30.

Tieren die Augenbrauen zupfen

An einzelnen Stationen befüllen Mitarbeiter die Tiere, zupfen ihnen die Augenbrauen, nähen sie zu. „Die letzte Naht wird immer von Hand gemacht“, so Pürckhauer.

In den Büroräumen oberhalb, zu erreichen über eine Rampe, die damals für Margarete in ihrem Rollstuhl errichtet worden ist, sind überall Plüschtiere zu sehen. Ein Vorgeschmack auf das Museum, in dem 3000 Tiere auf 2400 Quadratmetern verteilt sind – und das Breymaier ein weiteres Mal durchlaufen hat. Bis zum Steiff-Sommer in der nächsten Woche wird dessen Türe noch erneuert, weil dort bereits zweimal Kinder beim Spielen steckengeblieben sind.

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