Giengen Bald eine schwäbisch-sizilianische Freundschaft?

Neben Gesprächen zur angepeilten Partnerschaft zwischen Giengen und San Michele auf Sizilien ging es auch auf Erkundungstour. Das Bild zeigt die Delegation beim Besuch einer landestypischen Keramikwerkstatt.
Neben Gesprächen zur angepeilten Partnerschaft zwischen Giengen und San Michele auf Sizilien ging es auch auf Erkundungstour. Das Bild zeigt die Delegation beim Besuch einer landestypischen Keramikwerkstatt. © Foto: pm
Giengen / HZ 16.11.2018
Eine Giengener Delegation war auf Partnerschaftstour im sizilianischen San Michele. Eine künftige offizielle Beziehung zeichnet sich ab, eine Empfehlung an den Gemeinderat folgt.

Eine schwäbisch-sizilianische Freundschaft zeichnet sich ab: Vergangene Woche war eine 18-köpfige Delegation der Stadt Giengen zu Gast in San Michele di Ganzaria, um die angestrebte Partnerschaft zwischen beiden Städten zu stärken. Den Beginn bildete ein herzlicher Empfang durch die Gastgeber unter Leitung von Bürgermeister Dottore Giovanni Petta und seines städtischen Kollegiums.

Bei dieser Gelegenheit sprach Giengens Oberbürgermeister Dieter Henle auch die großen Entwicklungen im Jahr 2018 an: „Nach vielen Jahren rein familiärer Kontakte sind plötzlich die Tore nach beiden Seiten aufgegangen. Wir alle spüren, dass hier ein großes Potenzial für gemeinsames Erleben entsteht. Nicht nur nach Sizilien zu fahren, um Sonne und Wein zu genießen, sondern um Freunde zu besuchen; nicht nur nach Deutschland zu fahren, um durch Wälder zu stromern und frisches Bier zu trinken – sondern beides tun, um Menschen wiederzusehen, mit denen man gerne zusammen ist. Das ist etwas ganz Besonderes.“

Gemeinsamkeit bereits spürbar

Bei allen Unternehmungen war für die Reisenden bereits ein Geist von Gemeinsamkeit spürbar: Ob die Landfrauen aus Hohenmemmingen zusammen mit Simone Henle Kartoffeln für den Giengener Stand auf dem St. Martins Fest hobelten, ob die Schüler der Schule „Edmondo de Amicis“ Lieder und Gedichte präsentierten, ob beim Wandern und beim Beisammensein. Eine sonntägliche Werksführung ermöglichte in Caltagirone den Blick in die landestypischen Keramikwerkstätten.

Am Vorabend von St. Martin stand der Fassanstich des neuen Weins an. Die Stände mit typisch lokalen Produkten und Handwerkskunst lockten auch die Bürgermeisterkollegen aus der Umgebung nach San Michele.

Als Zeichen der freundschaftlichen Beziehungen wurde gemeinsam eine Torte mit den Flaggen und Wappen von Italien, Deutschland, Giengen und San Michele angeschnitten. Am Giengener Stand herrschte Dauerbetrieb – die italienischen Freunde machten vom Angebot der Landfrauen Hohenmemmingen regen Gebrauch: Sage und schreibe 300 rote Würste wurden in rund vier Stunden verkauft.

Der Martinstag begann mit der Parade der Oldtimer durch die Amici del Calatino. Es folgten die Messe zu Ehren des Heiligen St. Martin auf der Piazza Garibaldi und ein Besuch der katholisch geprägten Kirchen in San Michele.

Der gesamte Aufenthalt war von Herzlichkeit geprägt, es gab gute Gespräche zur Vertiefung der Partnerschaft in vielen Bereichen. Die Giengener bedankten sich mit einem „alla prossima in Giengen“, für die Gastgeber hoffte Bürgermeister Petta auf „ein baldiges Wiedersehen“.

Das Arbeitspapier des Partnerschaftskomitees in Giengen hat die Stadt nun Bürgermeister Dottore Giovanni Petta zukommen lassen – mit der Bitte, die Ideen und Vorstellungen einer eventuellen künftigen Städtepartnerschaft mitzuteilen. Die Ergebnisse mit einer Empfehlung an den Gemeinderat zur Beratung will das Giengener Partnerschaftskomitee dann Ende November zusammenfassen.

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