Giengen / HZ Nach der Schließung von Sconvey bietet die Stadt mit einem „Speed-Dating“ unkonventionelle Hilfe für die gekündigten Mitarbeiter an.

Über 90 Jahre lang war die Sconvey GmbH und deren Vorgängergesellschaft ein fester Teil von Giengen. Als am 31. Juli das endgültige Aus für das Unternehmen bekannt wurde, war man auch im Rathaus betroffen. „Wir hatten auf eine gute Zukunft für Sconvey gehofft“, sagte Oberbürgermeister Dieter Henle. „Jetzt geht es um die berufliche Zukunft von fast 80 Beschäftigten.“ 30 Mitarbeiter hatten sich bis Ende Juli bereits anderweitig orientiert.

Offenen Ohren bei Unternehmen

Für die anderen knapp 50 hatte das Team im Rathaus eine unkonventionelle Idee: Die Stadt veranstaltet ein „Speed-Dating“, bei dem die Sconvey-Kollegen und in Kontakt mit Vertretern leistungsfähiger Unternehmen aus Giengen und der Region kommen. Das Team um Oberbürgermeister Henle und Wirtschaftsförderer Sebastian Vetter hatte im Vorfeld abgeklärt, ob von Unternehmensseite her Interesse besteht.

Dort stieß man auf offene Ohren. Auch die Agentur für Arbeit war sehr angetan von der Idee der Stadtverwaltung und erklärte sich spontan bereit, mit ihren Angeboten ebenfalls beim „Speed-Dating“ präsent sein zu wollen. Bereits sieben Tage nach Bekanntwerden der Insolvenz gingen dann über den Sconvey-Betriebsrat Einladungen an die verbliebenen Fachkräfte.

Beim Fördertechnik-Unternehmen geht's nicht weiter. Auf die Insolvenz folgt die Schließung. Die Gewerkschaft sieht Managementfehler als Ursache.

Am 4. September soll es so weit sein: In geschützter Atmosphäre finden zielgerichtete Einzelgespräche statt. „Aus unserer Sicht ein unbürokratischer Weg, Fachkräfte und leistungsstarke Unternehmen direkt zusammenzubringen“, erläuterte Sebastian Vetter. Interessierte Betriebe können sich bis Ende August (Tel. 07322.9522255 oder Mail: Sebastian.Vetter@giengen.de melden.