Giengen Jahrgangstreffen: Bei den 40ern wird groß gefeiert

Seit September hat sich das Organisationsteam (oben links im Uhrzeigersinn Daniela Baur, Katja Ziegler, Sylvia Bredl, Stefan Briel, Birgit Hummel, Tina Woischke und Kristin Mutschler) einmal pro Monat zusammengesetzt, um die Homepage, den Newsletter und alles Weitere auf die Beine zu stellen. Besonders wichtig war es, den Tanz für das Kinderfest zu üben (unten rechts) – dafür gab es Hilfe von Sibylle Ortwein (mit dem Zettel in der Hand) aus dem vorhergehenden Jahrgang.
Seit September hat sich das Organisationsteam (oben links im Uhrzeigersinn Daniela Baur, Katja Ziegler, Sylvia Bredl, Stefan Briel, Birgit Hummel, Tina Woischke und Kristin Mutschler) einmal pro Monat zusammengesetzt, um die Homepage, den Newsletter und alles Weitere auf die Beine zu stellen. Besonders wichtig war es, den Tanz für das Kinderfest zu üben (unten rechts) – dafür gab es Hilfe von Sibylle Ortwein (mit dem Zettel in der Hand) aus dem vorhergehenden Jahrgang. © Foto: Nadine Rau/privat
Giengen / Von Nadine Rau 15.05.2018
um Kinderfest kommen in Giengen nicht nur alte Schulfreunde für ein tagelanges, buntes Programm zusammen. Das muss aber erst einmal jemand organisieren – ein Besuch bei den 40ern.

Eine Fotobox, eine Säge, Kinderschminke, Efeu, Regenschirme, Gummibärchen, Namensschilder und eine Eröffnungsrede – was klingt wie wahllos aneinandergereihte Wörter, ist eine Liste von Tina Woischke, die beim Organisationsteam für das diesjährige 40er-Jahrgangstreffen dabei ist und beim abschließenden Treffen vor der großen Sause den Überblick hat.

„Ihr Deko-Mädels, wo kommen denn die Bäume rein? Brauchen wir Eimer mit Kies? Bietet Nina das Kinderschminken an oder nicht? Wer macht eigentlich die Musik beim Kandelmarsch? Übrigens bringt der DJ eine Nebelmaschine mit, wir brauchen uns darum nicht zu kümmern . . .“ Einmal tief Luft holen, dann geht es weiter im Text. Zack, zack, zack – ein Punkt nach dem anderen wird abgehakt.

Wir sind bei Katja Ziegler, einer weiteren Organisatorin, im gemütlichen Wohnzimmer, es gibt Sekt und etwas zu knabbern – bei aller Ernsthaftigkeit soll das gesellige Beisammensein nicht zu kurz kommen. Sieben der zehn Organisatoren haben heute für das abschließende Treffen Zeit gefunden, der Lärmpegel ist entsprechend hoch. Der Produktivität tut das aber keinen Abbruch. Wenn jemand den Tisch verlässt, dann, weil er jemanden anrufen muss, der etwas zum Gelingen des Fests beitragen soll.

Die Planung begann im Herbst

Mit der Organisation begonnen hat die Truppe im September des vergangenen Jahres. Woischke hat bereits beim Kinderfest erste Mitstreiter gesucht, im Schlüsselkeller war dann ein erstes Helfertreffen anberaumt. „Wir konnten nicht einschätzen, ob zehn, zwanzig oder gar keine Giengener kommen, die Lust auf die Planung hatten“, sagt Birgit Hummel. Am Ende waren es fünf, nach einigen Wochen und etwas betteln und bitten konnte die Gruppe sogar verdoppelt werden.

Mit ins Boot geholt haben die Damen zum Beispiel Stefan Briel, der sich fortan gemeinsam mit Sylvia Bredl um erste wichtige Instrumente für das Treffen gekümmert hat: Eine Homepage musste her, außerdem ein Newsletter, obendrein ein Chat für Fragen und ganz klassisch – Einladungen. Woischke hat all die entstandenen Plattformen auf Facebook verbreitet.

