Giengen / Marc Hosinner  Uhr
Schändliches Verhalten? Die harschen Vorwürfe des Herbrechtinger Gemeinderats bezüglich des Giengener Gewerbegebiets an der A 7 sind nicht nachvollziehbar. Ein Kommentar von Marc Hosinner.

Sicherlich können Argumente gefunden werden, die das Ansinnen der Stadt Giengen, an der Autobahn einen eigenen Industriepark anzusiedeln, in Zweifel ziehen. Auf sachlicher Ebene könnte da der Landverbrauch ins Feld geführt werden. Muss das sein? Sind Arbeitsplätze wichtiger als Ackerfläche? Diese Fragen muss letztlich jeder selbst abwägen.

Die Kritik, die nun aus der Nachbarkommune Herbrechtingen laut wurde, hat mit Sachlichkeit sehr wenig am Hut. In der Buigen-Stadt fühlt man sich abgespeist oder spricht gar von schändlichem Verhalten der Giengener.

Klingt das nach sachlicher Argumentation? Ganz klar: nein. Vielmehr hat sich da offenbar gehörig was angestaut, mit der Folge, dass nun im Sitzungsaal des Herbrechtinger Rathauses ordentlich Dampf abgelassen wurde.

Giengen auf diese Weise einen Alleingang beim Gewerbegebiet vorzuwerfen, greift generell zu kurz. Denn: Auch die Herbrechtinger haben in der jüngsten Vergangenheit beispielsweise im Längenfeld ihr „Ja“ zu großflächigen Ansiedlungen gegeben.

Wie geht nochmal das Sprichwort mit dem Glashaus und den Steinen? Die Vorwürfe sind doch eher scheinheiliger Natur.

Der Herbrechtinger Gemeinderat hat den Plänen eines eigenen Industriegebiets an der Autobahn die Zustimmung verweigert. Giengens Oberbürgermeister Dieter Henle zeigt sich darüber „erstaunt und überrascht“.