Giengen / Mathias Ostertag Die vor elf Jahren gegründete Big Band entführte das Publikum bei ihrem Konzert am Samstagabend in der Schranne in die 1930er-Jahre – in die goldene Ära des Swing.

Abwechslung war Trumpf am Samstagabend im Bürgerhaus Schranne. Die Big Band Bläserkraftwerk, einst von Musikern der Stadtkapelle Giengen gegründet (siehe Artikel unten), gab sich wieder einmal die Ehre und hatte unter der Leitung von Petra Schüßler ein umfangreiches Programm erarbeitet für ein Konzert, das die goldene Ära der 1930er-Jahre in den Mittelpunkt stellte.

Es war die auch die Ära des Swing – und um diese aus den Tanzclubs der USA heraus entstandene Stilrichtung des Jazz drehten sich auch die für diesen Konzertabend ausgewählten Titel.

Wobei die musikalische Leiterin der Big Band schon eingangs betonte, dass diese Zeit aus gesellschaftlicher Sicht auch in den USA keine einfache gewesen sei: „Great Depression, Arbeitslosigkeit, Prohibition, der Zweite Weltkrieg stand vor der Türe: es war definitiv keine gute alte Zeit“, so Schüßler, die zu jedem musikalischen Beitrag einen kurzen historischen Abriss gab und in vielen Momenten humorvoll den Abend moderierte.

Eigentlich „keine gute alte Zeit“

Das unbeschwerte und oft ausgelassene Leben aus den Tanzclubs Amerikas manifestierte sich in noch heute bekannten Ohrwürmern wie „American Patrol“ oder „Little Brown Jug“, die Zeit brachte Bandleader wie Glenn Miller und Benny Goodman hervor. Entsprechend präsentierte das Bläserkraftwerk gleich mehrere Stücke Millers und Goodmans, einstudiert wurden diese und alle weiteren präsentierten Titel bei einer Probefreizeit im bayerischen Violau.

Das Publikum in der gutbesetzten Schranne dankte der Big Band für den schwungvollen Abend mit anerkennendem Klatschen. Ausdauernden Applaus gab es auch für die Gäste: die „Country Twisters“ aus Heidenheim. Die Line-Dancer ergänzten das Programm farbenfroh und abwechslungsreich mit Showeinlagen, bevor am Ende bei „Route 66“ alle Beteiligten die Zugabe gemeinsam gestalteten.

Bläserkraftwerk wurde 2008 gegründet

Die Big Band Bläserkraftwerk wurde im Jahr 2008 von einigen Musikern der Stadtkapelle Giengen, die Freude am Musizieren im Big Band-Stil hatten, gegründet.

Schnell wurde fleißig geprobt und die Besetzung vervollständigt. Heute besteht die Big Band aus Musikern der näheren Umgebung.

Die musikalische Ausrichtung des Bläserkraftwerks ist vielfältig und orientiert sich an den Vorbildern aus der Glenn-Miller-Ära und bekannten aktuellen Big Bands.

Unter dem musikalischen Leiter Daniel Salemi wurde die musikalische Entwicklung des Ensembles gefördert und beschleunigt. Auch wurden einst die Benefizkonzerte der Big Band geboren.

Als Daniel Salemi 2016 zum Bürgermeister von Langenau gewählt wurde und kurze Zeit später die Verantwortung abgab, hatte der aus Ulm stammende Lukas Jochner kurzzeitig die Leitung des Bläserkraftwerks inne, bevor schließlich die heutige musikalische Leiterin Petra Schüßler 2018 das Zepter übernahm.