Giengen Jugend und Blasmusik: Seit 70 Jahren ein Erfolg

Ein sehr gelungener Auftritt zum 70. Geburtstag: Das Jugendblasorchester der Musikschule Giengen spielte am Samstagabend in der Walter-Schmid-Halle.
Ein sehr gelungener Auftritt zum 70. Geburtstag: Das Jugendblasorchester der Musikschule Giengen spielte am Samstagabend in der Walter-Schmid-Halle. © Foto: Christian Thumm
Giengen / Silja Kummer 04.06.2018
Das Jugendblasorchester der Städtischen Musikschule Giengen feierte zusammen mit der Aitrachtaler Jugendkapelle Mengkofen ihr 70-jähriges Bestehen mit einem furiosen Auftritt.

Zwei junge Blasorchester mit unterschiedlichem musikalischem Anspruch und Programm gestalteten am Samstagabend das Konzert anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Giengener Jugendblasorchesters. Als Gäste hatten die Giengener die Aitrachtaler Jugendkapelle aus dem niederbayrischen Mengkofen eingeladen, bei deren Fest zum 40-jährigen Bestehen die Giengener im Vorjahr aufgetreten waren.

Die bayrische Kapelle, von Marco Menauer in Vertretung von Karin Brunner geleitet, spielte ein Unterhaltungsprogramm mit Märschen und Polkas im böhmisch-mährischen Stil. Bei der „Brauhaus-Polka“ , der „Böhmischen Liebe“ oder dem „Kaiserin-Sissi-Marsch“ riss die Aitrachtaler Jugendkapelle ihr Publikum mit und animierte zum Mitklatschen. Den Zweidrittel-Saal der Halle füllten rund 500 Besucher, die Mitglieder der vier Ensembles mitgerechnet.

Konzertanter Kontrast

Einen deutlichen Kontrast bildete der zweite Teil des Konzerts nach der Pause. Das Jugendblasorchester der Giengener Musikschule legte zwar auch einen Marsch und eine Polka vor, spielte aber ansonsten ein konzertantes Programm. Edgar Bürger, der engagierte Leiter, versteht das Ensemble eben nicht als Kapelle, sondern als Orchester – wodurch es beispielsweise auch gelang, bei der „Chinese Folk Suite“ eine klanglich exotische chinesische Anmutung gespielt auf europäischen Blasinstrumenten zu erreichen.

Das Jugendblasorchester lebt von den jungen Giengenern, die sich mittlerweile über viele Generationen hinweg zum Mitspielen bewegen lassen. Der Elan und die Freude von Edgar Bürger an allem, was Blasmusik sein kann, haben sicherlich entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Ensemble lebt und offensichtlich keine Nachwuchsprobleme hat. Auch am Samstag war es erstaunlich, zu welchen Höchstleistungen Bürger die jungen und zum Teil sehr jungen Musiker bringen kann.

Musicalmelodien mit zwei Chören

Höhepunkt des Abends war eine Zusammenstellung von mehreren Musical-Stücken aus der Feder von Andrew Lloyd Webber („A Concert Celebration“), die das Jugendblasorchester zusammen mit dem Jugendchor „Velvet Voices“ und dem Chor der technischen Hochschule Aalen auf die Bühne brachte. Kurzerhand wurde das Stück als Zugabe wiederholt.

Oberbürgermeister Dieter Henle lobte in seinem Grußwort das „vorbildliche Wirken des Orchesters in der Stadt“. Generationen musikbegeisterter Jugendlicher hätten tausende Probenstunden absolvierte und unendlich viele Noten gespielt. „Das prägt die Identität der Jugendlichen weit über die Musik hinaus“, so der OB. Er sei immer wieder begeistert, wie selbstverständlich die jungen Menschen die Bühne betreten würden, meinte Henle.

Gold für Herzblut, Engagement und Kompetenz

Edgar Bürger leitet seit 35 Jahren das Jugendblasorchester der Musikschule, mit „Herzblut, Engagement und Kompetenz“, wie Oberbürgermeister Dieter Henle ihm bescheinigte. Im Frühjahr 2019 geht er in den Ruhestand, für Musikschulleiterin Marion Zenker schon jetzt ein Grund zur Sorge.

Eine Goldmedaille gab’s für Stadtkapellmeister Edgar Bürger.
Eine Goldmedaille gab’s für Stadtkapellmeister Edgar Bürger. © Foto: Christian Thumm

Eigens für ihn erfunden hat Zenker die „Goldmedaille der städtischen Musikschule für besondere Verdienste“. Diese überreichte sie Bürger beim Konzert unter großem Applaus des Publikums. Die Musikschulleiterin lobte Bürgers unerschöpfliche Liebe an seiner Arbeit und seine Geduld mit den Kindern und Jugendlichen. Dass er diese vermissen werde, gestand Bürger bereits jetzt ein.

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