Tag des offenen Denkmals Jetzt bröckelt auch die Westmauer der Kaltenburg

Giengen / Mathias Ostertag 11.09.2017
Die Kaltenburg und die alte Mahlmühle waren die Giengener Schauplätze am gestrigen Aktionstag. Erstere bedarf weiterer kostspieliger Sanierungen.

Wenn es etwas zu würdigen gibt, sind sich die Redner schnell einig: Der ehrenamtliche Einsatz der Beteiligten sei nicht hoch genug einzuschätzen, das Gebäude sei schon allein aufgrund seiner wechselvollen Geschichte erhaltenswert und allein deshalb müsse man auch künftig mit vollem Einsatz für die Bestandserhaltung werben.

Nicht anders klang der Tenor aller vier Redner bei der Feierstunde zum Abschluss der Sanierung der östlichen Mauer der Kaltenburg. Vom freiwilligen Engagement des Hürbener Schwäbischen Albvereins war die Rede, ohne dessen Einsatz man „wohl kaum hier stehen würde“, so Clemens Stahl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Kaltenburg, in Bezug auf die pflegerischen Arbeiten rund um die Burg, als diese noch nicht im Besitz der IG war.

Sehr fleißige Interessengemeinschaft

Aber auch die von Stahl geführte Interessengemeinschaft war in den vergangenen Jahren seit der Gründung 2014 nicht untätig. In den vergangenen neun Monaten wurde die Sanierung der östlichen Burgmauer vorgenommen, deren Abschluss nun am Tag des offenen Denkmals gefeiert wurde. „Es ist wichtig, dass wir sorgsam und mit viel Aufmerksamkeit mit unseren Kulturdenkmälern umgehen“, so Stahl.

In diesem Zuge verwies der frühere Giengener OB darauf, dass sich nun, wie berichtet, bereits die nächste Baustelle aufgetan hat. Relativ zeitnah wird man die bröckelnde Westmauer in Angriff nehmen müssen, „sonst kommt sie uns bald entgegen“. 380 000 Euro wird diese Maßnahme kosten, wie schon zuvor bei der Ostmauer hofft die IG auf Spenden vom Land, vom Landkreis, aber auch von privaten Gönnern. Stahl, SPD-Fraktionschef im Landtag, Andreas Stoch, Landrat Thomas Reinhardt und Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer enthüllten im Anschluss an die Feierstunde eine Tafel, auf der alle Spender für die Ostmauer genannt wurden.

„Wir müssen den Menschen erklären, welche Schätze wir hier im Landkreis haben“, sagte Stoch. Dafür dankte er auch ausdrücklich der IG Kaltenburg, die die Burg „aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat“. Stoch schlug den Bogen von der Charlottenhöhle, die er als kleiner Junge besucht hatte, über die Kaltenburg bis zum Weltkulturerbe Vogelherd. Man müsse alle drei touristisch noch mehr verbinden.

Diesen Punkt griff auch Bürgermeister Bremer auf, der von der Kaltenburg als „Scharnierfunktion“ zwischen Höhle und Vogelherd sprach. „Wir dürfen nicht nur unter den Einheimischen für die Attraktionen werben, sondern auch bei den Menschen, die drei Tage in unserer Heimat zu Besuch sind.“

Landrat Reinhardt nahm in seiner Rede nochmal Bezug auf den Antrag der IG, die Westmauer schnell sanieren zu wollen. „Sie haben das Wohlwollen von mir und meiner Verwaltung.“ Nur entscheide man das eben nicht ganz allein.

Infos zur Mahlraumerweiterung

Viel zu sehen und erleben gab es auch in der Alten Mühle in Burgberg. Neben Gruppenführungen, bei denen man viel über die Mühle, die freien Künste in Burgberg oder über Maria Gräfin von Linden erfahren konnte (über sie gab es zusätzlich eine Sonderausstellung), konnten es sich die Besucher nach der Führung im urigen historischen Mühlenstadel gemütlich machen oder – noch besser – einfach mal selbst Hand anlegen. Mit einer „Römermühle“ konnte Getreide zu Mehl gemahlen werden. Und wer immer noch nicht genug hatte, der informierte sich über den Baufortschritt bei der Mahlraumerweiterung. Seit kurzem ist der Historische Mühlenverein, wie berichtet, in Besitz des gesamten Mühlengebäudes.

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