Giengen Hellere Nächte dank neuer LED-Leuchten in Giengen

Neue Leuchten: Die Umstellung auf LED in der Straßenbeleuchtung ist nahezu abgeschlossen.
Neue Leuchten: Die Umstellung auf LED in der Straßenbeleuchtung ist nahezu abgeschlossen. © Foto: mb/Archiv
Giengen / Marc Hosinner 11.07.2018
Die Umstellung in Giengen und den Teilorten ist nahezu abgeschlossen. Die Kommune ist auf dem Weg zur nachhaltigen Stadt einen großen Schritt weitergekommen.

Die Große Kreisstadt erstrahlt in neuem Licht: Die alten, energiefressenden Leuchtmittel wurden gegen moderne und im Verbrauch deutlich niedriger liegende ausgetauscht – fast überall. „Wir haben in ein paar Straßen noch Restarbeiten zu erledigen. Für die Teilorte müssen wir im Sinne der Qualitätsverbesserung noch Leuchten nachbestellen. Die sollten in den nächsten Wochen kommen und können dann montiert werden. Zudem müssen noch alte Überspannleitungen demontiert werden“, sagt Michael Fedchenheuer, im städtischen Tiefbauamt für die LED-Umstellung zuständig. Damit steht ein kommunales Großvorhaben auf der Zielgeraden. Etwa 3000 Leuchten wurden inzwischen ausgetauscht – in der Region ist das sicherlich beispielgebend.

Weichen schon 2015 gestellt

Die Weichen stellte der Gemeinderat bereits 2015 mit seinem Beschluss, Giengen zur nachhaltigen Stadt zu machen und als Vorbild in Sachen Energiewende und Klimaschutz voranzugehen.

Mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik wurde im Februar des vergangenen Jahres begonnen. Zunächst war die Nordstadt an der Reihe, dann im zweiten Abschnitt die Südstadt und die Teilorte.

Für die Umstellung wurden die im Geo-Informationssystem der Stadt hinterlegten Bestandsdaten erfasst, aufbereitet und ausgewertet. Es fand eine lichttechnische Berechnung sowie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung statt. „Das ging allerdings nicht überall. Zum Teil mussten wir vor Ort messen und Straße für Straße abschreiten“, so Fedchenheuer.

Insgesamt sei die Umstellung, trotz enormen Aufwands, gut verlaufen. Der ursprünglich aufgestellte Zeitplan sei jedoch nicht zu halten gewesen, was daran lag, dass die produzierenden Firmen stark ausgelastet seien und die Leuchten später geliefert wurden als gedacht. Das Gleiche gilt auch für die Lieferung von neuen Masten, die zur Verbesserung der Beleuchtungsqualität gesetzt wurden.

Die Kosten für die Umstellung belaufen sich auf etwa 1,5 Millionen Euro. Durch die neue Technik lassen sich aber Einsparungen erzielen. Die Stadt geht davon aus, dass es sechs bis sieben Jahre dauert, bis sich die Investition amortisiert.

Gespart wird zum Beispiel bei den Stromkosten: Vor der Umstellung habe die Stadt dafür Kosten in Höhe von 210000 Euro pro Jahr zu tragen gehabt. Nach der Umstellung soll sich das auf etwa 80000 bis 85000 Euro einpendeln. Die Einsparungen beim Kohlenstoffdioxid belaufen sich nach Berechnungen der Stadt auf 460000 Kilogramm jährlich.

Verbessert werde durch die LED-Technik auch die Qualität der Straßenbeleuchtung. Die Straßen seien deutlich heller als zuvor. „Licht wird subjektiv wahrgenommen. In der Bürgerschaft gibt es sicher Menschen, denen es jetzt zu hell ist. Aufgrund der Rückmeldungen, die wir bekommen, lässt sich sagen, dass der Großteil mit der Umstellung gut leben kann“, sagt Fedchenheuer.

Nachtabschaltung aufgehoben

Ein positiver Nebeneffekt der nun fast abgeschlossenen Sanierung: Die von weiten Teilen der Bürger – auch aus Sicherheitsgründen – kritisch betrachtete Nachtabschaltung, die zwischen 0.30 Uhr und 3.30 Uhr Anwendung fand, gehört der Vergangenheit an.

Stadt muss die Kosten für die Umstellung auf LED nicht alleine tragen

Die Umrüstung auf LED ist mit Ausgaben in Höhe von 1,5 Millionen Euro veranschlagt. „Ich denke, dass wir diesen Ansatz halten können“, so Michael Fedchenheuer vom städtischen Tiefbauamt, bei dem die Fäden hinsichtlich der LED-Umstellung zusammenlaufen.

Die Kosten für das beispielgebende Vorhaben muss die Stadt Giengen nicht alleine tragen - es gibt Fördermittel in erheblicher Höhe. Das so genannte Kommunalinvestitionsfördergesetz greift hier, rund 540 000 Euro fließen aus diesem Topf an Förderung.

Beantragt wurde von der Stadt Giengen zudem eine Bundesförderung im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative. Hierbei wird der Leuchtenaustausch mit einer Zuwendung in Höhe von 31 Prozent gefördert, rund 125 000 Euro werden abgerufen.

Somit wird die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED voraussichtlich mit einer Gesamtzuwendung von rund 665 000 Euro gefördert. Der städtische Anteil beläuft sich damit auf etwa 835 000 Euro. Die Kosten werden sich in etwa sechseinhalb Jahren amortisieren.

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