Burgberg / Klaus-Dieter Kirschner Die Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten bei einem Verkehrsunfall stand im Vordergrund der Katastrophenübung für Feuerwehr und Rotem Kreuz am Samstagvormittag auf der Kreisstraße zwischen Burgberg und Hürben. Ausgangslage war der Zusammenstoß zweier Schulbusse und eines Personenautos. Knapp 200 Einsatzkräfte kümmerten sich um 57 „Verletzte“.

Was dort geübt wurde, traf wenige Stunden später als Ernstfall auf der früheren Bundesstraße 19 zwischen Langenau und der bayrischen Grenze ein. Ein Kleinwagen rammte einen Bus: 19 Verletzte, von denen zwei noch immer in Lebensgefahr schweben.

Der Katastrophenübung am Samstag war sehr nahe am Ernstfall, das bestätigte am Ende Kreisbrandmeister Rainer Spahr in der Hürbetalhalle während der Abschlussbesprechung bei Linsen und Spätzle, die die DRK-Feldköche aus Sontheim an der Brenz zubereitet hatten. Unter der technischen Einsatzleitung des Stellvertretenden Kreisbrandmeisters Peter Becher war diese Übung durchgezogen worden. Die Feuerwehren aus dem mittleren und dem unteren Brenztal waren gefordert, dazu die Katastrophenzüge des Roten Kreuzes aus dem nördlichen und dem südlichen Landkreis.

"Verletzte" aus Baden-Württemberg und Hessen

Die Verletzten-Darsteller kamen aus dem ganzen Land Baden-Württemberg und vereinzelt auch aus Hessen. Realistisch geschminkt waren die Mimen eine wirkliche Herausforderung für die Sanitätseinheiten wie für die zahlreichen Notfallmediziner. Insgesamt kämpften 110 Feuerwehrleute und 95 Rotkreuzkräfte. Darin eingebunden waren etliche (aktive) Besatzungen von Rettungsfahrzeugen. Zehn Notfallseelsorger, darunter das Kriseninterventionsteam, waren unter Leitung von Pfarrer Rolf Wachter vor Ort und hatten (auf dem Papier) die Unterstützung von weiteren 19 Notfallseelsorgern aus dem Alb-Donau-Kreis, dem Kreis Göppingen und aus dem Ostalbkreis alarmieren lassen. Es geht um die Betreuung der Einsatzkräfte, der Verletzten sowie deren Angehörige.

Rudi Fritsche, der Organisationsleiter des Roten Kreuzes, wies daraufhin, dass es an begleitenden Ärzten für den Transport der Verletzten in die Kliniken fehlen würde. Nur auf dem Papier wurde der Einsatz von vier Rettungshubschraubern durchgespielt. Jener Transport-Hubschrauber CH 53 der Heeresflieger aus Laupheim, der bis vor wenigen Monaten als fliegende Notfallstation noch eine große Zahl von Verletzten ausfliegen konnte, fiel dem Rotstift der Bundeswehr-Reform zum Opfer und ist in Süddeutschland nimmer abrufbar.Nach der Sichtung der 16 Verletzten in dem einen und der 31 Verletzten in dem anderen Bus wurde die Rettung der Opfer vorbereitet. Ihre Erstversorgung fand zunächst unter freiem Himmel statt. Als der Regen einsetzte, wurde flugs eine Halle von Omya zum Verletzten-Sammelplatz.

Ballmertshofer legen Ölsperre auf der Hürbe

An einer ganz anderen Front kämpfte derweil die Feuerwehr Ballmertshofen: Als zentrale Ölwehr im Landkreis legte sie eine Ölsperre auf die Hürbe und saugte in ein großes Auffangbecken ölverschmutztes Wasser ab.

Als die Übungsziele im wesentlichen erreicht, bei der Einsatzbesprechung die Erfolgsmeldungen abgegeben waren, kam das Übungsende. Bei der Nachbesprechung dankte Oberbürgermeister Gerrit Elser allen Übungsbeteiligten. Kreisverwaltungsdirektor Georg Feth zeigte sich seitens des Landratsamts beeindruckt von der prima Zusammenarbeit aller. Kreisbrandmeister Rainer Spahr fasste seine Eindrücke in dem Schlagwort zusammen: „Eine gelungene Übung.“ Kreisbereitschaftsführer Frieder Fucker bescheinigte „den Verletzten-Darstellern einen Superjob gemacht zu haben“. Die Übung habe hervorragend geklappt: „Jedoch fehlte es an Ärzten für den begleitenden Abtransport der Verletzten“.