So bekamen alle interessierten 40er wichtige Infos zu den Festtagen, im Newsletter wurden Themen wie der Tanz, der Dresscode oder das Blumenflechten aufgegriffen. 80 Anmeldungen hatte sich das Team als Ziel gesteckt – und knapp über 80 wurden es auch.

Am Pfingstsamstag wird vor der Party in der Walter-Schmid-Halle gegessen. Morgens um 5 Uhr steht der Kandelmarsch auf dem Programm, bei dem alle Ehemaligen singend durch die Stadt ziehen werden. Am Sonntag gibt es buntes Programm für die Familie am Hasenloch, am Montag stehen Stadtführungen und das Liedersingen an, bevor die Jahrgangsfeier am Dienstag beim Kinderfest ihren Abschluss findet.

„Wir brauchen uns gar nichts vorzumachen, am Ende geht es nur um diesen Tanz“, sagt Briel – und spielt damit auf die Polonaise im Tanzkreis an, die man in Giengen schon als Schüler tanzt. Entsprechend oft haben die 40er geübt.

Auch die anderen Programmpunkte wurden nicht vernachlässigt. Für die Menü-Zusammenstellung waren ein paar der Organisatoren extra Probe essen, man hat eine Fotobox für Erinnerungen bestellt und ein Logo erstellt.

Ein ramponiertes Einhorn

Den „Gaul“ nennen sie es liebevoll – ein graues Einhorn, das etwas ramponiert aussieht. „Aber wir denken, dass wir nach den vier Tagen auch so aussehen werden.“ All das kostete natürlich Geld – und trotzdem hat nicht jeder der Gäste nachvollziehen können, warum für die Teilnahme 80 Euro anfallen.

Das eingeschworene Team hatte in dieser Konstellation noch nichts miteinander zu tun, aber jeder kennt irgendwie jeden. Von zweien sind auch die Eltern im gleichen Jahrgang, zwei sind Cousinen, zwei sind miteinander in der Klasse gewesen. Die Tradition der Ehemaligentreffen in Giengen finden sie genial. Begeistert sind sie aber neben den Ehemaligen, die aus ganz Deutschland anreisen, vor allem von denjenigen, die beim Fest dabei sind, obwohl sie nicht in Giengen aufgewachsen sind.

Entsprechend formuliert worden ist die Einladung: Es gehe nicht nur darum, Altbekannte zu treffen, sondern auch um neue Bekanntschaften. Briel muss dabei ein wenig grinsen: „Die werden ihr blaues Wunder erleben.“

Wer noch nichts vom 40er-Fest gehört hat, kann sich unter www.giengen77-78.de informieren.

Die Jahrgangsfeier organisieren: Wie soll man nur alle ausfindig machen?

Zum Kinderfest gehören die Jahrgangsfeiern fest dazu. Die 40er machen immer den Anfang, hinauf geht es bis zu den 80ern.

Gefeiert wird an unterschiedlichen Orten: in der Walter-Schmid-Halle, in der Schranne, in Gaststätten oder Schulen. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über mehrere Tage, organisieren muss sie eine Gruppe aus dem jeweiligen Jahrgang.

Besonders schwer fiel es dem diesjährigen Organisationsteam für das 40er-Fest, überhaupt alle 40er zu erreichen. Die Stadt habe zwar Einladungen an alle herausgegeben, überprüfen könne man aber schließlich nicht, ob jemand fehlt, und viele wohnen längst nicht mehr hier.

Über das Internet hat das Team deshalb viel Werbung gemacht, in der Hoffnung, dass am Ende jeder von dem Fest erfährt. Was die Organisatoren sehr bedauern ist, dass sich keine Russland-Deutschen zur Feier angemeldet haben. Aus dem Ausland kommt heuer zu den 40ern keiner, die weiteste Anreise hat ein Gast aus Berlin.