Giengen Förderunterricht wegen Fachkräftemangels eingestellt

Die Außenstelle der Karl-Dötterer-Schule in der Lina-Hähnle-Schule schließt wegen Fachkräftemangel. Symbolfoto.
Die Außenstelle der Karl-Dötterer-Schule in der Lina-Hähnle-Schule schließt wegen Fachkräftemangel. Symbolfoto. © Foto: Friedberg, stock.adobe.com
Giengen / Nadine Rau 19.07.2018
Die Außenstelle der Karl-Döttinger-Schule in der Lina-Hähnle-Schule schließt wegen Fachkräftemangels.

Seit dem Schuljahr 2013/2014 gibt es in der Lina-Hähnle-Schule eine Außenstelle der Heidenheimer Karl-Döttinger-Schule, die von der evangelischen Gesellschaft Eva, einem diakonischen Unternehmen, betrieben wird. Zwei Klassenzimmer und ein Besprechungsraum standen den Schülern zur Verfügung, drei Lehrer haben jeweils die Klassen eins und zwei sowie die Klassen drei und vier gemeinsam unterrichtet.

Die Fachräume der Lina-Hähnle-Schule konnten mitbenutzt werden und immer wieder ergaben sich Kooperationsmöglichkeiten. Schon Jahrzehnte vorher hatte die Schule in Giengen einen eigenen Standort in einer privaten Immobilie an der Marktstraße.

Die Karl-Döttinger-Schule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. Das Ziel des individuellen Förderunterrichts war es, dass die Kinder spätestens nach der vierten Klasse wieder eine Regelschule besuchen können, der Schwerpunkt der Schule liegt auf der emotionalen und sozialen Entwicklung der Schüler. Unterrichtet werden in der Giengener Außenstelle in diesem Schuljahr 13 Schüler.

Beide Seiten bedauern das Ende

Zum Ende des Kalenderjahres ist es mit diesem Förderunterricht vorbei. Eigentlich wäre der Vertrag bis zum Ende des Schuljahres 2019 gelaufen, auf Wunsch der Eva wird er vorzeitig aufgelöst. „Die Stadt ist dieser Bitte nachgekommen, bedauert die Schließung aber sehr“, so Oberbürgermeister Dieter Henle vor dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderats.

Grund für die vorzeitige Schließung ist die Lehrerversorgung vor Ort – so sagt es Matthias Linder, Geschäftsführer der Schule. „Das Problem mit der Lehrerversorgung haben wir nicht nur exklusiv, das ist an Förderschulen generell schwierig.“ Auch von der Heidenheimer Christophorusschule und der Herbrechtinger Pistoriusschule kenne Linder das Problem.

„Ein schwerer Schritt“

Man habe sich lange Gedanken gemacht und sich dann für diesen „schweren Schritt“ entschieden. Nun solle alles am Heidenheimer Schulstandort an der Talstraße zusammengeführt werden, wo man mit allen 17 Lehrern auf einem Fleck ganz andere Möglichkeiten habe, differenziert mit den Schülern zu arbeiten.

Wichtig ist Linder aber trotzdem eins: „Die Schließung bedeutet nicht, dass wir in Giengen das Feld räumen und der Stadt den Rücken kehren.“ Die Eva wolle weiterhin eng mit der Stadt zusammenarbeiten und sich bei anderen Themen, wie der Integration, einbringen.

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