Sperrung Kaltenburg: Lücke in der Mauer wird geschlossen

Hürben / hz 03.03.2017
Nach der Winterpause wird an der Burgruine wieder gearbeitet. Derzeit darf die Baustelle allerdings von Wanderern und Fußgängern nicht betreten werden.

Ganz schön schlammig da oben. Ohne anständiges Schuhwerk kann die Baustelle auf der Kaltenburg kaum betreten werden. „Als der Boden noch gefroren war, war's besser“, sagt Maik Lorenz lachend. Lorenz gehört zum Trupp der Fachfirma Wolfsholz aus Leonberg, die mit der Sanierung der schwer demolierten östlichen Burgmauer beauftragt wurde.

Nach der Winterpause, die knapp vor Weihnachten begann, wird jetzt seit einigen Tagen wieder gearbeitet auf der Höhe der Burgmauer. Was auch noch einige zeit andauern wird. „Sommer wird's wohl werden“, schätzt Lorenz, bis die Sanierung dieses wesentlichen Stücks der Burganlage abgeschlossen sein wird. Zu übersehen ist die Baustelle auch für den unten vorbeifahrenden Autofahrer nicht, sehr imposant stellt sich das große Gerüst dar, das bereits im vergangenen Herbst aufgebaut wurde.

Wassertransport in Behältern

Voraussetzung, dass überhaupt mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte, war die Anlage des Schotterwegs, der vom Parkplatz unten hinauf zur Burg führt. Ohne ihn hätte weder der große Kran hinauf transportiert werden können, noch die benötigten Baumaterialien. Was durchaus aufwendig ist: für die Maurerarbeiten beispielsweise werden große Mengen an Wasser benötigt, nur gibt es dort oben leider keines. Und es führt auch keine Leitung hinauf. Also werden große Behälter im Höhlenzentrum betankt und mit einem Transportfahrzeug hinauf zur Burg transportiert.

Maik Lorenz bringt die Arbeiten auf einen Nenner: „Statische Sicherung und optische Verschönerung.“

Derzeit geht es darum, die weiteren Aufmauerungen an der Burgmauer voran zu bringen, wofür das bestehende Gesteinsmaterial wieder verwendet wird. So gut wie möglich soll der ursprüngliche Zustand der Mauer wieder hergestellt werden. Des weiteren gilt es, die Mauer weiter zu stabilisieren. Dafür werden Verpressungen vorgenommen, also die im Mauerinneren bestehenden Hohlräume so gut es geht mit einem Zementgemisch verfüllt. Für den optisch tadellosen Eindruck wird die Mauer entsprechend verfugt, und damit sie letzen Endes tatsächlich wieder bombensicher steht, werden 80 meterlange Anker von außen durch die Mauer ins Erdreich getrieben.

Laut Clemens Stahl, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Kaltenburg, liegen alle Arbeiten und auch die Kosten im Plan. Parallel zu den Bauarbeiten finden Vermessungsarbeiten statt, die organisatorisch in Händen von Professor Wolf-Ulrich Böttinger aus Königsbronn liegen. Mit Blick in die Zukunft klärt der Vortand der IG derzeit die Fragen der Versorgung der Burganlage ab. Ein Stromanschluss sei bei vertretbaren Kosten technisch machbar. Nötig sei allerdings eine Gestattung der stattlichen Forstbehörde. Wesentlich schwieriger, so Stahl, sei die Frage der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung – laut Stahl kommt wohl nur eine dezentrale Lösung in Frage.

Der Projektantrag Leader stehe im Entwurf, wobei die notwendigen Kostenschätzungen noch ausstehen. Offen ist dabei, ob der Antrag bei nur 40 Prozent Förderung gestellt werden kann, sofern nicht andere dringende Sanierungsarbeiten zu erledigen sind. Auch ist ein Ingenieurbüro seitens der IG beauftragt worden, eine Gesamtbestandsaufnahme mit dem wichtigsten Sanierungsbedarf der Burg zu erstellen. Sobald diese vorliegt, soll es weitere Gespräche mit der Landesdenkmalbehörde geben.

Für Wanderer gesperrt

Im Übrigen sollte, was Schlamm und Dreck auf der Baustelle angeht, im Moment niemanden stören. Wegen der Bauarbeiten und der durchaus kritischen Situation der Bausubstanz ist die Burg für die Öffentlichkeit derzeit gesperrt. „Leider missachten einige unvernünftige Wanderer dieses Verbot“, so Stahl. Sein dringender Appell: bitte die Burgruine derzeit nicht betreten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel