Giengen LEA soll als Zwischenlösung für Kindertagesstätte dienen

Ab 2020 soll eine neue viergruppige Kindertagesstätte in der Lederstraße den heutigen zum Abbruch vorgesehenen Kindergarten ersetzen.
Ab 2020 soll eine neue viergruppige Kindertagesstätte in der Lederstraße den heutigen zum Abbruch vorgesehenen Kindergarten ersetzen. © Foto: Christian Thumm
Giengen / Dieter Reichl 14.02.2018
2020 soll nach Abbruch der alten eine neue, auf vier Millionen Euro veranschlagte Kindertagesstätte in der Lederstraße das Angebot an Betreuungsplätzen in der Innenstadt deutlich verbessern.

In der jüngeren Vergangenheit lag der Schwerpunkt der Kinderbetreuung eindeutig auf der Südstadt. Der (fast) noch neue Kindergarten St. Michael in den Salztrögen ist seit Herbst 2013 in Nutzung, der Umzug des Kindergartens St. Martin am Standort Heilbronner Straße wenige Meter weiter in die nagelneue Einrichtung neben die Bühlschule liegt erst wenige Monate zurück. Diese beiden Kindergärten stehen unter Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde. Was die Kinderbetreuung generell betrifft, soll 2018 auch die Kindergartenbedarfsplanung fortgeschrieben und eine neue örtliche Vereinbarung mit den freien Trägern geschlossen werden.

Bedarf gegeben

Jetzt geht der Blick in Sachen Kinderbetreuung zunächst in die Innenstadt. Nach Abbruch des heutigen Kindergartens Lederstraße soll dort an derselben Stelle bis 2020 eine neue, viergruppige Kindertagesstätte entstehen. „Der Bedarf ist hier unzweifelhaft gegeben“, sagte Oberbürgermeister Dieter Henle bereits in seiner Rede zur Einbringung des Haushalts für 2018. Die Kindertagesstätte steht dann wie bislang unter Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde.

Noch bevor die Arbeiten dort beginnen, gibt es allerdings bereits Sorgen. Dies berichtete Stadtrat Rubens Link (Unabhängige und Grüne) im Rahmen der vergangenen Gemeinderatssitzung. Nämlich die Sorge der Eltern, dass sie ihre Kinder während der Bauzeit des neuen Kindergartens in der bestehenden Einrichtungen in die Südstadt bringen müssen. Dies sei so nicht geplant, sagte Oberbürgermeister Dieter Henle. Man suche eine gute Interimslösung. Sind die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen – man sei hier in Gesprächen mit dem Gesundheitsamt – soll die leer stehende Außenstelle der Landeserstaufnahmestelle LEA auf dem Gelände der ehemaligen Baufirma Maier als Zwischenlösung genutzt werden. Dies sei das Ziel. Nachdem die Flüchtlingszahlen 2016 deutlich zurückgegangen waren, wurde die LEA für die Aufnahme von Flüchtlingen nicht benötigt, sie ist seither ungenutzt.

Im Rahmen seiner regelmäßigen Wahlkreisbesuche kam der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch zuletzt in den Kindergarten in der Lederstraße. Im gemeinsamen Gespräch mit OB Henle erläuterten Leiterin Bärbel Fortenbacher und Pfarrer Dr. Joachim Kummer vom evangelischen Träger dem Abgeordneten die Pläne für den Neubau.

Der zentrumsnah gelegene Kindergarten entspreche als Gebäude nicht mehr den inzwischen stark gestiegenen Ansprüchen an eine moderne Kita mit Ganztagsangebot, wurde dem Politiker erläutert. Es herrsche außerdem größerer Bedarf, wie die bestehende Warteliste zeige, berichtete Fortenbacher. Sprachförderung werde groß geschrieben und bestimme alle Bereiche des pädagogischen Alltags in der Kita, die am Bundesprogramm „Sprachkita – Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teilnimmt. Immerhin kommen Kinder aus über 20 Nationalitäten in die Lederstraße. Hier werden nicht nur die Kinder betreut, sondern es wird häufig auch deren Familien geholfen. Was die Frühförderung angehe, bestehe eine gute Kooperation mit der Bergschule und der Jakob-Herbrandt-Schule sowie mit der Pistoriusschule.

Zunächst vier Gruppen

Für den Neubau, der bis Herbst 2020 fertig sein soll, seien zunächst vier Gruppen für insgesamt bis zu 74 Kinder geplant, wobei mittelfristig zwei weitere Gruppen angegliedert werden können, so Henle. Knapp vier Millionen Euro soll der Neubau kosten, in dessen Planung Kindergartenleitung wie auch der Träger eingebunden wurde.

Eine Problematik, nämlich den Fachkräftemangel, sprach Kindergartenleiterin Bärbel Fortenbacher an. Trotz der nahegelegenen Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Herbrechtingen sei man häufig auf Personalsuche. Stoch sieht das Problem vor allem in der Wertigkeit des Erzieherberufs. Wie auch bei den Grundschullehrern müsse ein Umdenken stattfinden und diese Arbeit besser bezahlt werden.