Giengen Kleine Schritte statt großer Sprünge bei der TSG Giengen

Das TSG-Stadion auf dem Schießberg wird nicht nur für den Schulsport genutzt. Dort finden auch Veranstaltungen wie der Teamlauf der Leichtathletikabteilung (im Bild) statt. Die Sportanlage ist allerdings in keinem guten Zustand und müsste saniert werden.
Das TSG-Stadion auf dem Schießberg wird nicht nur für den Schulsport genutzt. Dort finden auch Veranstaltungen wie der Teamlauf der Leichtathletikabteilung (im Bild) statt. Die Sportanlage ist allerdings in keinem guten Zustand und müsste saniert werden. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Giengen / Marc Hosinner 13.06.2018
Die Turn- und Sportgemeinde unter Vorsitz von Stefan Briel hat 2017 schwierige Monate erfolgreich bewältigt. Beim Dauerthema Stadion-Zukunft steckt der Verein weiter im Dilemma.

Finanzen und Investitionen: Diese beiden zusammenhängenden Bereiche bestimmen die Überlegungen der Turn- und Sportgemeinde, dem größten Giengener Verein mit seinen etwa 2500 Mitgliedern.

Das Dilemma: Eigentlich müsste die TSG ordentlich Geld in die Hand nehmen, um in die Sportanlage auf dem Schießberg zu investieren. Nicht zuletzt die Laufbahn ist in schlechtem Zustand. Mangels ausreichender Finanzmittel kann der Verein größere Reparaturen oder gar eine Sanierung allerdings nicht stemmen und bräuchte Partner. Statt großer Sprünge sind nur kleine Schritte möglich. „Wir versuchen seit nunmehr vier Jahren in Kooperation mit der Stadt ein Konzept zu entwickeln, wohin uns die Reise führen wird. Für Investitionen fehlt uns leider das nötige Kleingeld. Das ist klar. Aber wir wissen leider auch nicht, ob wir in Kooperation mit anderen Vereinen und der Stadt etwas aufbauen können und ob wir überhaupt noch Geld in die Hand nehmen sollen, um in die Rundbahn zu investieren“, so Vorsitzender Stefan Briel bei der 157. Hauptversammlung, die mit gerade mal etwa 60Mitgliedern relativ schwach besucht war.

Entscheidungen nötig

Finanzvorstand Marc Bartmann drückte es direkter aus: „Wir können uns das nicht mehr lange anschauen und müssen Entscheidungen treffen.“

Ähnliches war schon vor Jahresfrist zu hören. „Leider stehen wir trotz aller Bemühungen in derselben Situation vor euch wie schon zuvor“, so Briel. Den Schlüssel für ein Konzept sieht die TSG im Stadtsportring, der den Sport-Entwicklungsplanung fortschreiben müsse.

Mahnende Worte sprach SPD-Stadträtin Gaby Streicher in ihrer Funktion als stellvertretende Oberbürgermeisterin in ihrem Grußwort: Leider habe der vorige Oberbürgermeister das Thema klein gehalten. Die letzte Sitzung des Stadtsportrings sei „zu lange her“. „Wir müssen in der Sache am Ball bleiben. Der Stadt ist bewusst, wie wichtig die TSG ist“, so Streicher.

Während das Konzept noch Zukunftsmusik ist, hat der Verein in den zurückliegenden Monaten andere schwierige Situationen schon gemeistert: Die Insolvenz des Fitnessstudios Indoor als langjähriger Partner der TSG stellte den Verein vor Probleme, die mittlerweile, so Briel, gelöst seien. Auch die Sanierung der Bühlschulturnhalle und die damit verbundene Schließung sei kompensiert worden. Platzprobleme drohten auch der Boxabteilung, da der Mietvertrag auslief. Briel hob hier den Einsatz von Andreas Schmid hervor – bis vor kurzem Kämmerer der Stadt – der half, eine Lösung herbei zu führen.

Große Veranstaltungen des Hauptvereins habe es 2017 nicht gegeben. Allerdings seien die Abteilungen nach wie vor sehr aktiv – wie beim Stadtlauf oder der Boxnacht. Überdacht werden soll der Sportlerball. Im Blick habe man nach wie vor ein weiteres Beach-Volleyball-Turnier bei Steiff. In Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Jobcenter stehe man unmittelbar vor dem Start eines neuen Angebots, durch das vermehrt Flüchtlinge zum Sport gebracht werden sollen. Gehörig Zulauf habe in den vergangenen Monaten die Kindersportschule erfahren. Mit mehr als 130 Kindern sei man an einer Kapazitätsgrenze angekommen.

Macht Briel 2019 weiter?

Die nächsten Monate wird die TSG von einem bewährten Team angeführt: Marc Bartmann und die stellvertretenden Vorsitzenden Bernd Kluge und Robert Maletz wurden wiedergewählt. Nicht sicher ist, ob Briel 2019 nochmal antritt. Er kündigte an, einen Nachfolger suchen zu wollen – das war die vorsichtige Andeutung eines Rückzugs.

Zu viele Mitglieder der TSG zahlen nicht - Beiträge um acht Prozent erhöht

Ein dicker Mahnordner wird auf der Geschäftsstelle der TSG geführt. Bei zu vielen Mitgliedern können, das wurde bei der Hauptversammlung deutlich, die Gebühren nicht eingezogen werden. „In der Regel sind das etwa sieben bis acht Prozent unserer 2500 Mitglieder. Im Extremfall waren es aber auch schon zehn Prozent“, sagt Vorsitzender Stefan Briel. Das summiere sich auf bis zu 8000 Euro pro Jahr.

Der Hauptverein will nun verstärkte Mahnen. Kassenprüferin Elisabeth Diemer-Bosch appellierte: „Schauen Sie, dass im Januar, wenn wir die Gebühren einziehen wollen, noch Geld auf dem Konto ist.“

Ab kommendem Jahr werden Mitglieder des größten Giengener Vereins tiefer in die Tasche greifen müssen: Bei der Hauptversammlung wurde beschlossen, die Beiträge zu erhöhen - um acht Prozent. „Fünf Prozent davon geben wir direkt weiter an die Übungsleiter, deren Pauschalen erhöht werden“, so Vorsitzender Briel.

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