Giengen Keine Abstriche bei der evangelischen Jugendarbeit

Giengen / Dieter Reichl 30.08.2018
Durch ehrenamtliche Arbeit sowie den Einsatz von jungen Leuten im Freiwilligen sozialen Jahr bleiben die bestehenden Angebote erhalten.

Sie gehört seit mittlerweile 22 Jahren zum festen Bestandteil der Sommerferien - die Kinderfreizeit in der Memminger Wanne. Mit dem Wachsen des damals nicht unproblemtischen Stadtteils wollte die evangelische Kirchengemeinde den Eltern dort Entlastung und den Kindern ein Programm in den Sommerferien bieten.

Konzept und Zeitpunkt bewährt

Das Konzept und der Zeitpunkt haben sich bewährt, berichtet Petra Bürkle, die die Freizeit in dieser Woche leitet. Bürkle ist evangelische Kirchengemeinderätin sowie Vorsitzende des evangelischen Jugendwerks Giengen, und somit in der kirchlichen Jugendarbeit ehrenamtlich stark engagiert.

Die Freizeit ist auch in diesem Sommer wieder sehr gefragt. Angbeoten wird sie für Kinder zwischen der ersten und sechsten Klasse, und längst ist es keine Verantaltung mehr, die sich nur auf die Memminger Wanne beschränkt. Anfangs war das so, unterdessen längst nicht mehr. „Es kommen Kinder aus ganz Giengen“, sagt Petra Bürkle. Das ist Absicht, eine gemischte Gruppe ist gewünscht.

In diesem Jahr lautet das Motto der fünftägigen Freizeit „Die Suche nach dem Glück“, und die Kinder sind dazu bei Basteleien in Workshops zusammen, kreatives Theaterspiel findet statt, aber es wird bei dem anhaltend schönen Sommerwetter auch einfach draußen gekickt. Der Tag hat seinen geregelten Ablauf: nach dem Frühstück folgt eine eine Stationstour durch die Memminger Wanne.

Dies mit dem Ziel, dass die Freizeit auch von den Anwohnern im Wohngebiet direkt wahrgenommen wird. Nach dem Mittagessen sind die Nachmittage Ausflügen vorbehalten. Am Freitag geht sie mit einem gemeinsamen Abschlussfest, dann auch mit den Eltern, zu Ende.

Dass diese Form der kirchlichen Jugendarbeit weiterhin so stattfinden kann wie früher, ist nicht selbstverständlich. Der hauptamtliche und sehr engagierte Jugendreferent Thomas Prinz hat sich beruflich verändert und die Stadt Ende 2016 verlassen, und es war nicht klar, ob das Angebot für Kinder und Jugendliche weiterhin gewährleistet werden kann.

Es war ausdrücklicher Wunsch der Kirchengemeinde, dass die etablierte Jugendarbeit nicht wegbricht. Dies ist nicht passiert. Es konnten dank ehrenamtlichem Engagement sowie dem verstärkten Einsatz von Absolventen eines freiwilligen sozialen Jahrs gab es keine Abstriche, weder bei der offenen Arbeit noch bei der Verbandsarbeit mit der Ferienfreizeit oder der Kinderbibelwoche.

So waren im vergangenen Jahr mit Nina Keller und Laura Bauer erstmals zwei FSJ-lerinnen für die Jugendarbeit zuständig. Finanziert wurde ihre Arbeit mit einem finanziellen Ansatz von 13 000 Euro auch aus Mitteln, die die Giengener Kirchengemeinde zweckgebunden durch den freiwilligen Gemeindebeitrag erhält. Für die beiden jungen Frauen geht ihr freiwilliges Jahr jetzt zu Ende, ihre Nachfolger sind bei der Freizeit in dieser Woche bereits dabei. In den kommenden zwölf Monaten sind Janik Beermünder und Christina Graf in der Jugendarbeit der evangelischen Gemeinde tätig.

Werner-Haus wird gebraucht

Eine wesentliche Rolle spielt, wie Petra Bürkle berichtet, in der Memminger Wanne nach wie vor das Christian-Friedrich-Werner-Haus. Es dient unverdrossen und trotz des bereits seit Jahren beklagten schlechten baulichen Zustands als zentrale Anlaufstelle mehrmals die Woche sowohl für die Jugendarbeit wie auch für andere Gruppen, und wird nahezu täglich genutzt. „Sobald man aufschließt, kommen Leute“, sagt Petra Bürkle. „Das Haus wird gebraucht.“

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