Musik Kinder lernen sprechen mit Hand und Fuß

In der Walter-Schmid-Halle zeigten junge Musiker von sieben Giengener Kindertagesstätten, wie sie mit Stimmen, Händen und Füßen Lieder und Rhythmen erzeugen können.
In der Walter-Schmid-Halle zeigten junge Musiker von sieben Giengener Kindertagesstätten, wie sie mit Stimmen, Händen und Füßen Lieder und Rhythmen erzeugen können. © Foto: Joelle Reimer
Giengen / Joelle Reimer 12.05.2015
Leise Geigenklänge, ein bunter Tücher-Tanz und Trommel-Rhythmen mit Händen und Füßen: Beim Kindermusikfest in der Walter-Schmid-Halle zeigten etliche Kindergartenkinder, dass sie musikalisch schon einiges auf dem Kasten haben.

Das junge Vororchester mit Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass machte den Anfang des ersten Kindermusikfestes in der Walter-Schmid-Halle – und erntete großen Applaus. Viele Eltern, Geschwister und Bekannte waren gekommen, um die Ergebnisse der Projektarbeit ihrer Kinder zu sehen – und vor allem zu hören. Denn das Musikfest war kein gewöhnliches Kinderkonzert: Es beruhte auf der Zusammenarbeit zwischen der Giengener Musikschule und sieben Kindertagesstätten im Rahmen des landesweiten Projektes „Singen – Bewegen – Sprechen“ (SBS).

„Dadurch werden vor allem Kinder mit Sprachförderungsbedarf unterstützt“, erklärte Musikschulleiterin Marion Zenker. Bereits seit vier Jahren läuft das Projekt in Giengen, mit dem Musikfest wurde es nun erstmals öffentlich vorgestellt. Rund 130 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren nehmen in zwölf verschiedenen Projekten daran teil. Und diese Musiktalente zeigten bei ihrem Auftritt, was sie bereits gelernt haben: Da wurde geklatscht, getanzt, gesungen, gesprungen und vor allem viel gelacht. Bei den Ensembles der jüngeren Musikschüler lauschten die Zuhörer den Geigenklängen oder bewegten sich zur Melodie von „We will rock you“, als das Bläserorchester an der Reihe war.

Nachdem am Ende alle jungen Musiker für ein Abschlusslied die Bühne gestürmt hatten und fast jede Mami auf mindestens einem Dutzend Fotos oder Videos mit dem Smartphone die ersten musikalischen Schritte des Nachwuchses festgehalten hatte, ging es noch auf die sogenannte musikalische Klangstraße, die in der Halle aufgebaut war. Was bedeutet, dass die zuschauenden Kinder die Instrumente nun selbst ausprobieren und anschauen konnten. Der absolute Renner waren dabei Schlagzeug und Trommel, aber auch an der Geige versuchte sich das eine oder andere Kind.

„Seit 2012 ist SBS als eigener Förderweg in die Sprachförderung des Landes Baden-Württemberg aufgenommen“, sagte Zenker. In den Giengener Kindergärten läuft die Förderung so ab, dass einmal die Woche eine Musikpädagogin von der Musikschule zu den Gruppen kommt und gemeinsam mit einer Erzieherin den Kindern verschiedene Lieder, Instrumente und Bewegungen beibringt.

„Ich bin froh, dass das so gut funktioniert. Von den Erzieherinnen höre ich oft, dass die Kinder spielerisch und mit der Musik die Sprache viel leichter lernen“, so Zenker. Außerdem hat das Projekt den Vorteil, dass es nach außen hin nicht wie eine Fördergruppe wirkt. „Manche Kinder würde das sonst abschrecken, aber so wollen auch viele mitmachen, die keinen Förderbedarf haben.“

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